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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

16. September 2020 GI-Tumoren, Sarkome u.v.a.

Prof. Dr. Andrea Tannapfel
Prof. Dr. Andrea Tannapfel
Dr. Johanna Munding
Dr. Johanna
Munding
Sehr geehrte liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Leserinnen und Leser,

die Auswirkungen der SARS-CoV-2-Pandemie auf die Diagnose und Therapie maligner Erkrankungen sind noch nicht absehbar. Erste wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es zu Diagnoseverzögerungen gekommen sein könnte. Tendenziell scheint die Zahl der in frühen Stadien diagnostizierten Tumoren wie Darm- oder Brustkrebs zurückzugehen – als Folge nicht wahrgenommener Früherkennungsmaßnahmen. Auch hat die Zahl der in Tumorkonferenzen vorgestellten Patienten im April abgenommen. Daten aus unserer eigenen Versorgungspraxis deuten an, dass auch Untersuchungen zur prädiktiven Diagnostik („Präzisionsonkologie“) eine reduzierte Nachfrage erfuhren. Die Analysen werden allerdings in Zeiten der „neuen Realität“ nachgeholt. Rationelle Diagnostik bei Tumorerkrankungen steht im Mittelpunkt dieser Ausgabe des JOURNAL ONKOLOGIE.

Es erwartet Sie eine aktuelle Übersicht zu den „Biomarkern“ gastrointestinaler (GI) Tumoren, die derzeit analysiert werden, mit der Sie 2 CME-Punkte sammeln können. In dem ebenfalls CME-zertifizierten Artikel von Dürr und Reichardt geht es um gastrointestinale Stromatumoren, die die häufigsten GI-Sarkome darstellen und ein Paradebeispiel zielgerichteter Therapie sind, da 85% der Tumoren eine c-kit- oder PDGFR-Mutation besitzen. Die Kollegen Schulz und Neuner entführen den Leser in das Mikrobiom des Darms und stellen die Bedeutung in der Entstehung des Kolorektalkarzinoms (CRC) dar. Sie prägen den Begriff der „oncobiomics“, unter dem Forschungsarbeiten zum Einfluss des Mikrobioms auf die Karzinogenese zusammengefasst werden. Rauchfuß und Kollegen stellen anhand eines Fallberichts die Möglichkeit einer Leber-Lebendspende bei einem Patienten mit Lebermetastasen eines CRC dar. Sie stellen ihre positive Erfahrung in den Kontext der aktuellen Studienlage, die ein gutes Langzeitüberleben bei dieser innovativen Therapieform berichtet.

Obgleich benigne Raumforderungen der Nebenniere relativ häufige Befunde sind, ist das Nebennierenkarzinom selten. Dukaczewska und Kollegen legen eine Übersicht zur Chirurgie dieser Tumoren vor und lassen aktuelle Aspekte der Diagnostik und ihre Fallstricke dabei nicht unerwähnt. Ein Fallbericht eines Radiatio-induzierten Angiosarkoms der Mamma wird von Härteis und Kollegen innerhalb des Sarkom-Schwerpunktes zum Anlass genommen, eine Zusammenfassung zum derzeitigen Kenntnisstand zur Ätiologie und Therapie dieser seltenen Tumorentität vorzulegen. Eine Übersicht über online-gestützte Beratungstools für Ratsuchende mit BRCA-Mutationen wird von Besch und Kollegen vorgestellt. Diese innovative Form der Patienten-/Betroffenenkommunikation wird mit allen Chancen und Risiken digitaler Anwendungen dargestellt.

Ein Expertengespräch zur Diagnostik und Therapie des Multiplen Myeloms 2020/2021 mit ausführlicher, gut lesbarer Darstellung der Diagnose- und Therapiealgorithmen runden diese Ausgabe ab.

Wo Interesse ist, ist auch Energie.

Wir hoffen, dass die Auswahl der Beiträge Ihr Interesse weckt!

Ihre
Prof. Dr. Andrea Tannapfel und Dr. Johanna Munding

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