Gesundheitspolitik | Beiträge ab Seite 99
Gesetz für mehr Prävention und gegen Ärzte-Korruption gescheitert
Die Pläne der Koalition für mehr Gesundheitsvorsorge und einen schärferen Kampf gegen Korruption im Gesundheitswesen sind gescheitert.
Nicht von Kasse abwimmeln lassen - Aufnahme schriftlich beantragen
Eine gesetzliche Krankenkasse darf sich nicht weigern, ein neues Mitglied aufzunehmen. Wollen gesetzlich Versicherter die Kasse wechseln, beantragen sie die Aufnahme in die neue Kasse am besten schriftlich. "Lassen Sie sich auf keine Diskussion ein", rät Stefan Palmowski von der Beratungsstelle Dortmund der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UDP). Das gelte insbesondere, wenn die neue Kasse bei einem ersten telefonischen Kontakt vor Aufnahme Gesundheitsfragen stelle oder die Aufnahme verzögern wolle.
Aktuelles e-Journal von JOURNAL HÄMATOLOGIE
Krankenkassen benachteiligen Alte und Kranke
Alte und kranke Menschen werden in der gesetzlichen Krankenversicherung immer wieder diskriminiert. Das geht aus dem jüngsten Tätigkeitsbericht des Bundesversicherungsamtes hervor, den die Aufsichtsbehörde im Internet veröffentlicht hat. Danach benachteiligen die Kassen Versicherte mit hohem Kostenrisiko oft schon bei der Anwerbung. Daneben habe es aber auch Versuche gegeben, Ältere oder Kranke aus der Kasse herauszudrängen, heißt es in dem Bericht, aus dem zuerst die "Frankfurter Rundschau" (Mittwoch) zitiert hatte.
Pathologen: „Innovationsfeindlichkeit der gesetzlichen Krankenversicherung?“
Es ist eine Grundsatzfrage, die den Bewertungsausschuss von Krankenkassen und Ärzten künftig beschäftigen wird. Wie ist mit der neuen molekularen Medizin umzugehen? Ein interner Streit über die Abrechnungsfähigkeit der Genexpressionsanalyse führt zu einer "Präzisierung" im EBM und de facto zu Leistungsausschlüssen für gesetzlich versicherte Brustkrebspatientinnen. Ab 01.10.2013 wird im EBM die bislang noch erlaubte Abrechnung von Genexpressionstests nicht mehr möglich sein.
Wales führt Widerspruchsregelung bei Organspende ein
In Wales werden künftig alle gesunden Erwachsenen automatisch potenzielle Organspender sein - es sei denn, sie schließen das für sich ausdrücklich aus. Das Regionalparlament in Cardiff fasste am späten Dienstagabend einen entsprechenden Beschluss. Das neue Gesetz soll 2015 in Kraft treten. Bisher müssen Waliser - wie in Deutschland - per Organspendeausweis ausdrücklich ihren Willen zur Spende bekunden, ehe nach ihrem Hirntod ein Organ entnommen werden kann.
Aktuelle Informationen aus der Hämatologie
Wenn die Krankenkasse Nein sagt - Patientenberater schlagen Alarm
Die Krankenkassen kümmern sich vorbildlich um ihre Patienten - zumindest in ihren Hochglanzbroschüren. Tausendfach stoßen ihre Mitarbeiter aber Kranke vor den Kopf und verweigern Leistungen.
diabetesDE: Patienten profitieren von Dapagliflozin
Entgegen der Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses sieht die Patientenvertretung Deutsche Diabetes-Hilfe - Menschen mit Diabetes (DDH-M) für Betroffene einen klaren Zusatznutzen für Dapagliflozin, den ersten Vertreter der neuen Substanzklasse der "SGLT2-Hemmer", die kein eigenes Risiko für Unterzuckerungen mehr aufweisen.
