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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
26. März 2021

Prostatakarzinom: PSMA-bindende Wirkstoffe in Diagnostik und Therapie

Pressemitteilung
PSMA-bindende Wirkstoffe docken spezifisch an Prostatakrebszellen an. Gekoppelt an diagnostische oder therapeutische Radionuklide können sie die Diagnostik und die Behandlung von Prostatakrebs verbessern. Wissenschaftler untersuchten erstmals, wie diese Wirkstoffe von der Zelle aufgenommen und intrazellulär verteilt werden. Darüber hinaus zeigte ein erster klinischer Einsatz, dass hybride PSMA-bindende Wirkstoffe, die sowohl ein diagnostisches Radionuklid als auch einen Fluoreszenzfarbstoff beinhalten, geeignet sind, Prostatakrebs sowohl vor als auch während der Operation sichtbar zu machen (1).
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PSMA, das Prostata-spezifische Membran-Antigen, ist in geringen Mengen auf der Oberfläche gesunder Prostatazellen vorhanden, sehr viel mehr aber auf Prostatakrebszellen. Im übrigen Körper kommt das Protein kaum vor. PSMA ist deshalb ein idealer Marker für die Diagnostik von Prostatakrebs und zugleich auch eine geeignete Zielstruktur für spezifische Therapien gegen die Erkrankung. „Mit Radionuklid-gekoppelten Wirkstoffen lassen sich Krebszellen von innen heraus bestrahlen“, erklärte Ann-Christin Eder, Universitätsklinikum Freiburg. „Damit das funktioniert, müssen die PSMA-bindenden Wirkstoffe zunächst in die Krebszelle aufgenommen werden und möglichst lange darin verbleiben.“ Nanometer-genaue Einblicke in lebende Zellen, um die Verteilung der Wirkstoffe in der Zelle präzise analysieren zu können, erlaubt die STED-Mikroskopie, für die Stefan Hell, damals DKFZ und Max-Planck-Gesellschaft, 2014 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Die wichtigste Erkenntnis der Forscher war, dass die PSMA-bindenden Wirkstoffe lange in den Prostatakrebszellen verblieben und sich dort im Laufe der Zeit immer mehr anreicherten. Durch ihre radioaktive Markierung dienen sie als „Tracer“, über die der Tumor und seine Metastasen mit einer Kombination aus Positronenemissionstomographie (PET) und Computertomographie (CT) lokalisiert werden kann. Diese nicht-invasive Bildgebung kann zur Strahlungs- und zur Operationsplanung genutzt werden. Während der Operation hilft dann der an das Pharmakon gekoppelte Fluoreszenzfarbstoff dem Chirurgen, zwischen bösartigem und gesundem Gewebe zu unterscheiden, sodass er den Tumor präzise entfernen kann. Dieser Ansatz, der Prostatakrebs vor und während der Operation sichtbar macht, wurde kürzlich erstmals mit dem von Eder und ihrem Team entwickelten hybriden Wirkstoff PSMA-914 bei einem Patienten mit aggressivem Prostatakrebs an den Kliniken für Nuklearmedizin und Urologie in Freiburg erfolgreich erprobt (2).

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

Literatur:

(1) Matthias J et al. Cancer Res 2021, DOI: 10.1158/0008-5472.CAN-20-1624.
(2) Eder AC et al. Eur J Nucl Med Mol Imaging 2021, DOI: 10.1007/s00259-020-05184-0.


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