Sonntag, 13. Juni 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Canakinumab
Canakinumab
 
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
04. März 2021

Personal im Gesundheitswesen vor Burnout

Mit dem dringenden Appell „Jetzt handeln: Personal im Gesundheitswesen vor Burnout!“ wenden sich diverse Fachgesellschaften, Berufsverbände und Stiftungen unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) in ernster Sorge um die hohe Belastung der Gesundheitsfachkräfte durch die Corona-Pandemie an die Politik.
Anzeige:
Venclyxto
„In Anbetracht dieser ununterbrochenen Konfrontation mit Notfallsituationen, teils leidvollem Sterben und Tod ist Entlastung für Gesundheitsfachkräfte durch den Einsatz psychosozialer Fachkräfte in Versor-gungsbereichen mit hoher Belastung unerlässlich.“, so Dipl.-Psych. Urs Münch, Vizepräsident der DGP, Psychologischer Psychotherapeut und Psychoonkologe. Die DGP ruft Fachverbände und -gesellschaften dazu auf, sich dem Appell anzuschließen.

„Die Corona-Pandemie führt in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung zur Überlastung der Gesundheitsfachkräfte. Sie sind seit einem Jahr dauerhaft zahlreichen Stressoren ausgesetzt.“ unterstreicht DGP-Präsidentin Prof. Dr. Claudia Bausewein, die als Direktorin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am LMU Klinikum, Campus Großhadern, erlebt, welche Kraftanstrengung dies täglich für die Teams bedeutet. „Besonders zu schaffen machen den Fachkräften neben dem täglichen Umgang mit Notfällen, Leid, Sterben und Tod die Ausfälle ihrer Kolleginnen und Kollegen durch Covid-19-Erkrankungen oder Quarantäne, die physische und psychische Herausforderung bei der Pflege beatmeter wie nicht beatmeter Covid-19-Erkrankter, das eigene Infektionsrisiko inclusive der Covid-19-Stigmatisierung und der erhöhte Betreuungsaufwand von durch Besuchsverbote vereinsamten Menschen“, betont Heidi Müller, Dipl.-Politologin, Trauerforscherin und Trauerberaterin, Sprecherin der AG Psychosoziale und Spirituelle Versorgung der DGP und Erstautorin des Aufrufs.

Das Problem gilt für alle Arbeitsbereiche: Alten- und Pflegeheime, ambulante Versorgung Schwerstkranker und Kliniken, dort insbesondere auf COVID-19- und Intensivstationen. Die wirt-schaftlichen Kosten der gesundheitlichen Folgen, wie z.B. Posttraumatische Belastungsstörungen oder Depressionen, werden durch Arbeitsausfälle, Behandlungskosten, dauerhaften Personalmangel massiv und hoch ausfallen. Das Rahmenkonzept für den Schutz vor chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren (CBRN) des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe thematisiere zwar psychosoziale Unterstützung für Professionelle in Schadens- und Gefahrenlagen, biete aber keinen Ansatz für eine konkrete Umsetzung.

„Es besteht akuter Bedarf an Entlastung der Gesundheitsfachkräfte!“ so die Unterzeichnenden des Appells, genannt werden insbesondere Pflegende wie auch Ärztinnen und Ärzte. Da strukturelle Schwachstellen wie der Mangel an Pflegekräften so schnell nicht behoben werden können, muss dies vorrangig durch psychologische, psychotherapeutische, soziale und spirituelle Unterstützung Schwerstkranker, deren An- und Zugehöriger wie auch pflegender Angehöriger geschehen. Unumgänglich ist außerdem präventive Hilfe für betroffene Gesundheitsfachkräfte, Schwerstkranke und deren An- und Zugehörige, auch, um Folgekosten durch langwierige psychische Störungen und deren Behandlungen zu reduzieren.

„Wir fordern Sie auf, eine Lösung zur Entlastung der von COVID-19 besonders betroffenen Bereiche der Gesundheitsversorgung zu finden, die auch den Grundsätzen des Rahmenkonzepts des CBRN-Schutzes für eine Pandemie entspricht.“ Es sei dringend dafür zu sorgen, dass die von COVID-19 besonders betroffenen Bereiche der Gesundheitsversorgung mit zusätzlichen Fachkräften aus der Psychologie, Psychotherapie, Neuropsychologie, Sozialarbeit und Spiritual Care bzw. Seelsorge gestärkt werden, appellieren die unterzeichnenden Fachgesellschaften und Berufsverbände.

Kurzfristig profitieren könnten COVID-19-Stationen und Intensivstationen in den Kliniken, Alten- und Pflegeheimen und die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV). Mittel- und langfristig braucht es zum Schutz der durch eine Pandemie besonders belasteten Gesundheitsfachkräfte im Sinne des Rahmenkonzepts für den CBRN-Schutz ein nachhaltiges Konzept, das letztlich die psychische Gesundheit aller im Gesundheitssystem durch die Pandemie besonders belasteten Personengruppen sowohl aus ethisch-moralischer als auch aus volkswirtschaftlicher Perspektive gewährleistet.  Die Unterzeichnenden stellen ihre Expertise gerne beratend zur Verfügung.

Die Initiative zum Appell hat die DGP als wissenschaftliche Fachgesellschaft mit über 6.000 Mitgliedern aus der Hospiz- und Palliativversorgung ergriffen, „weil wir aus unserer Erfahrung um den wirksamen Effekt multiprofessionellen Arbeitens und der regelhaften Einbeziehung psychosozialer und spiritueller Fachkräfte wissen“, so Susanne Kiepke-Ziemes, Dipl.-Sozialarbeiterin und Systemische Therapeutin, ebenfalls Sprecherin der AG Psychosoziale und Spirituelle Versorgung der DGP und Mitautorin des Aufrufs.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e. V.


Anzeige:
Kyprolis
Das könnte Sie auch interessieren
Hautkrebsreport: Nur jeder Sechste geht zur Früherkennung
Hautkrebsreport%3A+Nur+jeder+Sechste+geht+zur+Fr%C3%BCherkennung
© Alexander Raths / fotolia.com

Hautkrebs ist mit 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bei jeder siebten Erkrankung handelt es sich um ein sogenanntes malignes Melanom, den gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Allein in Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2017 9.907 gesetzlich Krankenversicherte vom schwarzen Hautkrebs betroffen. Die häufigsten Erkrankungsfälle wurden in Hessen, Niedersachsen und Thüringen...

Startschuss für den Regensburger Leukämielauf 2017: Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer übernimmt Schirmherrschaft und die Kapelle Josef Menzl beginnt Training
Startschuss+fu%CC%88r+den+Regensburger+Leuk%C3%A4mielauf+2017%3A+Bu%CC%88rgermeisterin+Gertrud+Maltz-Schwarzfischer+u%CC%88bernimmt+Schirmherrschaft+und+die+Kapelle+Josef+Menzl+beginnt+Training
© ivanko80 / Fotolia.com

Vor der Kulisse des Alten Rathauses wurde gestern (26.06.) Bürgermeisterin Gertrud Maltz- Schwarzfischer das erste Laufshirt des Regensburger Leukämielaufes 2017 von Professor Dr. Reinhard Andreesen, Vorsitzender der Leukämiehilfe Ostbayern e.V., überreicht. Mit der Übergabe des Laufshirts an das Stadtoberhaupt startet traditionell der Countdown zum größten Benefizlauf in Ostbayern, der in diesem Jahr am 15....

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Personal im Gesundheitswesen vor Burnout"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.