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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. April 2020
Seite 1/4
Therapien für Myelom-Patienten im Wandel der Zeit – Studien der GMMG-Studiengruppe

B. Handrick1, A. Angerer2, H. Goldschmidt3. 1GMMG Studiensekretariat, Sektion Multiples Myelom, Medizinische Klinik V, Universitätsklinikum Heidelberg, 2Sektion Multiples Myelom, Medizinische Klinik V, Universitätsklinikum Heidelberg, 3Sektion Multiples Myelom, Medizinische Klinik V, Universitätsklinikum Heidelberg und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT)

Die German Speaking Myeloma Multicenter Group (GMMG-Studiengruppe) führt seit ihrer Gründung 1996 innerhalb eines deutschlandweiten Netzwerks und internationaler Kooperation akademische Phase-II- und -III-Studien für Patienten mit Multiplem Myelom (MM) durch. Im Rahmen von forschungsinitiierten Studien („Investigator Initiated Trials“ (IITs)) wurden durch die GMMG überwiegend Studien zur Hochdosischemotherapie (HDT) mit anschließender autologer Blutstammzelltransplantation (HDT/autoSCT) unter der Einbindung von neuen Medikamenten (Thalidomid, Lenalidomid, Bortezomib) realisiert (GMMG-HD1 bis GMMG-MM5). Diese klinischen Studien verbesserten den Zugang der Patienten zu neuen Medikamenten.
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Ergebnisse der GMMG-HD4/-HOVON65-Studie wurden durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) begutachtet und als wichtig eingestuft, sodass eine Bortezomib-haltige Induktionstherapie als Standard in Deutschland frühzeitig anerkannt wurde. Darüber hinaus konnten die Langzeitdaten dieser Studie zeigen (nach 137 Monaten), dass eine Bortezomib-basierte Induktions- und Erhaltungstherapie bei MM-Patienten, die für eine Transplantation geeignet sind, den negativen prognostischen Einfluss einer Nierenfunktionsstörung oder einer del17p reduziert.
 
Die GMMG-MM5-Studie lieferte die Erkenntnis, dass eine Induktionstherapie mit dem VCD (Bortezomib, Cyclophosphamid, Dexamethason)-Regime hinsichtlich der Wirksamkeit (Erreichen einer Very Good Partial Response (VGPR) oder besser) vergleichbar mit PAd (Bortezomib, Doxorubicin, Dexamethason) ist, allerdings ein günstigeres Toxizitätsprofil hat. Daher ist eine Induktionstherapie mit VCD einer Therapie mit PAd vorzuziehen. In beiden Induktionstherapien (PAd und VCD) wurde für die subkutane (s.c.) Applikation eine bessere Verträglichkeit im Vergleich zu einer intravenösen (i.v.) Applikation beobachtet, während die Gesamtansprechraten vergleichbar waren. Weiterhin konnte in der GMMG-MM5-Studie gezeigt werden, dass Patienten von einer fortführenden Lenalidomid-Erhaltungstherapie auch nach Erreichen einer kompletten Remission (CR) weiter profitieren (Lenalidomid für 2 Jahre). Diese Erhaltungstherapie-Strategie erwies sich gegenüber einem remissionsadaptierten Ansatz (Lenalidomid bis Erreichen einer CR) als überlegen.
 
Seit 10 Jahren setzt sich die GMMG-Studiengruppe auch für eine Verbesserung der Therapieoptionen für Rezidivpatienten ein (GMMG-ReLApsE-, GMMG-PERSPECTIVE-, GMMG-DANTE- und GMMG-BIRMA-Studie).
 
 
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