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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
31. Mai 2017

Venetoclax: Wann und wie einsetzen?

Seit kurzem steht mit Venetoclax (Venclyxto®) in Europa eine neue Therapiemöglichkeit bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) zur Verfügung. Mit dem BCL-2-Inhibitor kann erstmals eine Behandlungslücke bei den Patienten geschlossen werden, für die eine Behandlung mit Inhibitoren des B-Zell-Rezeptor-Signalwegs (BCRi) keine Therapieoption (mehr) darstellt.
Venetoclax ist zum einen als Monotherapie bei Erwachsenen mit CLL zugelassen, die eine 17p-Deletion oder TP53-Mutation aufweisen und die für eine Behandlung mit einem Inhibitor des B-Zell-Rezeptor-Signalwegs (BCRi) nicht geeignet sind oder ein Therapieversagen zeigten (1). Zum anderen ist Venetoclax als Monotherapie auch bei Patienten ohne vorliegende 17p-Deletion oder TP53-Mutation indiziert, wenn sowohl unter einer Chemo-Immuntherapie als auch unter einem BCRi ein Therapieversagen auftrat. Aus der Zulassung ergeben sich folgende Einsatzmöglichkeiten für den BCL-2-Inhibitor (Abb. 1): Liegt keine 17p-Deletion oder TP53-Mutation vor, kann Venetoclax bei Patienten mit rezidivierender bzw. refraktärer (R/R) CLL nach erfolgter Chemo-Immuntherapie und BCRi-Behandlung wie Ibrutinib und Idelalisib eingesetzt werden (3rd Line). Liegt eine 17p-Deletion oder TP53-Mutation vor, muss zwischen Patienten unterschieden werden, die für eine Therapie mit BCRi geeignet bzw. die ungeeignet sind. Bei BCRi-geeigneten Patienten kann Venetoclax entweder nach versagter Chemo-Immuntherapie und BCRi-Behandlung (3rd Line) oder nur nach BCRi-Behandlung (2nd Line) gegeben werden. Bei BCRi-ungeeigneten Patienten kann Venetoclax sowohl nach erfolgter Chemo-Immuntherapie (2nd Line) oder auch direkt als Firstline-Therapie eingesetzt werden.

Um die Tumorlast schrittweise zu verringern und so einem Tumorlysesyndrom vorzubeugen, wird Venetoclax initial über 5 Wochen aufdosiert. Die jeweilige tägliche Dosis über 7 Tage wird schrittweise erhöht (20 mg, 50 mg, 100 mg, 200 mg und 400 mg), im Anschluss an die Aufdosierungsphase beträgt die tägliche Dosis Venetoclax 400 mg.

 
Abb.1: Zulassung von Venetoclax als Therapieoption bei CLL (mod. nach (1)).
Lupe
Zulassung von Venetoclax als Therapieoption bei CLL



Die Sicherheit von Venetoclax wurde auf Basis gepoolter Daten von 296 Patienten aus 2 Phase-II- und einer Phase-I-Studie bewertet. Alle Patienten waren vorbehandelt, darunter 188 Patienten mit 17p-Deletion und 92 Patienten, bei denen ein B-Zell-Rezeptor-Inhibitor versagt hatte. Die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 20% aller Patienten betreffend, alle Grade) waren Neutropenie/reduzierte Neutrophilenzahl, Durchfall, Übelkeit, Anämie, Infektionen der oberen Atemwege, Fatigue, Hyperphosphatämie, Erbrechen und Obstipation. Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen ­(≥ 2%) waren Lungenentzündung, febrile Neutropenie und Tumorlysesyndrom (1).

Die komplette Pressemitteilung können Sie hier lesen.
 

Quelle: AbbVie Deutschland

Literatur:

1. Fachinformation Venclyxto®; Dezember 2016.


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