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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
26. März 2021

Präzisionsonkologie am Beispiel des EGFR-mutierten NSCLC

Dank der molekularen Testung können bei einer Vielzahl von Tumorentitäten Patienten mit zielgerichteten Medikamenten passgenau behandelt werden. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Lungenkrebs. In der Versorgungsrealität wird dies aber noch nicht immer umfassend angewandt. Einen Ansatz, um Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs einen Zugang zu molekularer Diagnostik und innovativen Therapien zu ermöglichen, bietet der Zusammenschluss von 15 universitären Krebszentren im „nationalen Netzwerk Genomische Medizin (nNGM) Lungenkrebs“. Darüber hinaus gibt es entitätsübergreifend auch die Zentren für personalisierte Medizin (ZPM) in Baden-Württemberg, die bisher allerdings nur für Patienten aus dem Bundesland zugänglich sind. 
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„Während etwa die Chemotherapie die Zellen in früheren Zeiten komplett bearbeitet hat, behandeln wir heute mit zielgerichteten Medikamenten sehr viel feinfühliger“, erklärte Dr. Johannes Bruns, Berlin. Trotz der Verfügbarkeit werden Biomarkertests aber nur bei einem Teil der Patienten eingesetzt. „Nach nihilistischer Therapie noch vor 20 Jahren hat sich gerade das Lungenkarzinom zu einem Paradebeispiel für die Möglichkeiten der Präzisionsonkologie entwickelt“, sagte Prof. Dr. Christian Grohé, Berlin. Wo es vor Jahren nur eine Platin-haltige Doublette gab, präsentieren sich die verschiedenen modernen Therapieansätze quasi als schwer verständliches „Wimmelbild“. Eine große strukturelle Herausforderung werde darin bestehen, allen Patienten abhängig von ihrem Allgemeinzustand die entsprechende Therapie auch zukommen zu lassen, so Grohé. Eine Domäne der neuen und v.a. der zielgerichteten Medikamente war bisher die fortgeschrittene Erkrankung. Dies hat sich mittlerweile geändert, sodass es auch für die frühen Stadien Ansätze gibt, von denen Patienten profitieren. In der RELAY-Studie etwa haben therapie­naive Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) und einer EGFR-Mutation besonders profitiert, wenn sie zu dem Tyrosinkinase-Inhibitor Erlotinib zusätzlich den monoklonalen IgG1-Antikörper Ramucirumab (Cyramza®), der gegen den VEGF-Rezeptor gerichtet ist, erhalten haben (1). Dies setzt voraus, dass diese Patienten systematisch erfasst werden. Durch den Zusammenschluss der großen Lungenkarzinomzentren in Deutschland bietet sich für die Patienten die Chance auf eine bessere Langzeitprognose.

Martin Bischoff

Quelle: Symposium „Präzisionsonkologie: Die Zukunft ist schon da! Kommt sie auch beim Patienten an?“, anlässlich des virtuellen Kongresses des Bundes­verbandes Managed Care (BMC), 20.01.2021; Veranstalter: Lilly

Literatur:

(1) Nakagawa K et al. Lancet Oncol 2019;20: 1655-69.


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