Mittwoch, 19. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

08. Dezember 2017 POETIC-Studie: Perioperative endokrine Therapie bringt bei ER+ frühem Brustkrebs keinen Vorteil bezüglich der Zeit bis zum Rezidiv

Nach experimentellen Daten und kleinen Fallstudien wie IMPACT bestand die Annahme, dass eine perioperativ durchgeführte endokrine Therapie langfristig einen Vorteil für das krankheitsbezogene Outcome haben könnte. Die randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie POETIC* untersuchte bei Patientinnen mit ER-positivem frühen Brustkrebs, ob eine perioperative endokrine Therapie mit Letrozol oder Anastrozol das langfristige krankheitsbezogene Outcome verbessert; dies war nicht der Fall.
Anzeige:
Postmenopausale Frauen mit ER+ Brustkrebs erhielten in der Studie entweder 14 Tage vor und 14 Tage nach der OP eine perioperative Aromatase-Inhibition (POAI, Letrozol 2,5 mg oder Anastrozol 1 mg pro Tag) oder keine POAI (Kontrolle). Die adjuvante Therapie folgte der (für Großbritannien üblichen) Standardbehandlung. Primärer Endpunkt war die time to recurrence (=Zeit bis zum Rezidiv, TTR; Zeit von der Randomisierung bis zu lokoregionärem Rezidiv oder Fernrezidiv oder Tod). Ein sekundärer Endpunkt war der Ki67 zu Beginn und nach 2 Wochen AI-Therapie.
 
Zwischen 2008 und 2014 wurden 4.480 Patienten (POIA: 2.976, Kontrolle: 1.504) in 130 Zentren randomisiert. Das mediane Alter betrug 67 Jahre (IQR: 62-75), 18% hatten einen Grad 3-Tumor, 39% waren nodal-positiv und bei 61% betrug die Tumorgröße > 2 cm. Als adjuvante endokrine Therapie erhielten 314 Patienten (7,2%) Tamoxifen (Tam) und 3.695 (84,6%) einen Aromatase-Inhibitor (AI). 251 (5,7%) wechselten von Tam zu AI und 109 (2,5%) von AI zu Tam. Der mediane Follow-up betrug 60,7 Monate (IQR: 49,5-72,2).
 
Ergebnis: 408/4.480 Patienten (9,1%) hatten ein TTR-Event; 263 (8,8%) Patienten der POAI-Gruppe im Vergleich zu 145 (9,6%) in der Kontrollgruppe (HR=0,91; 95%-KI: 0,74-1,12; log-rank p=0,37; adjustierte HR=0,91; 95%-KI: 0,74-1,11).

Es gab keine signifikante Evidenz dafür, dass 4 Wochen POAI im Vergleich zu keiner POAI die TTR verbessert.

Mit der Studie POETIC wird sich klären lassen, inwiefern sich der Ki67 2 Wochen nach POAI zur Stratifizierung derjenigen Patienten heranziehen lässt, die mit dem gegenwärtigen Standard of Care möglicherweise einige Jahre später nicht ausreichend behandelt sein werden.
 
 *peri-operative endocrine therapy – individualising care
 
(übersetzt von um)
 
Robertson JFR, Dowsett M, Bliss JM et al.
Peri-operative aromatase inhibitor treatment in determining or predicting longterm outcome in early breast cancer – The POETIC* Trial (CRUK/07/015)
SABCS 2017, Abstract GS1-03

Quelle: SABCS 2017


Stichwörter

Das könnte Sie auch interessieren

Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet

Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet
© Andrey Popov / fotolia.com

Der Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie 2018 wurde an die Psychologin Astrid Grossert-Leugger, Basel, verliehen. Die Preisträgerin erhielt die mit 2.500 € dotierte Auszeichnung für ihre Arbeit zum Thema „Web-Based Stress Management for Newly Diagnosed Patients with Cancer (STREAM): A Randomized, Wait‐List Controlled Intervention Study“. Die Preisverleihung erfolgte auf der 17. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie...

Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017

Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017
© Paolese / Fotolia.com

Deutschlands Urologen gehen neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit: Mit der Einführung der „Urologischen Themenwochen“ baut die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ihr Engagement in der medizinischen Aufklärung der Bevölkerung erneut aus: Den Anfang macht die Urologische Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017. Mit zielgruppengerecht aufbereiteten Informationen wollen Urologinnen und Urologen männliche Heranwachsende und junge...

Kinderwunsch und Krebs

Kinderwunsch und Krebs
© Photographee.eu / fotolia.com

Möchte ich eine Familie gründen oder noch weitere Kinder haben? Mit dieser Frage müssen sich junge Krebspatientinnen und -patienten vor einer Krebstherapie – also unmittelbar nach der Diagnose – auseinandersetzen. Denn die Behandlung, die ihnen hilft, den Krebs zu besiegen, beeinträchtigt häufig gleichzeitig die Fruchtbarkeit. Auch wenn die Zeit drängt, ist es wichtig, sich vor Behandlungsbeginn mit diesem wichtigen Thema zu befassen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"POETIC-Studie: Perioperative endokrine Therapie bringt bei ER+ frühem Brustkrebs keinen Vorteil bezüglich der Zeit bis zum Rezidiv"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren