Journal Onkologie
Editorial
Prof. Dr. Ines Gockel

Prof. Dr. Ines Gockel

Die multimodale Therapie stellt heute den Therapiestandard beim Ösophaguskarzinom dar. Anastomosen­insuffizienzen nach Ösophagektomien zählen mit einer Inzidenz zwischen 8% und 19% zu den schwerwiegendsten postoperativen Komplikationen, berichten Dr. Alissa Jell und Kolleg:innen. Dr. Franziska Renger et al. präsentieren eine andere funktionelle Komplikation nach Ösophagusresektion mit Rekonstruktion durch einen Magenschlauch, nämlich die verzögerte Schlauchmagenentleerung.

Die Gesamtinzidenz des Magenkarzinoms in westlichen Ländern ist rückläufig, gleichzeitig haben sich die Tumorlokalisationen von distal nach proximal verlagert, hin zu deutlich mehr Adenokarzinomen des ösophagogastralen Übergangs. Mein Team (Lucien Cron, PD Dr. med. Jennifer Klasen et al.) und ich berichten in unserem Beitrag den State-of-the-art des Magenkarzinoms, bei dem frühe Tumorstadien mittels Chirurgie oft heilbar sind. Bei lokal fortgeschrittenen Tumoren verbessert die perioperative Chemotherapie das Überleben, ergänzt durch Immuncheckpoint-Inhibitoren. Mit diesem Artikel können Sie 2 CME-Punkte erwerben.

Mikrosatelliteninstabilität und tumorinfiltrierende Lymphozyten sind etablierte Prognosefaktoren beim CRC. Im Interview gehen Prof. Dr. Michael Hoffmeister und Dr. Durgesh Wankhede auf differenzierte Subtypen ein.

Das cholangiozelluläre Karzinom ist ein seltener Tumor, dessen Inzidenz und Mortalität weltweit jedoch kontinuierlich zunehmen. Die molekularen Profile unterscheiden sich je nach Lokalisation (intrahepatisch, extrahepatisch oder in der Gallenblase). Dr. Melanie Bathon, Prof. Dr. Arndt Vogel und PD Dr. Anna Saborowski erläutern neue Erkenntnisse zur personalisierten Therapie bei dieser Tumor­entität.

Inga Pabst berichtet über den Plan des Bundesforschungsministeriums, in den kommenden 2 Jahren Projekte zu fördern, die interaktive KI-Technologien zur Verbesserung der Präzisionschirurgie bei Krebserkrankungen entwickeln. Molekulare Analysen identifizieren heute häufig Veränderungen, für die es noch keine zugelassene Therapie gibt. Dr. Ina Pretzell gibt im Interview einen Einblick in die praktische Arbeit eines standortübergreifenden Molekularen Tumorboards – einem zentralen Instrument der Präzisionsonkologie. 

Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre mit wertvollen Impulsen für Ihre tägliche Arbeit!

Mit herzlichen Grüßen,

Ihre Prof. Dr. Ines Gockel