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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. Juli 2020 OnCoPaTh-Projekt und positive Metaanalyse zur Misteltherapie – Aktuelles zur Supportivtherapie

Auf dem 50. Münchener Fachpresseworkshop der POMME-med, der dieses Mal zum ersten Mal virtuell und in Kooperation mit der Firma dpmed stattfand, wurde u.a. über aktuelle Daten hinsichtlich der onkologischen Supportivtherapie referiert. So stellte Dr. Manfred Welslau, Aschaffenburg, OnCoPaTh – ein Projekt zur Fortbildung von medizinischem Fachpersonal zu OncoCoaches – vor. Prof. Dr. Thomas Ostermann, Witten, präsentierte eine aktuelle Auswertung, die den Nutzen einer Misteltherapie belegt.
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Wie Welslau erklärte, passe das Thema „OncoCoaching“ sehr gut zur onkologischen Supportivtherapie, da die Aufgaben eines OncoCoaches hauptsächlich darin bestünden, Patienten in der palliativen Situation zu unterstützen. Wie Welslau ausführte, habe ein Onco-Coach einerseits eine edukative Aufgabe dem Patienten gegenüber – er soll ihn hinsichtlich aller wichtigen Bereiche seiner Erkrankung schulen – und sich andererseits um eine frühe Integration der palliativen Pflege kümmern und die Zusammenarbeit mit weiteren Versorgern koordinieren. Dadurch würden zum einen die Ärzte entlastet und zum anderen die Patientenkompetenzen erhöht. Die Auswertungen der Studie PACOCT konnten zeigen, dass Patienten sehr vom OncoCoaching profitieren können, z.B. durch eine geringere Symptomlast und eine Verbesserung der Lebensqualität (1). Diese Onco-Coaches sind auch Kernbestandteil des kürzlich gestarteten Projekts OnCoPaTh (OncoCoaching und frühe Palliative Begleitung als patientenzentrierte Versorgungselemente in der Therapie nicht heilbarer Krebserkrankungen zur Verbesserung der Versorgung nicht heilbarer Krebspatienten), das vom Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert wird. Konsortialführer ist der Arbeitskreis Klinische Studien e.V. (AKS), zu dessen Leitung Welslau gehört. Der AKS bietet bereits seit mehreren Jahren eine durch die Landesärztekammer Hessen zertifizierte Fortbildung zum OncoCoach an. Durch die Förderung soll nun im Rahmen der Studie wissenschaftlich überprüft werden, inwieweit die Begleitung der Patienten durch Onco-Coaches und die frühe Einbindung von spezialisierten Palliativpflegefachkräften, Patientenkompetenz steigern, ihre Lebensqualität verbessern und Notfallsituationen mit Krankenhauseinweisungen verringern kann. Darüber hinaus soll eine gesundheitsökonomische Auswertung zeigen, dass diese neue Versorgungsform kosteneffizient ist. Ziel sei es, dass diese Leistungen zukünftig in die Regelversorgung aufgenommen und entsprechend honoriert werden, so Welslau.
Aktuelle Metaanalyse weist auf Nutzen einer Misteltherapie hin
Die Misteltherapie gehört schon lange zum Repertoire der Supportivtherapie in der Onkologie, dennoch wird ihr Nutzen immer wieder kontrovers diskutiert. Ostermann stellte ein Update einer eigenen Metaanalyse von Studien, in denen Krebspatienten als zusätzliche Behandlung eine Therapie mit einem fermentierten Mistelextrakt (Iscador®) erhalten hatten, vor (2). 82 kontrollierte Studien aus verschiedenen Datenbanken erfüllten die erforderlichen Einschlusskriterien, wovon 32 für die Ermittlung der Hazard Ratios (HR) und der jeweiligen 95%-Konfidenzintervalle (KI) herangezogen werden konnten. Die Gesamt-HR lag bei 0,59 (95%-KI: 0,53-0,65; p<0,0001) zugunsten einer Behandlung mit dem fermentierten Mistelextrakt. Die Heterogenität der Studienergebnisse war moderat (I2=50,9%; p<0,0001; τ2=0,053). Darüber hinaus zeigte die Meta-Regression keinen signifikanten Einfluss des Stichprobenumfangs oder des Studiendesigns. Die stärksten Effekte wurden beim Zervixkarzinom (HR=0,43), die schwächsten Effekte bei Lungenkrebs (HR=0,84) gesehen – die Unterschiede zwischen den einzelnen Krebsarten waren aber nicht signifikant (p<0,01). Der Statistiker schlussfolgerte aus seinen Analysen, dass fermentierter Mistelextrakt als adjuvante, unterstützende Therapie bei verschiedenen Tumorentitäten eine deutliche Wirksamkeit in Bezug auf das Überleben haben kann. Er gab allerdings zu bedenken, dass man bei den Studien mit einem gewissen Bias rechnen müsse, da eine echte Verblindung bei einem Medikament, das – im Gegensatz zu Placebo – eine lokale Hautreaktion hervorruft, nicht realisierbar sei.

(sk)

Quelle: Virtueller 50. Münchener Fachpresse-Workshop der POMME-med und dpmed, 24.06.2020

Literatur:

(1) Riese C et al. Onkologische Pflege 2016;6(1): 47-51.
(2) Ostermann T et al. Complement Med Res 2020;1-12.


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