Riesige Studie soll bei Kampf gegen Volkskrankheiten helfen
Mit der bislang wohl größten Gesundheitsstudie Deutschlands soll es besser gelingen, Volkskrankheiten von Millionen Bundesbürgern einzudämmen. Von 2014 an sollen bundesweit mehr als 200.000 Menschen zwischen 20 und 69 Jahren in regelmäßigen Abständen untersucht und befragt werden.
Empfehlungen zur Ausgestaltung der Versorgungskonzeption der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen verabschiedet
Der GKV-Spitzenverband, die Verbände der Krankenkassen auf Bundesebene, die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) haben sich Mitte Juni auf gemeinsame Empfehlungen zur Ausgestaltung der Versorgungskonzeption der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) von Kindern und Jugendlichen verständigt. Die Empfehlungen stellen ein auf die besonderen Belange von Kindern und Jugendlichen gerichtetes konkretisierendes Fachkonzept dar und sollen insoweit den Krankenkassen sowie den SAPV-Teams eine Orientierung zur Versorgungsausrichtung geben.
KfH-Stiftung Nothilfe für Nierenkranke: Spendenaufruf für Flutopfer
Dialysepatienten sind durch ihre Krankheit, ihre Abhängigkeit von den lebenserhaltenden Maschinen und durch den Zwang zur Einhaltung fester Dialysezeiten vielen Einschränkungen unterworfen. Die Flut hat für sie weitere extreme Belastungen mit sich gebracht und viele chronisch nierenkranke Patienten sind dadurch unverschuldet in große wirtschaftliche Not geraten. Hier helfen zu können, ist das Anliegen der KfH-Stiftung Nothilfe für Nierenkranke.
Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca sind über den G-BA-Beschluss zum SGLT-2-Inhibitor Dapagliflozin enttäuscht
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) gab heute bekannt, dass er für das orale Antidiabetikum Forxiga® (Dapagliflozin) keinen Zusatznutzen zur Behandlung von Patienten mit Typ 2 Diabetes im Vergleich zur zweckmäßigen Standardtherapie sieht. Forxiga® ist der erste zugelassene Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse der SGLT-2-Inhibitoren und wirkt insulinunabhängig. Diese Entscheidung kann in Deutschland Auswirkungen auf zahlreiche Patienten haben, die von Dapagliflozin profitieren könnten.
BVMed: „GKV erschwert zunehmend den Zugang zum medizintechnischen Fortschritt“
Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erschwert durch ihre Sparpolitik zunehmend den Zugang zu medizintechnischen Innovationen. Darauf hat der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) mit einer Großinstallation zu Beginn des Hauptstadtkongresses Medizin & Gesundheit (5. bis 7. Juni 2013) in Berlin hingewiesen.
Vertrag mit Pflegeheim: Neue Hotline bietet Beratung an
Verträge mit Pflegeheimen sind oft kompliziert oder enthalten unnötige Kosten. Pflegebedürftige und behinderte Menschen sowie ihre Angehörigen können sich dazu jetzt telefonisch unter der Nummer 01803/66 33 77 beraten lassen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und elf Verbraucherzentralen bieten ab dem 1. Juni in einem neuen Projekt an, Wohn- und Betreuungsverträge unter die Lupe zu nehmen. Das Angebot ist auf zwei Jahre angelegt, teilt das Bundesfamilienministerium mit.
Private Pflegeversicherung muss elektrisches Pflegebett zahlen
Für Pflegebedürftige, die die meiste Zeit ans Bett gefesselt sind, ist ein elektrisches Bett eine Erleichterung. Eigenständiges Aufsetzen wird oft als ein Gewinn von Lebensqualität empfunden. Gleichzeitig entlastet es die Pflegenden. Die private Pflegeversicherung muss daher die Kosten für die Anschaffung eines solchen Pflegebetts übernehmen. Das hat das Bayerische Landessozialgericht entschieden (Az.: L 2 P 66/11), wie die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilt.
