Sonntag, 26. Januar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

08. Dezember 2016 Software optimiert Suche von Knochenmarkspendern

Bone Marrow Donors Worldwide (BMDW), die Organisation, bei der alle freiwilligen Spender weltweit vollkommen anonym gelistet sind, hat ihr altes Verfahren zur Spendersuche durch die neue, von den Experten des Zentralen Knochenmarkspender-Registers (ZKRD) in Ulm entwickelte Software OptiMatch ersetzt. Künftig wird den Transplantationszentren ein auf modernsten biostatistischen Verfahren basierendes Spendersuchsystem zur Verfügung stehen. Das ZKRD stellt somit das Herzstück für das neue weltweite Spendersuchprogramm. Auf diese Weise profitieren nun rund um den Globus Patienten, die an Leukämie oder einer anderen Erkrankung des blutbildenden Systems leiden, vom Know-how der Ulmer Spezialisten. Die Software ermöglicht es, unter den weltweit 29 Millionen Spendern schnell und vor allem zielsicher diejenigen auszuwählen, die für den jeweiligen Patienten am besten geeignet sind. Für die internationale Zusammenarbeit bedeutet dies, dass nun auch kleineren Knochenmarkspender-Register und Transplantationszentren außerhalb Deutschlands bei der Suche nach geeigneten Spendern für ihre Patienten die hochentwickelte Technik des ZKRDs zur Verfügung steht.
Anzeige:
Für viele schwerkranke Patienten ist eine Blutstammzelltransplantation die einzige Chance, ihre Krankheit zu überwinden. Wichtig für den Erfolg einer solchen Transplantation ist eine nahezu vollständige Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Empfänger und Spender. Anhand dieser Gewebemerkmale erkennt das Immunsystem, ob es sich um fremde oder körpereigene Zellen handelt. Um eine Abstoßung des Transplantats und spätere Unverträglichkeiten mit dem Körper des Patienten zu vermeiden, ist die Auswahl des am besten passenden Spenders von immenser Bedeutung. BMDW greift für den Vergleich der Gewebemerkmale auf die Kompetenz und Erfahrung der ZKRD-Experten zurück, die OptiMatch vor zehn Jahren entwickelt und seither immer weiter verfeinert haben. Auf Grundlage biostatistischer und populationsgenetischer Verfahren berechnet OptiMatch die Wahrscheinlichkeit, ob ein Spender passen wird oder nicht. Diese Voraussage spielt insbesondere dann eine wichtige Rolle, wenn von den gelisteten Spendern nicht alle für die Auswahl notwendigen Gewebemerkmale genau bestimmt worden sind. Transplantationsärzte auf der ganzen Welt können den Spenderpool bei BMDW durchsuchen und sehen nun gleich, in welchem Land es potenziell geeignete Spender für ihre Patienten gibt. Zusätzlich lässt sich OptiMatch durch viele Steuerparameter auf die Bedürfnisse einzelner Patienten individuell zuschneiden und ermöglicht so die gezielte Auswahl der aussichtsreichsten Spenderkandidaten.

Das neue System ist nicht nur sehr viel schneller als sein Vorgänger und bietet mehr Informationen, sondern wird inzwischen von immer mehr Ländern mit tagesaktuellen Spenderdaten gespeist. Zusammen genommen spart all das nicht nur Zeit, sondern auch erhebliche Kosten für die Gesundheitssysteme, da sich der administrative Aufwand für die Suche reduziert und durch die gezielte Spenderauswahl weniger teure Laboruntersuchungen veranlasst werden müssen.

Quelle: Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland


Das könnte Sie auch interessieren

Primäre Studienendpunkte: Gesamtüberleben oder progressionsfreies Überleben - gibt es einen Goldstandard?

Anerkanntes Ziel einer Therapie von Krebspatienten ist die Verbesserung des Überlebens und der Lebensqualität. Historisch gesehen gilt die Gesamtüberlebenszeit (OS = overall survival) als der wichtigste primäre klinische Endpunkt einer Studie. Doch das Gesamtüberleben als primärer Studienendpunkt unterliegt nicht zuletzt aufgrund der Fortschritte, die in letzten Jahren in der Krebstherapie erzielt wurden, gewissen Einschränkungen. So können...

Deutsche Bevölkerung hat große Angst vor Krebs und weiß wenig über moderne Krebstherapien

„Vor welcher Krankheit haben Sie persönlich am meisten Angst, dass Sie daran erkranken könnten?“ – Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer aktuellen repräsentativen Umfrage. Ergebnis: 57 Prozent der befragten Deutschen nennen Krebs an erster Stelle. Damit führt Krebs das Feld der gefürchtetsten Krankheiten mit großem Abstand an. Wie gleichzeitig ermittelt wurde, hat nur ein Drittel der Befragten* in letzter Zeit...

Motivationsprogramm für mehr Bewegung bei Krebs

Motivationsprogramm für mehr Bewegung bei Krebs
© Kzenon / Fotolia.com

Körperliche Aktivität hat während und nach einer Krebserkrankung viele positive Effekte auf Körper und Psyche. Betroffenen fällt es aber oft schwer, dauerhaft mehr Bewegung und Sport in ihren Alltag zu integrieren. Sportwissenschaftler, Psychologen und Physiotherapeuten am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Dresden und Heidelberg haben daher ein spezielles Motivationsprogramm entwickelt, das sich als zentraler Baustein in Sport- und...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Software optimiert Suche von Knochenmarkspendern"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASH 2019
  • Erhöhte Knochendichte ist ein ungünstiger prognostischer Faktor bei aggressiver systemischer Mastozytose
  • Neue ITP-Leitlinien der ASH unterstreichen die Bedeutung von Thrombopoetinrezeptor-Agonisten für die Zweitlinientherapie der ITP
  • Registerdaten aus dem klinischen Alltag zur CAR-T-Zell-Therapie bei DLBCL-Patienten
  • CML: Real-world-Daten zeigen besseres zytogenetisches und molekulares Ansprechen durch Zweitgenerations-TKI
  • Polycythaemia Vera: Post-hoc-Analyse des Langzeitansprechens auf Ruxolitinib
  • Transfusionspflichtige Myelodysplastische Syndrome: Ansprechen auf Eisenchelation geht im klinischen Alltag mit Überlebensverbesserung einher
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Verhältnis von RNA- und DNA-basierten quantitativen KIT D816V-Mutationsanalysen prognostisch relevant
  • Ruxolitinib moduliert Mikroenvironment des Knochenmarks bei der Myelofibrose
  • CML: TIGER-Studie bestätigt tiefes und anhaltendes molekulares Ansprechen unter Nilotinib-basierter Therapie
  • Sichelzellanämie: Reduktion schmerzhafter vaso-okklusiver Krisen verringert Organschädigungen und verbessert Lebensqualität