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Medizin

14. Dezember 2019 Metaanalyse: Residuelle Tumorlastmessung ermöglicht Aussagen zum Outcome nach neoadjuvanter Brustkrebstherapie

Eine große Metaanalyse hat gezeigt, dass die residuelle Tumorlast von Brustkrebspatientinnen nach neoadjuvanter Chemotherapie unabhängig von ihrem Subtyp eine akkurate Langzeitvorhersage in Bezug auf Rezidiv und Überleben ermöglicht (1).
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Die residuelle Tumorlast wird mittels mehrerer Parameter erhoben wie Größe des Primärtumors, Prozentanteil des invasiven Tumors vs. in situ-Tumor sowie der Lymphknotenbeteiligung.

Das MD Anderson Cancer Center hat dafür einen Kalkulator konzipiert:
http://www3.mdanderson.org/app/medcalc/index.cfm?pagename=jsconvert3

Dieser berechnet den Index der residuellen Tumorlast (residual cancer burden=RCB) und klassifiziert das pathologische Komplettansprechen (pCR) in RCB-I (minimal burden), RCB-II (moderate burden) oder RCB-III (extensive burden).

Für die Studie analysierten Dr. W. Fraser Symmans und Kollegen des I-SPY Clinical Trials Consortium Daten von ca. 5.100 Patientinnen. Der RCB-Index war eng assoziiert sowohl mit dem ereignisfreien (EFS) als auch dem Fernrezidiv-freien Überleben (DRFS) – und dies konsistent über 12 Tumorlokalisationen und 4 Brustkrebs-Subtypen hinweg.

Was z.B. das EFS angeht, zeigte die RCB-Analyse bei HR+/HER2- Patientinnen, dass bei 11% eine pCR erreicht wurde, von diesen wurden wiederum 11% als RCB-I klassifiziert, 53% als RCB-II und 25% als RCB-III. Nach 10 Jahren Follow-up hatten 19% dieser pCR-Gruppe ein Rezidiv oder waren verstorben. Davon entfielen 14% auf die RCB-I-Gruppe, 31% auf RCB-II und 48% auf RCB-III.

Die Messung des RCB-Index ist prognostisch sehr stark und erlaubt eine gute Einordung des Rezidivrisikos, so Symmans. Die Metaanalyse habe eine Real-world-Evidenz darüber erbracht, wie Patientinnen auf neoadjuvante Behandlungen ansprächen. Die Bestimmung des RCB-Index ermöglichte dann, je nach prognostischem Risiko die nächsten Schritte der Brustkrebstherapie darauf abzustimmen.

Eine Limitierung der Studie sei jedoch, so Symmans, dass sie auf Daten vieler unterschiedlicher Institutionen beruhe, manche wurden prospektiv, manche retrospektiv erfasst. Sein Fazit war entsprechend, dass ein standardisiertes Reporting der residuellen Tumorlast für eine aussagekräftige Langzeitprognose in Zukunft sinnvoll wäre.

(übers. v. ab)



 

Quelle: SABCS 2019

Literatur:

(1) Christina Yau, Marieke van der Noordaa, Jane Wei et al. Residual cancer burden after neoadjuvant therapy and long-term survival outcomes in breast cancer: A multi-center pooled analysis, SABCS 2019, #GS5-01


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