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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Januar 2020
Seite 1/4
Immuntherapie bei gastrointestinalen Tumoren

C. Löffler, J. N. Kather, Medizinische Klinik III, Universitätsklinikum RWTH Aachen.

Tumorimmuntherapien mit Immuncheckpoint-Inhibitoren (CIs) sind mittlerweile in der Praxis etabliert. Sie verhindern die Inhibition von Immunzellen in der Tumormikroumgebung und erreichen dadurch eine Aktivierung der Anti-Tumor-Immunität, welche insbesondere durch zytotoxische T-Zellen vermittelt wird. Klinische Relevanz haben aktuell monoklonale Antikörper gegen das Membranprotein PD-1 oder seinen Liganden PD-L1 sowie Antikörper gegen den Rezeptor CTLA-4. Durch diese Substanzen haben sich in den letzten Jahren insbesondere die Behandlungsabläufe des Melanoms, Bronchial- und Nierenzellkarzinoms stark gewandelt. Einen deutlich geringeren Einfluss hatte die Immuntherapie bislang auf die Behandlung von Tumoren des Gastrointestinal (GI)-Traktes. Im Folgenden werden wir die aktuelle Studienlage zur Immuntherapie bei GI-Tumoren und insbesondere Ergebnisse aus großen Studien im Jahr 2019 zusammenfassen. Einige davon wurden auf den amerikanischen und europäischen Kongressen ASCO und ESMO präsentiert. Der Fokus liegt auf Kolon- und Magenkarzinomen als den häufigsten Tumoren des Magen-Darm-Traktes, zudem gehen wir auf Tumoren des hepatobiliär-pankreatischen Systems ein.
Übersicht gastrointestinaler Tumoren
 
Kumulativ finden sich die häufigsten menschlichen Tumoren im GI-Trakt, deren Behandlung im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium ein häufiges klinisches Problem darstellt (1). Für die meisten dieser Patienten gibt es bis dato noch keine zugelassene immuntherapeutische Behandlungsoption. Der Grund dafür ist, dass zahlreiche Studien in den letzten Jahren gezeigt haben, dass insbesondere CIs bei GI-Tumoren nicht die breite Wirksamkeit haben, die bei anderen Tumorentitäten beobachtet wird. Beispiele hierfür sind mehrere negative Phase-III-Studien mit Immuntherapeutika bei Magen- (2, 3), Kolorektal- (CRC) (4, 5) und hepatozellulärem Karzinom (HCC) (6). Allerdings wurden in Subgruppen von Patienten oder in der Kombination von CIs mit anderen Behandlungsstrategien wie z.B. antiangiogener Therapie im letzten Jahr einige vielversprechende Studien publiziert. Eine Zusammenfassung der Studienlage bietet Abbildung 1.
 
Abb. 1: (A-B) Studienlandschaft zu den 4 großen gastrointestinalen Tumor-entitäten, repräsentative Auswahl kürzlich publizierter Studien.
Abb. 1: (A-B) Studienlandschaft
 
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