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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
22. Juni 2016

Glioblastom: Überlebensvorteil durch Addition von Temozolomid

Eine internationale randomisierte Phase-III-Studie unter Leitung der Canadian Cancer Trials Group (CCTG) ergab, dass eine zusätzliche Temozolomid-Chemotherapie während einer Kurzzeit-Bestrahlung, gefolgt von monatlich verabreichten Dosen von Temozolomid, das Überleben älterer Patienten mit Glioblastom signifikant verbessert (1). Das Sterberisiko verminderte sich signifikant um 33%.
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In die Studie waren 562 Patienten, 65 Jahre alt oder älter, mit neu diagnostiziertem Glioblastom eingeschlossen worden. Das mediane Gesamtüberleben verlängerte sich von 7,6 Monaten mit hypofraktionierter Radiotherapie (RT) allein auf 9,3 Monate durch die Kombination von RT und Temozolomid. Zusätzlich verlangsamte sich das Tumorwachstum in der Temozolomid-Gruppe mit einem medianen progressionsfreien Überleben auf 5,3 Monate vs. 3,9 Monate.

Obwohl die Differenz im medianen Überleben eher gering erscheint, erhöht sich durch Temozolomid die Chance auf ein verlängertes Überleben. „Für den einzelnen Patienten bedeutet das, einen weiteren Familienurlaub oder eine bedeutende Familienfeier erleben zu können“, sagte James Perry, Toronto. Die 1-Jahres- und 2-Jahres-Überlebensraten waren 37,8% und 10,4% mit RT plus Temozolomid vs. 22,2% und 2,8% mit alleiniger RT.

Der Benefit von Temozolomid war bei 165 Patienten, die eine MGMT-Promoter-Methylierung aufwiesen, größer. Diese genetische Veränderung bewirkt ein verbessertes Ansprechen auf die Chemotherapie, gepaart mit einem längeren Überleben. In dieser Patienten-Untergruppe lag das mediane Überleben bei 13,5 Monaten mit Temozolomid und unter alleiniger Bestrahlungstherapie bei 7,7 Monaten. Patienten, die Temozolomid erhielten, hatten ein um 47% verringertes Risiko zu versterben als diejenigen, die nur bestrahlt wurden.

Dies ist die erste Studie, die eine Kombination von Temozolomid und Strahlentherapie bei älteren Erwachsenen testet, die ungefähr die Hälfte aller Patienten mit dieser Erkrankung benötigen. Während die Nebenwirkungen bei den Patienten, die Temozolomid erhielten, etwas stärker waren, war die allgemeine Lebensqualität in beiden Patientengruppen vergleichbar.

„Obwohl das Glioblastom überproportional Ältere betrifft, gibt es keine klaren Leitlinien, wie diese Patienten zu behandeln sind, und die Praktiken variieren weltweit“, sagte Perry. „Diese Studie liefert in einem randomisierten klinischen Versuch den ersten Beweis, dass eine Chemotherapie in Kombination mit einer Kurzzeit-Bestrahlung das Überleben signifikant verlängert – ohne einen Nachteil in der Lebensqualität.“

Lebensqualitätsanalysen gemäß standardisiertem EORTC QLQ-C30- und BN20-Fragenkatalog zeigten keine Differenz in physischen, kognitiven, emotionalen und sozialen Funktionen in beiden Gruppen. Jedoch litten Patienten, die Temozolomid erhielten, stärker an Übelkeit, Erbrechen und Obstipation als Patienten unter alleiniger Strahlentherapie.

(red)

Literatur:

(1) Perry JR et al. ASCO 2016; LBA2.


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