Mittwoch, 28. Oktober 2020
Navigation öffnen

Medizin

15. Oktober 2020 HPV: Tumormarker Bluttest bietet neue Chancen in der Diagnostik

HPV-induzierte Tumore machen weltweit mittlerweile rund 5% aller Krebserkrankungen aus. Das entspricht jährlich circa 630.000 Ersterkrankungen. Davon sind Ansteckungen mit dem krebsverursachenden HPV-Typ 16 für bis zu 90% aller HPV-bedingten Kopf-/Halstumoren und Karzinome in der Anogenitalregion verantwortlich.
Studie im EBioMedicine by The Lancet erschienen

Mit einem serologischen Test von Abviris gelang es nun Forschern, Antikörper gegen HPV16 L1 DRH1 im Blut von Patienten mit HPV16-bedingten Tumoren nachzuweisen. Die Ergebnisse der Studie wurden aktuell in EBioMedicine, einem Fachjournal der Lancet Gruppe, veröffentlicht und liefern neue Erkenntnisse zum blutbasiertem Tumormarker DRH1 in der Früherkennung und Therapiekontrolle von HPV16-induzierten Tumoren.

Antikörpertest zeigt hohe klinische Sensitivität und Spezifität in Früherkennung und Nachsorge

Die nicht-interventionelle, multizentrische Studie unter der Leitung der Medizinischen Universität Graz umfasste insgesamt 1.500 Blutproben. Darunter waren Proben von Patienten mit Orpharynxkarzinom, Analkarzinom und einer gesunden Kontrollgruppe. Für die serologische Detektion von HPV16-induzierten Oropharynxtumoren wurde eine klinische Sensitivität von 95% nachgewiesen, für die Detektion von Analkarzinomen bei HIV-positiven Patienten eine Sensitivität von 90%.

Tumormarker schlägt früh an

Die diagnostische Spezifität des Assays betrug 99,5% bei Männern und 99,3% bei Frauen über 30 Jahre. Mit einer Kombination aus einer retrospektiven und einer prospektiven Längsschnittstudie gelang es den Forschern, den Tumormarker über 12 Monate vor und bis zu 24 Monate nach der Tumordiagnose zu messen. So war der Bluttest bei 90% der Analkarzinompatienten bereits in dem Jahr vor der Tumordiagnose positiv.
Nach erfolgreicher Therapie wurde ein Abfall der Antikörper beobachtet, während ein Antikörperanstieg in der Zeit der Nachsorge einen Hinweis auf ein Rezidiv beziehungsweise eine Metastase lieferte. Der Biomarker könne, so die Forscher, in weiterer Folge auch zur Messung des Ansprechens auf die Krebstherapie sowie zur Kontrolle im Rahmen der onkologischen Nachsorge nützlich sein.

Diagnostische Signifikanz

HPV-Experte Dr. Ralf Hilfrich, CTO des Biotechnologie-Unternehmens Abviris und Entwickler des HPV-Tumormarker-Assays: „Die Ergebnisse der Studie zeigen die Stärke der DRH1-basierten Antikörperbestimmung von der Früherkennung über Therapiekontrolle bis zur Nachsorge der Patienten. Die Studie zeigt zugleich, dass sich der Assay im Vergleich zu aktuellen Nachweismethoden als diagnostisch signifikant erweisen kann, wenn eine Biopsie in schwer zugänglichen Bereichen nicht möglich, die Lokalisation des primären Tumors unbekannt oder die Krebserkrankung nicht identifizierbar ist, wie zum Beispiel bei einer sehr frühen Metastasierung.“

Auf Basis der aktuellen Forschungsergebnisse sind weitere Folgestudien bereits in Planung.

Quelle: Abviris


Anzeige:
Pegfilgrastim

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"HPV: Tumormarker Bluttest bietet neue Chancen in der Diagnostik"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab