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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. Dezember 2020
Seite 1/2
Karriere mal anders

Statement von Doreen Sallmann, REGIOMED Rehaklinik Masserberg gGmbH.

Sich als Frau in eine Leitungsposition zu kämpfen, kann ein Weg mit vielen Hindernissen sein. Einige davon liegen im Weg, andere sitzen zwischen den eigenen Ohren. Ihren persönlichen Weg – der von einigen Hürden gesäumt war – stellt Frau Sallmann im Folgenden vor und gibt darüber hinaus hilfreiche Empfehlungen für Frauen, die sich in ähnlichen Situationen befinden.
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Doreen Sallmann
Doreen Sallmann

(M) ein Weg

Wo geht es zum Studium?
Ich wurde 1980 in Gotha (Thüringen) geboren und habe mit 5 Jahren das erste Mal den Wunsch geäußert, Ärztin werden zu wollen. Es war mir immer ein Anliegen, anderen Menschen zu helfen. Aus dem Umfeld kamen oft Fragen, zum Beispiel: „Wer kümmert sich dann aber um deine Kinder?“ oder „Wer erledigt den Haushalt?“. Manchmal auch mit dem Zusatz: „Also, ich bin ja für die Kinder 5 Jahre zu Hause geblieben!“ Und außerdem sollte ich lieber etwas fürs Leben lernen. Und dann gab es noch die „Zweifler“. Das sind diejenigen aus dem persönlichen Umfeld, die sich fragen, ob man das Ziel überhaupt erreichen könne. Denn um Medizin studieren zu können, muss man ja „gut“ sein. Meine Eltern und meine Geschwis­ter haben mich jedoch stets unterstützt und mich auf meinem Weg begleitet. Dazu habe ich viel Ignoranz bezüglich der „Empfehlungen“ an den Tag gelegt.

Studieren geht über probieren – oder?

Im Jahr 2000 ging es nach Berlin zum Studium. Der Weg durch das Studium war geradlinig, und im Dezember 2006 habe ich das Studium gut abschließen können. Während des Studiums habe ich mein erstes Kind bekommen und mit Kind 2 Jahre studiert. Mein Sohn hat mich zunächst in Vorlesungen begleitet, bis er die Kinderkrippe besuchen konnte. Dabei hatte ich Glück, dass ich in Brandenburg gewohnt habe und dort Anspruch auf einen Kinderkrippenplatz hatte. Sonst wäre das weitere Studium schwierig gewesen. Mit Kind im Hörsaal ist machbar, mit Kind am Krankenbett dagegen schwierig.

Auf dem Weg zum Facharzt…

14 Tage nach meinem Staatsexamen habe ich eine Stelle als Assistenzärztin begonnen. Dann hatte ich ein konkretes Ziel vor Augen: Onkologin zu werden. Problematisch waren die Arbeits- und Dienstzeiten. Es gab meist mehr Arbeit als Personal, sodass Überstunden erwartet wurden. Auch die Dienste wurden willkürlich und nicht nach Wunsch vergeben. Hier waren einige Diskussionen erforderlich, bis alle verstanden haben, dass Kinderkrippen Schließzeiten haben und Dienstfrei-Wünsche bei Ärzt*innen mit Kindern wenig verhandelbar sind. Eine langfris­tige Planung der Dienste war jedoch nicht möglich. Der Dienstplan kam stets 10-14 Tage vor Monatsbeginn. Dann galt es, nicht genehmigte Wünsche mit hohem Aufwand zu tauschen, damit das Kind betreut werden kann.

Während der Weiterbildungszeit kamen noch 2 Kinder hinzu, 2009 und 2013. Die Elternzeit kann man sehr gut für Fortbildungen nutzen. Zum Beispiel habe ich die Seminare für die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin besuchen können. Eine Oberarztstelle stand in Aussicht, sobald die Weiterbildung abgeschlossen wäre. Im Dezember 2014 habe ich meine Facharztprüfung erfolgreich absolviert und war fortan als Fachärztin beschäftigt. Dies hatte noch mehr Aufgaben mit noch weniger Personal zur Folge. Massenhaft Überstunden waren erforderlich, um den Alltag zu bewältigen. Um die personelle Enge zu verdeutlichen, habe ich eine Überlas­tungsanzeige gestellt. Damit hatte ich „gezeigt, dass ich nicht geeignet für eine Oberarztstelle“ bin. Das Verhältnis zu meinem Chefarzt war zerrüttet. Da ich durch meine langjährige Tätigkeit in dieser Klinik wusste, dass der Weg zur Oberärztin lang sein kann, (während der für Oberärzte irgendwie geradliniger ist) und wegen des Zerwürfnisses mit dem Chefarzt habe ich mich nach Alternativen umgesehen und Bewerbungen geschrieben.

Oberärztin, und wie weiter?

Mitte 2015 habe ich als Oberärztin in Thüringen begonnen. Auch dort gab es mehr Arbeit als Personal. Aber ich war ja „arbeiten“ gewohnt. In Gesprächen mit der Geschäftsführung stand eine Chefarzt-Position in Aussicht, wenn bestimmte Ziele erreicht wären. Doch auch nachdem diese Vorgaben erfüllt waren, gab es lediglich ein „Hinhalten“. Mittlerweile hatte ich eine Arbeitswoche von ca. 60 Stunden. Meine Kinder habe ich weniger gesehen als in Brandenburg. Dann kam das Angebot einer Chefarzt-Position in einer Rehaklinik, und ich habe zugesagt.

 

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