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Medizin

28. März 2018 Mutationsanalyse beim NSCLC: Gewebebasierte Testung vs. Liquid Biopsy

Mit gegen den EGF-Rezeptor (EGFR) gerichteten Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) stehen heute zielgerichtete Substanzen für das fortgeschrittenen EGFR-mutierte nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom (NSCLC) zur Verfügung. Voraussetzung für ihren Einsatz ist die vorherige molekularpathologische Analyse mit Nachweis einer EGFR-Mutation.
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In der gerade aktualisierten S3-Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zur Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms ist die Testung auf molekulare Zielstrukturen heute klar verankert (1): Bei nicht kurativ zu behandelnden Patienten spricht sich die Leitlinie mit einer Soll-Empfehlung vor Start der Erstlinientherapie für molekularpathologische Untersuchungen auf therapeutisch relevante molekulare Veränderungen wie EGFR-Mutationen aus. Goldstandard ist aufgrund ihrer hohen Sensitivität und Spezifität die gewebebasierte Testung. Sie ermöglicht eine definitive Diagnose und ist in der Erstdiagnose obligat, da sie Informationen zu Histologie, Immunhistologie und Molekularpathologie liefert, unterstrich Prof. Dr. Matthias Deppermann, Düsseldorf. Bei Nachweis eines EGFR-mutierten NSCLC ist heute die zielgerichtete Therapie mit TKIs wie Gefitinib (Iressa®; in der ersten Linie) oder Osimertinib (Tagrisso®; in der zweiten Linie) leitliniengemäßer Standard.

Prof. Dr. Frank Griesinger, Oldenburg, wies jedoch darauf hin, dass vielfach nicht genügend Tumormaterial für die gewebebasierte Analyse zur Verfügung steht. Das zeigen u.a. Daten des CRISP-Registers (2): Bei rund 25% der Registerpatienten wurde mangels Material keine Testung durchgeführt. Bei weiteren 6% war eine Biopsie zur Tumormaterialgewinnung wegen Komorbiditäten oder schlechtem Allgemeinzustand nicht möglich gewesen. In diesem Fall bietet sich alternativ die Flüssigbiopsie an. Laut S3-Leitlinie kann sie in Betracht gezogen werden, wenn nicht ausreichend Gewebe vorhanden ist oder eine erneute Biopsie nicht mit vertretbarem Risiko durchgeführt werden kann (1).

Daten aus dem NOWEL-Lungennetzwerk zeigen die hohe Übereinstimmung von gewebebasierter und Flüssigbiopsie: Der Vergleich der Mutationen aus Gewebe bzw. Blut ergab bei einer Sensitivität von > 85% und einem prädiktiven Wert von 100% eine Konkordanz von > 92%, berichtete Griesinger. Nach seiner Erfahrung erspart die nicht invasive Liquid Biopsy etwa der Hälfte der Patienten eine erneute Biopsie.

Dr. Katharina Arnheim
 

Quelle: Satellitensymposium „State of the Art der Probengewinnung für die molekulare Diagnostik beim NSCLC“, DGP, 16.03.2018, Dresden; Veranstalter: AstraZeneca

Literatur:

1.    S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms. Februar 2018; AWMF-Registernr. 020/007OL
2.    Griesinger F et al.; Pneumologie 2018;72:Abstr. V242


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