Donnerstag, 23. Januar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

11. September 2019 Hysterektomie: Hohes Risiko für Depressionen und Angstzustände

Hysterektomie geht gemäß einer Kohortenstudie der Forscher der Mayo Clinic an fast 2.100 Frauen mit einem erhöhten Risiko für langfristige psychische Gesundheitsprobleme einher. An der Überprüfung der Patientenakten von 1980 bis 2002 nahmen Frauen teil, bei denen die Gebärmutter entfernt wurde, nicht jedoch die Eierstöcke. Die Studie, für die Daten des Rochester Epidemiology Project verwendet wurden, berücksichtigte nur neue Diagnosen von Depressionen, Angstzuständen, Demenz, Drogenmissbrauch und Schizophrenie nach einer Hysterektomie und schloss Frauen mit früheren Diagnosen aus.
Anzeige:
Fachinformation
Hysterektomie erhöht Risiko für Depressionen und Angsterkrankungen

„Forscher fanden im Laufe von 30 Jahren eine absolute Risikoerhöhung von 6,6% für Depressionen und von 4,7% für Angstzustände“, sagt Seniorautorin Dr. Shannon Laughlin-Tommaso, Mayo Clinic. Bei Frauen, die sich im Alter zwischen 18 und 35 Jahren einer Hysterektomie unterzogen, war das Risiko einer Depression höher, mit einem absoluten Anstieg des Risikos im Alter von über 30 Jahren von 12%.
„Unsere Studie zeigt, dass das Entfernen der Gebärmutter mehr Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit hat als bisher angenommen“, sagt Laughlin-Tommaso. „Weil bei Frauen häufig in jungen Jahren eine Hysterektomie vorgenommen wird, ist es wichtig, die mit dem Eingriff verbundenen Risiken auch in späteren Jahren zu kennen."
Laughlin-Tommaso sagt, dass es mehrere Behandlungen für gutartige gynäkologische Krankheiten gibt, durch die Frauen eine Hysterektomie vermeiden könnten. „Diese Alternativen sollten ausprobiert werden, bevor eine Hysterektomie vorgenommen wird, vor allem in jungen Jahren“, sagt sie.

Eingriff zur Risikominimierung mit psychiatrischen Krankheiten assoziiert

Die Studie ist eine von 2 Mayo-Clinic-Studien, die online von Menopause: The Journal of the North American Menopause Society veröffentlicht wurden. Diese Studien untersuchen den Zusammenhang zwischen einer Hysterektomie mit oder ohne Entfernung der Eierstöcke und der psychischen Gesundheit von Frauen.
Die zweite Studie, die ebenfalls auf Daten aus dem Rochester Epidemiology Project basiert, zeigt, dass Frauen, bei denen beide Eierstöcke ohne Anzeichen einer Malignität entfernt wurden, mit größerer Wahrscheinlichkeit vorbestehende Stimmungsstörungen, Angststörungen oder andere weniger häufige psychische Störungen aufweisen. Die Studie untersuchte die Patientenakten von 1.653 prämenopausalen Frauen, bei denen die Eierstöcke bei der Hysterektomie entfernt wurden, hauptsächlich um das Eierstock- oder Brustkrebsrisiko zu minimieren.
Die Forscher ermittelten mehrere psychiatrische Krankheiten, die Einfluss auf die Entscheidung der Frauen hatten, die Operation zu beantragen, bzw. auf die Entscheidung des Hausarztes oder Gynäkologen, die Operation zu unterstützen oder vorzuschlagen.

„Wir können sagen, dass psychologische Beschwerden eine wichtige Rolle bei der Entscheidung gespielt haben können, eine Hysterektomie durchzuführen, mit oder ohne die Entfernung der Eierstöcke“, sagt Dr. Walter Rocca, Mayo Clinic. „Für die Entwicklung konservativerer Strategien in Zukunft ist es wichtig, die psychiatrischen Beschwerden zu verstehen, die in der Vergangenheit die Praxis der Hysterektomie beeinflusst haben.“

Quelle: Mayo Clinic


Das könnte Sie auch interessieren

Deutsche Bevölkerung hat große Angst vor Krebs und weiß wenig über moderne Krebstherapien

„Vor welcher Krankheit haben Sie persönlich am meisten Angst, dass Sie daran erkranken könnten?“ – Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer aktuellen repräsentativen Umfrage. Ergebnis: 57 Prozent der befragten Deutschen nennen Krebs an erster Stelle. Damit führt Krebs das Feld der gefürchtetsten Krankheiten mit großem Abstand an. Wie gleichzeitig ermittelt wurde, hat nur ein Drittel der Befragten* in letzter Zeit...

