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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
25. Januar 2021

Immuntherapie mit Pembrolizumab erfolgreich bei Tumoren in Lunge und Gastrointestinaltrakt

Beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) gilt die Immuntherapie mittlerweile als der „game changer“, zunächst in der Monotherapie bei selektionierten Patienten mit hoher PD-L1-Expression. Bei unselektionierten Patienten zeigte die Kombination aus Pembrolizumab + Chemotherapie gute Ergebnisse. Das erfolgreiche Prinzip wird nun auf gastrointestinale Tumore übertragen.
Durch die Erstlinien-Monotherapie mit dem PD-L1-Inhibitor Pembrolizumab ließ sich nach Daten der Studie KEYNOTE-024 das mediane 5-Jahres-Überleben von Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC erheblich steigern: von 16,3% unter 4-6 Zyklen Platin-basierter Chemotherapie auf 31,9% unter Pembrolizumab (200 mg i.v. alle 3 Wochen für 2 Jahre), sagte Prof. Dr. Martin Reck, Großhansdorf. In Kombination mit Chemotherapie erhöhte Pembrolizumab z.B. in der Studie KEYNOTE-189 (Pembrolizumab/Platin/Pemetrexed vs. Platin/Pemetrexed) das mediane Überleben von 10,6 auf 22,0 Monate, in der Studie KEYNOTE-407 (Pembrolizumab/Carboplatin/Paclitaxel oder nab-Paclitaxel vs. Carboplatin/Paclitaxel oder nab-Paclitaxel) von 11,6 auf 17,1 Monate.

5 Jahre nach der Etablierung der Immuntherapie beim Lungenkrebs kommen nun auch gastrointestinale Tumoren vermehrt ins Blickfeld. Für Patienten mit kolorektalen Karzinomen im Stadium IV brachte die beim ASCO 2020 vorgestellte Studie KEYNOTE-177 den Durchbruch, berichtete Prof. Dr. Domnik Modest, Charité Berlin. Darin wurde die Monotherapie mit maximal 35 Infusionen Pembrolizumab (200 mg alle 3 Wochen) mit einer Chemotherapie nach Wahl des Behandlers verglichen. Trotz mancher Schwächen der Studie ließ sich mit 48% vs. 19% nach 24 Monaten ein deutlicher Anstieg des progressionsfreien Überlebens durch die Immuntherapie nachweisen. Allerdings zeigten mehr Patienten in der Pembrolizumab-Gruppe (29% gegenüber 12% in der Chemotherapie-Gruppe) einen Krankheitsprogress, dessen Ursache laut Modest bisher unerklärlich ist.

Auch lokal fortgeschrittene oder metastasierte Adeno- oder Plattenepithelkarzinome des Ösophagus oder Adenokarzinome des gastroösophagealen Übergangs können erfolgreich mit einer Immuntherapie behandelt werden. So wurde z.B. Pembrolizumab in der oben beschriebenen Dosierung als Firstline-Therapie in Kombination mit Chemotherapie eingesetzt und mit Chemotherapie plus Placebo verglichen (KEYNOTE-590). Die Chemotherapie bestand in dieser Studie aus maximal 35 Zyklen 5-Fluorouracil alle 3 Wochen + maximal 6 Zyklen Cisplatin. Das 2-Jahres-Gesamtüberleben war für die gesamte Patientenpopulation verbessert (28% vs. 16% zugunsten der Pembrolizumab-Gruppe), und Modest erwartet aufgrund dieser Ergebnisse die Zulassung für Pembrolizumab in dieser Kombination zur Firstline-Therapie des Ösophaguskarzinoms.

Dr. Barbara Voll

Quelle: Satelliten-Symposium, AIO 2020, 20.11.2020; Veranstalter: MSD


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