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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Seite 1/4

Krebsprävention und Sport – aktuelle Studien zum Einfluss von Sporttherapie und Training

H. Krakowski-Roosen, Angewandte Sportwissenschaften, Hochschule Hamm-Lippstadt.
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Seit vielen Jahrzehnten erschienen in internationalen medizinischen Fachzeitschriften Aufsätze zu körperlicher Bewegung und Krebserkrankungen. In einem der vielleicht ältesten Artikel überhaupt zu dieser Thematik wird in der Zeitschrift Science schon im Jahr 1945 die Bedeutung von Ernährung und körperlicher Bewegung für die Prävention von Krebserkrankungen herausgestellt (1). Mehrere Ideen in dieser frühen Arbeit könnten das Forschungsgebiet von körperlicher Bewegung im Zusammenhang mit Krebserkrankungen nachhaltig beeinflusst haben und sind in ihrer Kernaussage bis heute gültig. Prospektiv konnte in Mausmodellen der Einfluss verschiedener Diäten und Bewegung auf die Genese von Krebs gezeigt werden und dies wird durch den Autor in eine Empfehlung zur Prävention von Krebs beim Menschen zusammengefasst: „Esst nicht mehr, als wie gebraucht wird und haltet euch körperlich fit!“ Schon wenige Jahre später wurde diese Theorie in epidemiologischen Studien beim Menschen untermauert und später auch prospektiv mit Bewegungsprogrammen beim Brustkrebs als erster Tumorentität überhaupt ein solcher Zusammenhang untersucht.
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Mittlerweile ist der Präventionsbegriff diversifiziert worden und der von Potter et al. betrachtete Fall der Primärprävention, durch Konzepte der Sekundär-, Tertiär- und Quartärprävention erweitert worden (Tab. 1) (2). Potters Arbeit ist auch in einem anderen Hinblick bemerkenswert. Sie verdeutlicht nämlich, dass Fragen der Bewegung nicht so leicht von Faktoren wie Ernährung oder klinischen Begleiterscheinungen wie einer Gewichtszunahme oder -abnahme zu trennen sind. Für den behandelnden Onkologen stellt das an sich kein Problem dar, er verordnet dem Patienten mit der Sporttherapie en passant den Summeneffekt aus der Intervention selbst, aber auch (positive) Begleiterscheinungen wie eine bewusstere Lebensführung, den Verzicht auf Alkohol und Nikotin und eine gesündere Ernährung.
 
Tab. 1: Die Prävention bei onkologischen Erkrankungen wird in Primär-, Sekundär-, Tertiär- und Quartärprävention unterteilt (mod. nach (2)).
Unterteilung der Präventionen bei onkologischen Erkrankungen
 

Keine doppelte Verblindung möglich bei Trainingsinterventionsstudien

Für den publizierenden Wissenschaftler sind jedoch wegen dieser Interaktion prospektive Interventionsstudien im Thema von körperlicher Bewegung und Sport nach wie vor eine besondere Herausforderung, auch wenn die statistischen Verfahren immer besser geworden sind und die Planung von klinischen Studien regelmäßig sorgfältiger erfolgen kann. Effektives körperliches Training muss sich an anerkannten Trainingsprinzipien orientieren und diese sehen eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit vor. Für diese Adaptation muss ein trainingswirksamer Reiz gesetzt werden, um die erwünschten Anpassungsreaktionen des Körpers auszulösen, z.B. eine Erhöhung des Hämoglobingehalts des Blutes und der Blutmenge bei Ausdauertraining oder eine Vergrößerung der Muskelmasse bei Krafttraining. Im Sinne einer Verblindung ist derlei Belastung weder vor dem Patienten, noch die zwingend notwendige dynamische Anpassung des überschwelligen Reizes vor dem Therapeuten und der Trainingsdokumentation geheimzuhalten. Folglich sind bei Trainingsinterventionsstudien Standards wie in Medikamentenstudien nicht realisierbar, aber vielfach Voraussetzung für eine hochrangige Publikation dieser Daten/Studien.
 
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