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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. Dezember 2020 Eine einzige Behandlung mit CAR-T-Zellen kann bei ALL zu anhaltender Remission führen

Allgemein ist eine akute lymphatische Leukämie (ALL) gut behandelbar, etwa 80-90% der Patienten können geheilt werden. Kommt es jedoch zu einem Rückfall, sinken die Überlebenschancen erheblich. In der refraktären und resis­tenten Situation einer B-Zell-ALL (r/r B-ALL) kann eine CAR-T-Zell-Therapie als neue Behandlung zum Einsatz kommen. Belege für die Wirksamkeit liefern internationale Studien (z.B. ELIANA) sowie erste Real-world-Daten.
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Das Prinzip hinter der CAR (chimärer Antigenrezeptor)-T-Zell-Therapie besteht darin, Immunzellen (T-Zellen) außerhalb des Körpers so umzuprogrammieren, dass sie nach Reinfusion krebserregende und andere Zellen mit einem bestimmten Antigen an der Zelloberfläche erkennen und bekämpfen können. Der Bedarf für diese Therapie insbesondere bei Kindern und Jugendlichen ergibt sich aus der bei r/r B-ALL nach jeder weiteren Therapielinie schlechter werdenden Prognose, berichtete Prof. Dr. Peter Bader, Frankfurt.

In der klinischen Phase-II-Studie ELIANA wurde die CAR-T-Zell-Therapie mit Tisagenlecleucel (Kymriah®) bei 75 Kindern und jungen Erwachsenen zwischen 3 und 23 Jahren eingesetzt (1). Die Patienten hatten eine r/r B-ALL nach median 3 Vortherapien inklusive einer allogenen, hämatopoetischen Stammzelltransplantation bei 46 Teilnehmern. Die Infusion mit dem CAR-T-Zell-Präparat wurde für jeden Patienten  individuell hergestellt und einmalig intravenös verabreicht. Primäres Therapieziel war das Gesamtansprechen, definiert als komplette Remission (CR) oder CR mit unvollständiger Wiederherstellung des hämatopoetischen Systems innerhalb von 3 Monaten.

Nach 4 Wochen befanden sich 80% der Patienten in Remission. Nach 6 Monaten lebten noch 90% der Patienten, nach 24 Monaten, so ein Update, hatten immer noch 66% ihre Leukämie überlebt (2).

Der Vergleich der ersten außerhalb klinischer Studien mit Tisagenlecleucel  behandelten 150 Patienten mit den Daten der ELIANA-Studie zeigt, dass sich die Ergebnisse entsprechen, etwa beim CR mit 85% in der realen Welt und 82% in der Studie (3). Auch Kinder unter 3 Jahren, die in der Studie ausgeschlossen waren, haben profitiert.

Nebenwirkungen treten über­wiegend in den ersten 4 Wochen auf und lassen sich mit entsprechend ausgebildetem Personal kontrollieren, so Bader. Wesentlich ist das Zytokin-Freisetzungssyndrom, gekennzeichnet durch hohes Fieber, Blutdruckschwankungen und Probleme beim Atmen. „Mit dem Syndrom können auch neurologische Ereignisse wie Enzephalopathie oder Verwirrtheit einhergehen. Auch die lassen sich meist gut behandeln“, sagte er.

Martin Bischoff

Quelle: Virtuelle Pressekonferenz „Angekommen im Versorgungsalltag – 2 Jahre CAR-T-Zell-Therapie mit Kymriah®“, 09.11.2020; Veranstalter: Novartis

Literatur:

(1) Maude SL et al. N Engl J Med 2018;370:439-48.
(2) Grupp SA et al. ASH 2018; Abstract 895.
(3) Grupp SA et al. ASH 2019; Abstract 766.


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