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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
04. November 2016

Freie Ärzteschaft gegen ambulante Kodierrichtlinien

Die Freie Ärzteschaft (FÄ) spricht sich klar gegen die Einführung ambulanter Kodierrichtlinien aus. "Eine Verschärfung der Diagnosekodierungen führt zu noch mehr Bürokratie in den Arztpraxen und rückt die Behandlung der Patienten immer weiter in den Hintergrund", sagte FÄ-Vorsitzender Wieland Dietrich am Freitag in Essen. "Das wollen die Ärzte nicht und haben deshalb bereits 2011 die Einführung solcher Richtlinien gestoppt."

Diese waren damals schon an den Tests gescheitert. Dabei hatte sich herausgestellt, dass zum Beispiel jeder Hausarzt täglich 30 bis 60 Minuten unbezahlte Kodierarbeit für die Kassen leisten müsste. Im Zuge der aktuellen Diskussionen um den Morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich - kurz Morbi-RSA - plädiert der Vorsitzende des AOK-Bundesverbandes Martin Litsch nun trotzdem dafür, die ambulanten Kodierrichtlinien wieder auferstehen zu lassen.

"Eine Einführung dieses Bürokratiemonstrums würde noch mehr Ärztinnen und Ärzte davon abhalten, eine Praxis zu übernehmen - damit schafft man bundesweit Arztpraxen ab, weil die Nachfolger fehlen", erläutert Dr. Silke Lüder, FÄ-Vizevorsitzende und Fachärztin für Allgemeinmedizin in Hamburg. FÄ-Chef Dietrich betont zudem: "Ärztetage, Ärztekammern und Kassenärztliche Vereinigungen haben in den vergangenen Jahren mehrfach beschlossen, Bürokratie abzubauen. Im Sinne der Patientenbetreuung muss Bürokratie so klein wie möglich gehalten werden. Mehr Kodierungen bedeuten aber das Gegenteil: den Ausbau der Bürokratie." Die Diagnosekodierung sei zudem keine originäre ärztliche Aufgabe und nütze allein den Krankenkassen, deren Geldzuweisungen aus dem Gesundheitsfonds an Diagnosen hängen.

Dietrich ist sich sicher, dass die  Ablehnung von ambulanten Kodierrichtlinien unter den Ärzten nach wie vor groß ist. "Niemand will noch mehr Bürokratie in der Praxis haben. Die Praxen haben auch kein zusätzliches Personal für solche Tätigkeiten wie die Kliniken mit den Medizinischen Kodierassistenten. Und nicht zuletzt ist es absurd, mit den mickrigen ambulanten ärztlichen Honoraren von etwa 15 bis 45 Euro pro Patient im Quartal noch zusätzliche Bürokratie  zu finanzieren. Dies würde die Behandlung der Patienten weiter verschlechtern."

Quelle: Freie Ärzteschaft e.V.


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