Dienstag, 26. März 2019
Navigation öffnen

Medizin

08. Dezember 2017 POETIC-Studie: Perioperative endokrine Therapie bringt bei ER+ frühem Brustkrebs keinen Vorteil bezüglich der Zeit bis zum Rezidiv

Nach experimentellen Daten und kleinen Fallstudien wie IMPACT bestand die Annahme, dass eine perioperativ durchgeführte endokrine Therapie langfristig einen Vorteil für das krankheitsbezogene Outcome haben könnte. Die randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie POETIC* untersuchte bei Patientinnen mit ER-positivem frühen Brustkrebs, ob eine perioperative endokrine Therapie mit Letrozol oder Anastrozol das langfristige krankheitsbezogene Outcome verbessert; dies war nicht der Fall.
Postmenopausale Frauen mit ER+ Brustkrebs erhielten in der Studie entweder 14 Tage vor und 14 Tage nach der OP eine perioperative Aromatase-Inhibition (POAI, Letrozol 2,5 mg oder Anastrozol 1 mg pro Tag) oder keine POAI (Kontrolle). Die adjuvante Therapie folgte der (für Großbritannien üblichen) Standardbehandlung. Primärer Endpunkt war die time to recurrence (=Zeit bis zum Rezidiv, TTR; Zeit von der Randomisierung bis zu lokoregionärem Rezidiv oder Fernrezidiv oder Tod). Ein sekundärer Endpunkt war der Ki67 zu Beginn und nach 2 Wochen AI-Therapie.
 
Zwischen 2008 und 2014 wurden 4.480 Patienten (POIA: 2.976, Kontrolle: 1.504) in 130 Zentren randomisiert. Das mediane Alter betrug 67 Jahre (IQR: 62-75), 18% hatten einen Grad 3-Tumor, 39% waren nodal-positiv und bei 61% betrug die Tumorgröße > 2 cm. Als adjuvante endokrine Therapie erhielten 314 Patienten (7,2%) Tamoxifen (Tam) und 3.695 (84,6%) einen Aromatase-Inhibitor (AI). 251 (5,7%) wechselten von Tam zu AI und 109 (2,5%) von AI zu Tam. Der mediane Follow-up betrug 60,7 Monate (IQR: 49,5-72,2).
 
Ergebnis: 408/4.480 Patienten (9,1%) hatten ein TTR-Event; 263 (8,8%) Patienten der POAI-Gruppe im Vergleich zu 145 (9,6%) in der Kontrollgruppe (HR=0,91; 95%-KI: 0,74-1,12; log-rank p=0,37; adjustierte HR=0,91; 95%-KI: 0,74-1,11).

Es gab keine signifikante Evidenz dafür, dass 4 Wochen POAI im Vergleich zu keiner POAI die TTR verbessert.

Mit der Studie POETIC wird sich klären lassen, inwiefern sich der Ki67 2 Wochen nach POAI zur Stratifizierung derjenigen Patienten heranziehen lässt, die mit dem gegenwärtigen Standard of Care möglicherweise einige Jahre später nicht ausreichend behandelt sein werden.
 
 *peri-operative endocrine therapy – individualising care
 
(übersetzt von um)
 
Robertson JFR, Dowsett M, Bliss JM et al.
Peri-operative aromatase inhibitor treatment in determining or predicting longterm outcome in early breast cancer – The POETIC* Trial (CRUK/07/015)
SABCS 2017, Abstract GS1-03

Quelle: SABCS 2017


Stichwörter

Das könnte Sie auch interessieren

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu
© Expensive / fotolia.com

Eine Krebserkrankung hinterlässt Spuren, körperliche und seelische. Für Patientinnen ist es manchmal schwer, über ihre Empfindungen und Ängste zu sprechen. Umso belastender kann es sein, die mit der Krankheit häufig einhergehende Beeinträchtigung der Sexualität in Worte zu fassen. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet Unterstützung an – auch bei Fragen, die viele als heikel empfinden.

Neue Krebs-Studien zur Immuntherapie am Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) für Patienten geöffnet

Das Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) am Krankenhaus Nordwest startet jetzt in Kooperation mit der Klinik für Onkologie und Hämatologie zwei neue Studien zur Wirksamkeit eines hoch innovativen immuntherapeutischen Ansatzes unter Verwendung von sogenannten Checkpoint-Hemmern: Diese sollen die Blockaden des Immunsystems gegen Krebszellen aufheben. An der ersten Studie in Phase II nehmen Patienten mit vorbehandeltem Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) teil, die einen...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"POETIC-Studie: Perioperative endokrine Therapie bringt bei ER+ frühem Brustkrebs keinen Vorteil bezüglich der Zeit bis zum Rezidiv"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.