Als Krebspatient auf Reisen – hilfreiche Tipps

Als Krebspatient auf Reisen – hilfreiche Tipps
© Jenny Sturm / Fotolia.com

Ein Kurzurlaub in der Therapiepause – das hört sich für viele Betroffene verlockend an. Mal abschalten und die physischen und psychischen Belastungen der Erkrankung vorübergehend hinter sich lassen. Aber: Kann ich das als Krebspatient? Und worauf ist zu achten? Diese und weitere Fragen zum Thema „Reisen mit Krebs“ beantwortet der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums täglich von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr telefonisch unter 0800-420...

Mit neuer Website „psyche-hilft-koerper.de“ finden Krebspatienten schnell und einfach psychoonkologische Hilfe

Mit neuer Website „psyche-hilft-koerper.de“ finden Krebspatienten schnell und einfach psychoonkologische Hilfe
© www.psyche-hilft-koerper.de

Die Website „psyche-hilft-koerper.de“ ermöglicht es, über eine Postleitzahl-Suche Psychoonkologen in der Region, in der man lebt, zu finden. Eine psychoonkologische Betreuung unterstützt Patienten u. a. dabei, ihre Krebserkrankung zu verarbeiten, das seelische Befinden zu verbessern sowie körperliche Ressourcen zu stärken (1). Novartis Oncology hat sich nicht nur der Entwicklung innovativer Arzneimittel verpflichtet, sondern möchte durch Initiativen...

Was hilft Kindern mit Krebs und deren Eltern?

Was hilft Kindern mit Krebs und deren Eltern?
© Frantab / Fotolia.com

Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, verändert sich in einem Augenblick das gesamte Leben der Familie – Gefühle, Gedanken, der Alltag. Für die Eltern krebskranker Kinder ist es eine große Belastung, sich in der neuen Lebenssituation mit den Unsicherheiten und Verlustängsten zurechtzufinden. In dieser schwierigen Situation gibt es viele unterstützende Angebote. Das ONKO-Internetportal stellte in seinem Monatsthema eine Auswahl davon vor.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Hysterektomie: Hohes Risiko für Depressionen und Angstzustände "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASH 2019
  • Erhöhte Knochendichte ist ein ungünstiger prognostischer Faktor bei aggressiver systemischer Mastozytose
  • Neue ITP-Leitlinien der ASH unterstreichen die Bedeutung von Thrombopoetinrezeptor-Agonisten für die Zweitlinientherapie der ITP
  • Registerdaten aus dem klinischen Alltag zur CAR-T-Zell-Therapie bei DLBCL-Patienten
  • CML: Real-world-Daten zeigen besseres zytogenetisches und molekulares Ansprechen durch Zweitgenerations-TKI
  • Polycythaemia Vera: Post-hoc-Analyse des Langzeitansprechens auf Ruxolitinib
  • Transfusionspflichtige Myelodysplastische Syndrome: Ansprechen auf Eisenchelation geht im klinischen Alltag mit Überlebensverbesserung einher
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Verhältnis von RNA- und DNA-basierten quantitativen KIT D816V-Mutationsanalysen prognostisch relevant
  • Ruxolitinib moduliert Mikroenvironment des Knochenmarks bei der Myelofibrose
  • CML: TIGER-Studie bestätigt tiefes und anhaltendes molekulares Ansprechen unter Nilotinib-basierter Therapie
  • Sichelzellanämie: Reduktion schmerzhafter vaso-okklusiver Krisen verringert Organschädigungen und verbessert Lebensqualität