Mittwoch, 12. Mai 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Imfinzi NSCLC
Imfinzi NSCLC
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
13. Oktober 2018

Erstlinienbehandlung des FL: Chemo-Immuntherapie mit Obinutuzumab überlegen wirksam

Obinutuzumab + Chemotherapie gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit dem Antikörper Obinutuzumab erwies sich als effektive Therapie.
Obinutuzumab + Chemotherapie gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit dem Antikörper Obinutuzumab (Gazyvaro®) erweist sich bei Patienten mit nicht vorbehandeltem fortgeschrittenen follikulären Lymphom (FL) als effektive Therapie.
Obinutuzumab kombiniert mit Chemotherapie ist seit September 2017 zur Erstlinientherapie des FL zugelassen. Der Typ-II-Anti-CD20-Antikörper wirkt über 2 wesentliche Mechanismen: Er löst einen direkten, lysosomalen Zelltod aus und verstärkt die antikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität. Basis der Zulassung war die Phase-III-Studie GALLIUM (1), die an 1.202 Patienten mit unbehandeltem FL Obinutuzumab vs. Rituximab untersuchte – jeweils + Chemotherapie, die von den Studienzentren gewählt werden konnte (CHOP, CVP oder Bendamustin). Bei Therapie-Respondern wurde der jeweilige Antikörper im Anschluss an die 6-8 Zyklen der Induktion als Erhaltungstherapie – alle 2 Monate über 2 Jahre – fortgeführt. „Etwa 90% der Patienten befanden sich in einem fortgeschrittenen Stadium“, berichtete Dr. Volkmar Böhme, Hamburg.

Das Gesamtansprechen am Ende der Induktion war mit 88,5% bzw. 86,9% unter Obinutuzumab bzw. Rituximab identisch, die Rate an Komplettremissionen war, bestimmt mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET), mit 71,4% vs. 59,7% jedoch signifikant höher (2). Das mediane progressionsfreies Überleben (mPFS) als primärer Endpunkt wurde bislang in beiden Armen nicht erreicht. Der mediane Follow-up nach 34,5 Monaten zeigte, dass unter Obinutuzumab noch 80% und unter Rituximab noch 73,3% der Patienten progressionsfrei waren (HR=0,66; 95%-KI: 0,51-0,85; p=0,0012). Dieses um 34% reduzierte Risiko für eine Progression verlängert das mPFS für den Obinutuzumab-Arm um den Faktor 1,5. Bliebe dieser Faktor über den weiteren Verlauf erhalten, kann unter Annahme eines mPFS von 6 Jahren für den Rituximab-Arm, extrapoliert aus den Daten der PRIMA-Studie, eine 3-jährige Verbesserung des PFS unter Obinutuzumab erwartet werden, prognostizierte Böhme. Der Vorteil für Obinutuzumab war in allen Chemotherapie-Regimen zu sehen.

Das 3-Jahres-Überleben war in beiden Behandlungsarmen gleich (94% -vs. 92,1%). Die Zeit bis zur nächsten Lymphom-Behandlung war nach 34,5 Monaten jedoch signifikant unterschiedlich: benötigten unter Obinutuzumab 87% noch keine erneute Therapie, waren es unter Rituximab 81% (p=0,0094). Ein früher Progress innerhalb von 24 Monaten nach Induktionstherapie (POD24), den etwa 20% der Patienten entwickeln und der mit einer schlechten Prognose assoziiert ist, konnte unter Obinutuzumab/Chemotherapie um 46% reduziert werden (9% vs. 16%) (3).

Michael Koczorek

Quelle: Praxis-Pressegespräch „Praxisfokus FL: Starke Perspektiven mit Gazyvaro®“, 22.08.2018, Hamburg; Veranstalter: Roche Pharma AG

Literatur:

(1) Marcus R et al. ASH 2016; Abstract 6, oral presentation.
(2) Trotman J et al. Hematol Oncol 2017; 35(S2): 38-40.
(3) Launonen A et al. ASH 2017; Abstract 1490, poster presentation.


Anzeige:
Kyprolis
Das könnte Sie auch interessieren
Diagnose Krebs: Wer hilft bei hoher psychischer Belastung?
Diagnose+Krebs%3A+Wer+hilft+bei+hoher+psychischer+Belastung%3F
© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

„Sie haben Krebs“ – kaum ein Betroffener wird diesen Satz je vergessen. Von jetzt auf gleich gerät das Leben aus den Fugen. Fragen, Ängste, Traurigkeit, Wut – alles wirbelt durcheinander. Auch die Zeit der Behandlung bis hin zur Nachsorge bringt Belastungen mit sich, die Betroffene an ihre Grenzen bringen können. Nimmt die psychische Belastung überhand oder dauert sie lange an, kann...

Vierter Welt-Pankreaskrebstag: „Lila Leuchten“ sensibilisiert für eine unterschätzte Erkrankung
Vierter+Welt-Pankreaskrebstag%3A+%E2%80%9ELila+Leuchten%E2%80%9C+sensibilisiert+f%C3%BCr+eine+untersch%C3%A4tzte+Erkrankung
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Am 16. November 2017 findet zum vierten Mal der Welt-Pankreaskrebstag statt. An diesem Tag erstrahlen weltweit zahlreiche Sehenswürdig-keiten in Lila, der offiziellen Farbe des Welt-Pankreaskrebstages – von der Semperoper in Dresden bis zum Rickmer Rickmers Museumsschiff im Hamburger Hafen. Ziel ist es, die breite Öffentlichkeit über die Erkrankung aufzuklären, sich mit den Betroffenen zu solidarisieren und den Patienten und...

Experte klärt in Videos laienverständlich über AML auf
Experte+kl%C3%A4rt+in+Videos+laienverst%C3%A4ndlich+%C3%BCber+AML+auf
© littlebelli / Fotolia.com

Die Akute Myeloische Leukämie (AML) ist eine sehr komplexe und aggressive Erkrankung, häufig mit einer ungünstigen Prognose. Oft bleiben nach dem ersten Schock für die Patienten viele Fragen im Arzt-Patientengespräch ungestellt oder die Betroffenen können nicht alle Informationen aufnehmen und verarbeiten. Auf der Patientenwebsite www.krebsratgeber.de von Janssen können Betroffene gezielt Antworten rund um...

Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben
Mit+individuell+zugeschnittenen+Behandlungen+l%C3%A4nger+%C3%BCberleben
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Lange Zeit galt die Diagnose Lungenkrebs als sicheres Todesurteil. Dank neuer Diagnostik und personalisierter Behandlungsmethoden haben sich die Aussichten für Betroffene in den letzte fünf Jahren dramatisch verbessert, wie Experten auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Mailand erklärten. Wichtig sei, stets einen Lungenfacharzt in die Behandlung mit einzubeziehen, betont die Deutsche Gesellschaft für...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Erstlinienbehandlung des FL: Chemo-Immuntherapie mit Obinutuzumab überlegen wirksam"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.