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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
15. Dezember 2020
Seite 1/2

CME – Teil 2: Sarkome – Der Einsatz von Liquid Biopsy

J. Kiefer1, D. Braig1,2, G. B. Stark1, S. U. Eisenhardt1. 1Klinik für Plastische und Handchirurgie, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 2Klinik für Hand-, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Klinikum der Universität München, LMU München
Knochen- und Weichgewebssarkome sind maligne Tumoren mesenchymalen Ursprungs, die vergleichsweise selten sind und überwiegend dem Stütz- und Bindegewebe entstammen. Sarkome sind für ca. 15% der pädiatrischen und 1% der adulten Krebserkrankungen verantwortlich. Bei etwa der Hälfte der Patienten mit Sarkomen treten lokale Rezidive oder Metastasen auf und etwa ein Drittel verstirbt innerhalb der ersten 10 Jahre nach Diagnosestellung. Die Heterogenität und Diversität somatischer Veränderungen bei Sarkomen stellt generell eine Herausforderung für Nachweisverfahren dar. Da die Liquid Biopsy ein wichtiger Schritt bei der personalisierten Therapie von Tumoren am Bewegungsapparat ist, werden in diesem Beitrag das analytische Potenzial von Liquid Biopsies bei Sarkomen sowie klinische Ansätze in Diagnostik und Therapie erörtert.
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Diagnostik von Sarkomen

Die Diagnostik und Klassifikation von Sarkomen basiert klassischerweise auf histologischen und molekulargenetischen Untersuchungen des Tumorgewebes. Eine wiederholte Probengewinnung ist aufgrund der Invasivität der konventionell chirurgischen Gewebeentnahmen i.d.R. nicht möglich und kann bedingt durch die Heterogenität vieler Sarkomsubtypen diese zum Teil nicht erfassen und damit zu einer Verzögerung der Diagnose führen. Zudem existieren bisher keine Biomarker in der klinischen Routine zur Diagnostik und Tumornachsorge von Knochen- und Weichgewebssarkomen. Im Rahmen der Liquid Biopsy werden verschiedene Komponenten des Tumors, die durch Zellzerfall in die Blutzirkulation freigegeben werden, analysiert, wie z.B. tumorspezifische DNA (circulating tumor DNA; ctDNA), zirkulierende Tumorzellen (circulating tumor cells; CTCs), zirkulierende RNA oder extrazelluläre Mikrovesikel.
 
Der Nachweis von CTCs ist bereits bei mehreren Sarkomentitäten gelungen. Aufgrund der Seltenheit von CTCs und der damit notwendigen hohen Blutvolumina eignet sich die Detektion von CTCs jedoch nur bedingt für diagnostische Zwecke. Auch der Nachweis zirkulierender, tumorspezifischer mRNA in Mikrovesikeln bei Sarkom-Patienten scheint in Anbetracht der geringen Stabilität von mRNA für die Diagnostik problematisch. DNA bietet im Gegensatz dazu aufgrund ihrer chemischen Stabilität sowohl für die Präanalytik als auch Analytik viele Vorteile und wird als Nachweisverfahren in der nicht-invasiven Tumordiagnostik in den letzten Jahren zunehmend favorisiert.
 
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