Patienten werfen Ärzten Pfusch vor - Gut 23.000 Fehler beklagt
Patienten in Deutschland haben sich im vergangenen Jahr mehr als 23.000 Mal wegen des Verdachts auf fehlerhafte Operationen und Therapien beschwert. So viele Vorwürfe gingen allein bei den Krankenkassen und zuständigen Ärztestellen ein. In knapp einem Drittel der untersuchten Fälle bestätigten die Gutachter den Verdacht auf Ärzte- und andere medizinische Fehler. 3.932 Behandlungsfehler wurden allein von den Gutachtern des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) bestätigt - insgesamt dürfte es weit mehr als 7.000 bestätigte Fehler gegeben haben.
Statistik: Weniger als 2% der Brustentfernungen präventiv
Weniger als zwei Prozent der Brustentfernungen in Deutschland werden vorsorglich gemacht. Das berichtete der AOK Bundesverband am Mittwoch in Berlin mit Verweis auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Danach gab es 2011 bundesweit rund 119.000 Brustentfernungen oder brusterhaltende Operationen.
Mehrheit der Krankenkassen bezahlt Homöopathie beim Arzt
Rund 70% der gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nach Ärzteangaben inzwischen die Behandlungskosten für Homöopathie bei speziell dafür ausgebildeten Medizinern. "Für die Krankenkassen ist das wahrscheinlich ein Marketinginstrument, um sich von der Konkurrenz abzusetzen", sagte die Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), Cornelia Bajic, der Nachrichtenagentur dpa. Viele Patienten wünschten sich homöopathische Verfahren als Ergänzung oder Alternative zur Schulmedizin. 90 der rund 130 gesetzlichen Kassen übernähmen heute die Kosten dafür.
G-BA bewertet Zusatznutzen von Decitabin - Hersteller: „Individuelle Therapiesituation des Patienten zu wenig berücksichtigt“
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat den Beschluss zu Dacogen® (Decitabin) (1) im Rahmen der frühen Nutzenbewertung bekanntgegeben (2). Darin stuft der G-BA das Ausmaß des Zusatznutzens als "gering" ein. Da Dacogen® als Arzneimittel zur Behandlung eines seltenen Leidens im Bereich der Hämato-Onkologie zugelassen ist ("Orphan Drug"), galt der medizinische Zusatznutzen bereits durch die Zulassung als belegt.
Hartmannbund fordert Erhalt der Universitätsmedizin Halle
Mit Blick auf die für morgen geplante Protestveranstaltung gegen die vorgeschlagene Schließung der Universitätsmedizin in Halle fordert der Hartmannbund die Landesregierung von Sachsen-Anhalt auf, von ihren Plänen umgehend Abstand zu nehmen. "Der Plan, die Universitätsmedizin auf Grund fehlender Finanzen zu schließen, ist leichtfertig und lässt keinen Weitblick erkennen", sagt Kristian Otte, Vorsitzender der Medizinstudierenden im Hartmannbund. Die drohende Schließung müsse umgehend überdacht werden, denn ohne die Universitätsmedizin in Halle könne die medizinische Versorgung in der Region auf Dauer nicht gewährleistet werden.
Komplementäre Medizin: Sinnvolle Ergänzung zur klassischen Tumortherapie
Viele Krebspatienten haben das Bedürfnis, selbst einen Beitrag zu ihrem Therapieerfolg zu leisten. Besonders groß ist das Interesse an sog. komplementären Behandlungsmethoden - was auch an der enormen Resonanz auf den Vortrag abzulesen war, den die Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz im April gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse (TK) in Koblenz im April angeboten hatte. "Grundsätzlich begrüßen wir diese Eigeninitiative von Patienten", sagte Referentin Dr. Jutta Hübner, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft. Allerdings sei es angesichts der vielfältigen Tipps, Mittel und Methoden nicht ganz einfach, zwischen wissenschaftlich fundierten und unseriösen Angeboten zu unterscheiden "Im harmlosesten Fall hat man vielleicht viel Geld für ein unwirksames Präparat ausgegeben. Im schlimmsten Fall können aber auch schädliche Neben- bzw. unerwünschte Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten", so die Ärztin weiter.