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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
26. April 2021

Molekularpathologie und GI-Tumoren

Holger Hauspurg
Holger Hauspurg
Diese Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE widmet sich dem medizinischen Zukunftsthema schlechthin: Was bedeutet der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) für die Pathologie? Wie lässt sich translationale Forschung mit BigData und KI einfacher bewerkstelligen? Wie erobert sich eine neue Target-Therapie zur Behandlung einer adressierbaren Mutation den Weg in die Routine-Labordiagnostik?

In unserem ersten Beitrag gehen wir auf die Bedeutung von Maschinellem Lernen für eine moderne, digitale Pathologie ein. Der menschliche Experte erfährt keine Redundanz durch das Expertenwissen der KI, sondern wertvolle Unterstützung, effizientere Logistik und die Möglichkeit, viele Fälle in kurzer Zeit diagnostizieren zu können. Vor allem im Hinblick auf die Präzisionsmedizin ist die Digitalisierung und die molekulare Panel-Diagnostik, die viele Genalterationen gleichzeitig detektieren kann, sehr wertvoll. In unserem zweiten Beitrag erläutern wir dies anhand der beiden MDS/MPN-Overlap-Erkrankungen chronische myelomonozytäre Leukämie (CMML) und atypische chronische myeloische Leukämie (aCML), die klinisch beide ein heterogenes Erscheinungsbild haben. Hier hat sich mittels Next Generation Sequencing (NGS) ein besseres Verständnis der komplexen Pathogenese entwickelt, was neue molekulare Therapieansätze zur Folge haben wird. Im dritten Beitrag nehmen Dr. Sarah Strohkamp und Kollegen Bezug auf die neue Indikation der PIK3CA-Mutation beim Mammakarzinom. 20-35% aller Brustkrebsfälle haben diese Mutation, und mittlerweile ist der erste PI3K-Inhibitor zugelassen. Sie erläutern alle Einzelschritte und Überlegungen, die zur Integration und Etablierung einer geeigneten PIK3CA-Testung in die Routinediagnostik führen und berichten über erste eigene Erfahrungen in unserem Labor mit dieser Indikation. Dr. Katharina Pachmann schließlich stellt heraus, dass die Überwachung zirkulierender epithelialer Tumorzellen (CETCs) für Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs nach Abschluss der endokrinen Therapie als klinisch wertvoller Biomarker von Vorteil ist. Prof. Dr. Carsten Bokemeyer veranschaulicht in einem Interview ergänzend die Forderungen, translationale Forschung in die Klinik zu bringen und damit die künftige Versorgung sicherzustellen, die von demographischem Wandel – und vielen sich in den Ruhestand verabschiedenden Onkologen – geprägt sein wird.

Das zweite Titelthema widmet sich den gastrointestinalen Tumorerkrankungen: Prof. Dr. Mark Oette stellt die adjuvante Therapie bei älteren Patienten mit Kolorektalkarzinom heraus. PD Dr. Thorsten Oliver Götze gibt eine Übersicht zu biliären Tumoren, mit der Sie 2 CME-Punkte sammeln können, darüber hinaus steuert er gemeinsam mit Dr. Johanna Riedel einen Beitrag zur Ernährung von Patienten mit soliden Tumoren bei und wirbt um mehr Studien, um dem im Alltag oft herausfordernden Thema zukünftig mit mehr Evidenz begegnen zu können.

Lesen Sie außerdem Fortbildungen von PD Dr. Inga Peters und Dr. Pouriya Faraj Tabrizi zur Chirurgie beim Prostatakarzinom sowie von Prof. Dr. Katja Weisel und Kolleginnen zum asymptomatischen – smoldering – Multiplen Myelom. Den Abschluss macht aus der Serie „COVID und Krebs“ ein Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Knauf zur Versorgungssituation von Krebspatienten in der 1. Welle der Pandemie.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre! Bleiben Sie gesund und haben Sie das nötige Durchhaltevermögen für den hoffentlich letzten Akt der Corona-Pandemie.

Ihr Dr. Holger Hauspurg

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