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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. März 2020 Weiteres Hinauszögern von Rezidiven bleibt vorrangiges Ziel beim Multiplen Myelom

Die Therapieoptionen und die Einschätzung der Prognose von Patienten mit Myelom wurden in den vergangenen Jahren immer weiter verbessert“, sagte Prof. Dr. Stefan Knop, Würzburg. „Noch 2016 lag das 5-Jahres-Überleben in Deutschland bei < 50%.“ Mit Hilfe von R-ISS (International Staging System) III, Hochrisiko-Zytogenetik wie biallelischer TP53-Inaktivierung und Amplifikation von 1q21 konnten molekulare Höchstrisikogruppen identifiziert werden. Mittlerweile werden gegen BCMA gerichtete Therapieansätze wie Antikörper-drug-Konjugate (z.B. Belantamab Mafodotin) sowie CAR-T-Zell-Therapien (z.B. Idecabtagen Vicleucel, JNJ-4528) und bispezifische T-Zell-Engagers (z.B. AMG420) untersucht.
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Knop stellte Daten der Phase-1b/2-Studie CARTITUDE mit JNJ-4528 vor, die bei 29 schwer vorbehandelten Multiplen Myelom (MM)-Patienten ein 100%iges Ansprechen zeigte (1). Außer 2 Patienten waren alle Patienten nach 6 Monaten weiterhin progressionsfrei und die Patienten, bei denen die minimale Resterkrankung (MRD) evaluiert werden konnte (n=17), waren zu diesem Zeitpunkt alle MRD-negativ.

Ob MRD als Weg zur Heilung entscheidend sei, diskutierte Prof. Dr. Katja Weisel, Hamburg. „Eine MRD-Negativität korreliert mit einer längeren progressionsfreien und Gesamtüberlebenszeit. Immer noch kommt zwar das Rezidiv, aber immer später.“ Ergebnisse der MRD-Analysen seien zwar prognostisch relevant, bisher aber nicht prädiktiv für die weitere Therapie.

Eine tiefe Remission (CR) sei ein zu weicher Parameter. „Jede Neuzulassung beim MM hat sich in ein besseres Überleben übersetzt“, so Weisel, „daher kommt beim MM erst jetzt die MRD richtig ins Spiel.“ Ein Update der CASTOR- und POLLUX-Studien hat gezeigt, dass eine Erstlinientherapie mit Daratumumab, Lenalidomid und Dexamethason (DRd) gegenüber Rd die Prognose verbessert. DRd ist inzwischen zugelassen.

Auch bei älteren MM-Patienten kann ein größerer Anteil MRD-negativ werden, wie die MAIA-Studie mit DRd gezeigt hat. Die Hälfte der Patienten war 75 Jahre und älter, das mediane progressionsfreie Überleben betrug 55 Monate. 25% der Patienten wurden MRD-negativ. „Die offene Frage ist nun, wie lange eine MRD erhalten werden muss, um die Prognose positiv beeinflussen zu können“, so Weisel. Paul Richardson hat es so ausgedrückt: „Die MM-Therapie ist kein Sprint, sondern ein Marathon.“

(ab)

Quelle: Satelliten-Symposium „Multiples Myelom – Aufbruch zur Heilung?“, DKK, 20.02.2020, Berlin; Veranstalter: Sanofi

Literatur:

(1) Madduri D et al. ASH 2019; Abstract 577i.


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