Prof. Dr. med. Joachim Diessner
Beiträge von Prof. Dr. med. Joachim Diessner
Ovarialkarzinom
10 Min|
Therapeutischer Standard: PARPi in der Erstlinientherapie beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom
Das Ovarialkarzinom ist nach dem Mammakarzinom die zweithäufigste gynäkologische Krebserkrankung in Deutschland und wird bei ca. 75% der Patientinnen erst spät diagnostiziert [1]. Auch in den FIGO-Stadien III/IV bleiben Betroffene häufig lange asymptomatisch. Mögliche Beschwerden wie Völlegefühl oder Blähungen sind unspezifisch, was eine frühzeitige Diagnose erschwert. Trotz Fortschritten in der operativen und systemischen Therapie bleibt die Prognose mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von etwa 43% weiterhin ungünstig. Der aktuelle Therapiestandard in der Erstlinie (1L) des fortgeschrittenen serösen Ovarialkarzinoms umfasst nach primärer Operation eine Platin-basierte Chemotherapie [1-3]. Bei Patientinnen mit vollständiger oder partieller Remission wird anschließend eine Erhaltungstherapie mit einem Poly(ADP-Ribose)-Polymerase-(PARP)-Inhibitor (PARPi) und/oder Bevacizumab (Bev) empfohlen [1, 4, 5]. Die Auswahl der Erhaltungstherapie erfolgt unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren, darunter patientenindividuelle Charakteristika, Komorbiditäten, potenzielle Arzneimittelinteraktionen sowie insbesondere die Ergebnisse molekulargenetischer Testung [1]. Dennoch zeigen Versorgungsdaten, dass etwa 20% der hierfür geeigneten Patientinnen keine Erhaltungstherapie erhalten [6]. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über die aktuellen evidenzbasierten Therapieempfehlungen beim fortgeschrittenen serösen Ovarialkarzinom, erläutert die zentralen Entscheidungsfaktoren und beleuchtet die gegenwärtige Versorgungssituation in Deutschland.
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Ovarialkarzinom
16 Min|
Rezidivtherapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms
Welcher PARP-Inhibitor für welche Patientin? – Eine Orientierungshilfe für die Praxis
Die Erhaltungstherapie mit PARP-Inhibitoren (PARPi) ist beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom (OC) Standard. In der Rezidivsituation sind aktuell Olaparib, Niraparib und Rucaparib zugelassen (1-3). Aufgrund der ähnlichen Wirksamkeit ist es in der Praxis möglicherweise schwierig, den geeigneten PARPi auszuwählen. Jedoch gibt es Unterschiede bei anderen Kriterien, die relevant sein können. Ziel dieses Artikels ist es, eine einfache und übersichtliche, Evidenz-basierte Orientierungshilfe für den klinischen Alltag vorzulegen, die es erlaubt, zwischen den PARPi besser zu differenzieren. Dabei wurde sowohl die Sichtweise von niedergelassenen und klinischen Fachspezialist:innen als auch die Expertise aus dem Bereich der Gynäkoonkologie und internistischen Onkologie berücksichtigt. Wir möchten unseren Fachkolleg:innen damit eine Unterstützung an die Hand geben, mit der die Therapiestrategie für die einzelne Patientin optimiert werden kann.
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