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Medizin

08. Dezember 2016 Software optimiert Suche von Knochenmarkspendern

Bone Marrow Donors Worldwide (BMDW), die Organisation, bei der alle freiwilligen Spender weltweit vollkommen anonym gelistet sind, hat ihr altes Verfahren zur Spendersuche durch die neue, von den Experten des Zentralen Knochenmarkspender-Registers (ZKRD) in Ulm entwickelte Software OptiMatch ersetzt. Künftig wird den Transplantationszentren ein auf modernsten biostatistischen Verfahren basierendes Spendersuchsystem zur Verfügung stehen. Das ZKRD stellt somit das Herzstück für das neue weltweite Spendersuchprogramm. Auf diese Weise profitieren nun rund um den Globus Patienten, die an Leukämie oder einer anderen Erkrankung des blutbildenden Systems leiden, vom Know-how der Ulmer Spezialisten. Die Software ermöglicht es, unter den weltweit 29 Millionen Spendern schnell und vor allem zielsicher diejenigen auszuwählen, die für den jeweiligen Patienten am besten geeignet sind. Für die internationale Zusammenarbeit bedeutet dies, dass nun auch kleineren Knochenmarkspender-Register und Transplantationszentren außerhalb Deutschlands bei der Suche nach geeigneten Spendern für ihre Patienten die hochentwickelte Technik des ZKRDs zur Verfügung steht.
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Für viele schwerkranke Patienten ist eine Blutstammzelltransplantation die einzige Chance, ihre Krankheit zu überwinden. Wichtig für den Erfolg einer solchen Transplantation ist eine nahezu vollständige Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Empfänger und Spender. Anhand dieser Gewebemerkmale erkennt das Immunsystem, ob es sich um fremde oder körpereigene Zellen handelt. Um eine Abstoßung des Transplantats und spätere Unverträglichkeiten mit dem Körper des Patienten zu vermeiden, ist die Auswahl des am besten passenden Spenders von immenser Bedeutung. BMDW greift für den Vergleich der Gewebemerkmale auf die Kompetenz und Erfahrung der ZKRD-Experten zurück, die OptiMatch vor zehn Jahren entwickelt und seither immer weiter verfeinert haben. Auf Grundlage biostatistischer und populationsgenetischer Verfahren berechnet OptiMatch die Wahrscheinlichkeit, ob ein Spender passen wird oder nicht. Diese Voraussage spielt insbesondere dann eine wichtige Rolle, wenn von den gelisteten Spendern nicht alle für die Auswahl notwendigen Gewebemerkmale genau bestimmt worden sind. Transplantationsärzte auf der ganzen Welt können den Spenderpool bei BMDW durchsuchen und sehen nun gleich, in welchem Land es potenziell geeignete Spender für ihre Patienten gibt. Zusätzlich lässt sich OptiMatch durch viele Steuerparameter auf die Bedürfnisse einzelner Patienten individuell zuschneiden und ermöglicht so die gezielte Auswahl der aussichtsreichsten Spenderkandidaten.

Das neue System ist nicht nur sehr viel schneller als sein Vorgänger und bietet mehr Informationen, sondern wird inzwischen von immer mehr Ländern mit tagesaktuellen Spenderdaten gespeist. Zusammen genommen spart all das nicht nur Zeit, sondern auch erhebliche Kosten für die Gesundheitssysteme, da sich der administrative Aufwand für die Suche reduziert und durch die gezielte Spenderauswahl weniger teure Laboruntersuchungen veranlasst werden müssen.

Quelle: Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland


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