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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
31. Mai 2016

Plattenepithelkarzinom der Lunge: Necitumumab – neue zielgerichtete Option für die Erstlinienbehandlung

Beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) werden das Adenokarzinom und das Plattenepithelkarzinom histologisch unterschieden. Aufgrund verschiedener molekularer Eigenschaften stehen auch diverse Therapieoptionen zur Verfügung. Beim Plattenepithelkarzinom wurde mit Necitumumab (Portrazza®) nun die erste zielgerichtete Therapie für die Erstlinien-Situation zugelassen. Basis dafür war die Phase-III-Studie SQUIRE.
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In der SQUIRE-Studie erhielten 1.093 Therapie-naive Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom der Lunge randomisiert Necitumumab (800 mg, d1+8, q3w) in Kombination mit Gemcitabin (1.250 mg/m2, d1+8, q3w) und Cisplatin (75 mg/m2, d1, q3w) oder die alleinige Chemotherapie (1). Nach 6 Zyklen wurde die Therapie mit Necitumumab als Monotherapie bis Tumorprogress oder nicht tolerierbarer Toxizität weitergeführt. Primärer Studienendpunkt war das Gesamtüberleben (OS), sekundäre Endpunkte das progressionsfreie Überleben (PFS), die Ansprechrate und die Zeit bis zum Therapieversagen (TTF).

Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 25,2 Monaten betrug das mediane OS im experimentellen Studienarm 11,5 Monate versus 9,9 Monate im Kontrollarm. Damit wurde durch die zusätzliche Gabe von Necitumumab das Risiko zu versterben signifikant um 16% reduziert (HR=0,84; p=0,012) (Abb. 1). In Subgruppenanalysen wurden keine Patientengruppen identifiziert, die nicht von der Necitumumab-haltigen Kombination profitierten. Patienten im Alter unter 70 Jahren profitierten aber möglicherweise mehr als ältere Patienten. Mit der zusätzlichen Gabe von Necitumumab wurden häufiger Nebenwirkungen von Grad ≥ 3 beobachtet (72% versus 62%). Klinisch relevante Nebenwirkungen traten bei 48% versus 38% der Patienten auf.
 

Abb. 1: SQUIRE-Studie: Gesamtüberleben der ITT-Population (mod. nach (1)).
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Abb. 1: SQUIRE-Studie: Gesamtüberleben der ITT-Population (mod. nach (1)).



EGFR-Expression und Rash weisen auf besseren Therapieerfolg hin

In einer exploratorischen Analyse wurde die Wirksamkeit bei Patienten, deren Tumoren EGFR exprimierten, gegen Patienten, die kein EGFR exprimierten untersucht (2). Das mediane OS betrug bei Patienten mit EGFR-Expression 11,7 versus 10,0 Monate (HR=0,81; p=0,018). Als Marker für ein verbessertes Ansprechen auf die Therapie ist möglicherweise das Auftreten von Rash geeignet. Patienten, die innerhalb der ersten zwei Zyklen einen Hautausschlag entwickelten, lebten im experimentellen Arm median 13,6 Monate, ohne Rash hingegen nur 10,2 Monate (3).

Das Plattenepithelkarzinom der Lunge tritt häufiger bei Männern mit ausgeprägtem Nikotinkonsum auf, es handelt sich häufiger um zentrale Tumoren mit entsprechender Symptomatik und das Durchschnittsalter der betroffenen Patienten ist höher und daher auch mit mehr Komorbiditäten, wie COPD, Hypertonie, KHK und Diabetes assoziiert, führte Dr. Sylvia Gütz, Klinik für Pneumologie und Kardiologie, Ev. Diakonissenkrankenhaus, Leipzig, an. Die Blockade von molekularen Treibern war bei diesen Tumoren bisher erfolglos.

Dr. Ine Schmale, Westerburg

Quelle: Launch-Pressekonferenz „Portrazza®: Zielgerichtete Therapie bei EGFR-positivem plattenepithelialen NSCLC“, 05.04.2016, Bad Homburg; Veranstalter: Lilly Deutschland GmbH

Literatur:

(1) Thatcher N et al. Lancet Oncol 2015;16: 763-74.
(2) Hirsch FR et al. WCLC 2015, ORAL32.05.
(3) Bonomi P et al. WCLC 2015, P1.01-062.


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