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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
21. August 2017

Ärztekammer Niedersachsen: Freistellung und Anerkennung für humanitäre Hilfseinsätze von Ärzten regeln

Kriege und Krisen sind nicht nur eine ständige politische Herausforderung. Um wirkungsvoll humanitäre Hilfe zu leisten, ist es nötig, dass in ausreichendem Maße kompetente Helfer – nicht zuletzt Ärztinnen und Ärzte – zur Verfügung stehen.
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Für fest oder in Teilzeit angestellte Ärztinnen und Ärzte in Medizinischen Versorgungszentren oder Kliniken fehlt allerdings eine rechtliche Grundlage, die ihnen – ähnlich wie Wehrpflichtigen oder Personen, die Erziehungsurlaub in Anspruch nehmen – ihren Arbeitsplatz während eines Hilfseinsatzes und danach ebenso garantiert wie die Freistellung vom Dienst für die Dauer des Einsatzes.

Die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) unterstützt die Bemühungen, in die jeweiligen tarifvertraglichen Regelungen – wie den TV-Ärzte/VKA –, einen Anspruch für angestellte Ärztinnen und Ärzte, Sonderurlaub für humanitäre Hilfseinsätze zu erhalten, aufzunehmen und hofft, dass die Tarifvertragsparteien sich zügig auf eine Anpassung der Tarifverträge verständigen.

Kammer-Präsidentin Dr. med. Martina Wenker: "Den Schwächsten und am meisten Gefährdeten zu helfen – dieser Vorsatz entspricht den Gedanken des hippokratischen Eides. Deswegen ist es für Ärztinnen und Ärzte geradezu selbstverständlich, in der Humanitären Hilfe aktiv zu werden. Die Steine, die Helfern im Wege liegen, müssen wir entschlossen beiseiteschaffen."

Die ÄKN hat mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) deshalb früh vereinbart, dass im Bundesland niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten die Teilnahme an mehr als drei Monate dauernden humanitären Hilfseinsätzen regelhaft auf Antrag genehmigt wird.

Die Anerkennung von humanitären Hilfseinsätzen auf die ärztliche Weiterbildung hat die ÄKN gleichfalls geregelt: Sie ist nach § 10 Anerkennung gleichwertiger Weiterbildung der Weiterbildungsordnung auf Antrag möglich.

Hintergrund

Zahlreiche niedersächsische Ärztinnen und Ärzte sind in aller Welt bei Krisen und Katastrophen als Humanitäre Helfer aktiv. Sollen die Bedingungen in den Heimatländern von Flüchtlingen nachhaltig entwickelt werden, kommt diesem Engagement in Zukunft besondere Bedeutung zu - nicht nur in den Ländern der so genannten "Dritten Welt", sondern zunehmend auch in den weniger entwickelten Regionen Europas.

Die Ärztekammer Niedersachsen unterstützt ausdrücklich das Engagement niedersächsischer Ärztinnen und Ärzte in der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit und will dementsprechend Initiativen sowohl informell als auch durch ihren aktiven Einsatz für verbesserte Einsatzmöglichkeiten fördern. Sie tut dies mittels ihres Arbeitskreises Humanitäre Hilfe und dessen Aktivitäten, eine kontinuierliche Berichterstattung über entsprechende Einsätze sowie durch die diesbezügliche Einwirkung auf die politischen Entscheidungsträger.

Quelle: Ärztekammer Niedersachsen


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