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Medizin

14. Dezember 2016 C.R. Brupbacher Krebsforschungspreis 2017 würdigt onkologische Grundlagenforschung

Der im Andenken an Charles Rodolphe Brupbacher von seiner Ehefrau Frédérique Brupbacher gestiftete Charles Rodolphe Brupbacher Preis für Krebsforschung wird im Februar 2017 erneut verliehen. Damit werden drei herausragende Wissenschaftler gewürdigt, die mit ihren Arbeiten zum Einfluss von Epigenetik, Zelltod und Darmbakterien auf die Krebsentwicklung bahnbrechende Forschungsresultate erzielt haben. Diese legen die Basis, um Krebs besser zu verstehen sowie um neue, zielgerichtete und wirksame Therapien zu entwickeln.
Zusammenspiel von Genetik und Epigenetik in der Krebsentstehung

Der erste Preisträger, Adrian Bird, ist Prof. für Genetik am britischen Wellcome Trust Centre for Cell Biology der University of Edinburgh. Seine Arbeiten konzentrieren sich auf einen bisher wenig erforschten Aspekt der Krebsentstehung: die Interaktion von Genetik und Epigenetik. Methylgruppen, die an die DNA geheftet werden, regulieren die Aktivität einer Vielzahl von Genen. Der Grossteil des menschlichen Genoms trägt solche Methylgruppen. Dazwischen existieren kleine Regionen ohne solche epigenetischen Markierungen, sogenannte CpG-Inseln. In Tumorzellen werden diese CpG-Inseln häufig methyliert. Diese veränderten Methylierungsmuster führen meist zu einer abnormalen Inaktivierung der betroffenen Gene. Adrian Bird und sein Team untersuchen Proteine, die an die CpG-Inseln binden, und die DNA-Methylierung und weitere epigentische Merkmale beeinflussen. Diese Eiweisse, die das Zusammenspiel von Genom und Epigenom steuern, sind in Krebszellen häufig dereguliert und dürften daher eine wichtige Rolle in der Onkogenese spielen.

Einfluss des Immunsystems auf die Krebsentwicklung und -behandlung

Den zweiten Preis erhalten der Mediziner Giudo Kroemer vom Centre de Recherche des Cordeliers der Université Paris Descartes und die Immunologin Laurence Zitvogel vom Labor für Tumorimmunologie und Immunotherapie des Gustave Roussy Cancer Centers gemeinsam. Im Zentrum ihrer Forschungstätigkeiten steht die Frage, wie das Immunsystem die Entwicklung und die Behandlung von Krebs beeinflusst.

Die Arbeiten von Giudo Kroemer fokussieren auf den programmierten Zelltod, die Apoptose. Die Autophagie spielt eine wichtige Rolle darin, wie Zellen die Wirkung von toxischen Substanzen – beispielsweise eine Chemotherapie – überleben. Kroemer und sein Team konnten zeigen, dass das Absterben von Krebszellen das Immunsystem ankurbeln kann, falls zuvor die Autophagie aktiviert wurde. Tumorzellen werden dadurch wieder immunogen, d.h. für die Abwehrzellen "sichtbar", wodurch sie effizient eliminiert werden. Welche Art von Immunreaktion sterbende Krebszellen auslösen, ist somit entscheidend für den Erfolg einer Krebstherapie.

Wirkung von Darmbakterien auf den Erfolg von Antitumortherapien

In mehreren Arbeiten konnten Laurence Zitvogel und ihr Forscherteam zeigen, dass Darmbakterien nicht nur ihre unmittelbare Umgebung, sondern auch die Immunantwort gegen Krebszellen in anderen Körperregionen beeinflussen. Sie konnten nachweisen, dass die Bakterienarten Escherichia hirae und Barnesiella intestinihominis den Behandlungserfolg einer Chemotherapie mit Cyclophosphamid bei Patienten mit Lungen- und Ovarialkarzinom deutlich verbessern. Auch Bakterien der Gruppen Bacteroidales und Burkholderiales oder Bifidobacteriales haben einen Einfluss auf die Tumormikroumgebung und unterstützen die Wirksamkeit von Antikörpertherapien gegen Hautkrebs. Dass Darmbakterien auch die körpereigene Immunreaktion gegen Krebszellen ausserhalb des Darms fördern, war bislang unbekannt – und unerwartet.

Quelle: Universität Zürich


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