Lungenkarzinom
PD Dr. med. Nikolaj FrostJedes Jahr erkranken in Deutschland rund 60.000 Menschen an Lungenkrebs. Aktuell verändern Früherkennung, molekulare Diagnostik und innovative Therapiekonzepte das Management des Lungenkarzinoms grundlegend.
PD Dr. med. Nikolaj Frost
Ein Baustein ist auch das seit dem 1. April erstattungsfähige Lungenkrebs-Screening für die Hochrisiko-Gruppe der starken Raucher:innen mit 15 Packungsjahren, auf das 5,5 Millionen Menschen in Deutschland einen Anspruch haben.
Die personalisierte Medizin hat die Therapielandschaft des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) revolutioniert. Molekularpathologische Charakterisierungen ermöglichen heute zielgerichtete Erstlinientherapien bei EGFR-, ALK-, ROS1- und RET-alterierten Tumoren. Dr. Niklas Hörsting und Dr. Marcel Wiesweg analysieren das BRAF-mutierte NSCLC als Entität, bei der sowohl Targeted Therapy als auch (Chemo-)Immuntherapie wirksam sind. Dr. Lea Ruge und Kolleg:innen fokussieren auf Fortschritte bei KRAS-mutierten NSCLC-Patient:innen, während Dr. Anna Kron et al. mit einer White-Spot-Analyse Versorgungslücken in der personalisierten Lungenkrebstherapie in Deutschland identifizieren.
PD Dr. Seyer Safi und Kollegen präsentieren eine Validierungsstudie zu Interleukin-1β als Biomarker für die adjuvante Chemotherapie beim komplett resezierten Lungenadenokarzinom.
Die Immuncheckpoint-Inhibition hat die Prognose vieler Patient:innen deutlich verbessert. Dr. Lena-Maria Löwer-Kiem und Kollegen beleuchten die Beurteilung des pathologischen Ansprechens nach Chemoimmuntherapie mittels pathologischer Aufarbeitung neoadjuvanter Lungenresektate und PD-L1 als prädiktivem Biomarker.
Immuncheckpoint-Inhibitoren verfügen über eine zeitlich unlimitierte Zulassung. In meinem Beitrag stelle ich Konzepte zur strukturierten Immuntherapie-Deeskalation vor. Die Leitfrage ist folgende: Wie lange sollte eine Immuntherapie bei anhaltendem Ansprechen fortgeführt werden? Kann die Antwort „unbegrenzt“ lauten, trotz fehlender Evidenz, Langzeittoxizität und hoher Kosten? Die Daten sprechen dafür, dass eine strukturierte, PET/CT-gestützte Deeskalationsstrategie eine sichere und rationale Alternative darstellen kann.
Stephan Trainer und seine Mitarbeitenden widmen sich dem Pancoast-Tumor, bei dem eine mögliche Tumorinfiltration von Brustwand, Wirbelkörpern, Gefäßen und Plexus brachialis die Kenntnis verschiedener operativer Zugänge erfordert. Mit diesem Beitrag können Sie 2 CME-Punkte erarbeiten. Prof. Dr. Dr. Roland Ullrich et al. untersuchen die HER2-Blockade als vielversprechenden Ansatz zur Überwindung von Immuntherapieresistenzen beim kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC).
Eine aufschlussreiche Lektüre wünscht Ihnen