Freitag, 4. Dezember 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Adcetris
Adcetris
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Januar 2020 Digital News

Future X Healthcare 2019: „Die Basis der Digitalisierung ist Vertrauen“

Gesundheits-Apps können nach dem Digitale-Versorgungs-Gesetz ab sofort als digitalisierte Gesundheitsleistungen (DiGa) vom BfArM anerkannt, vom Arzt verschrieben und durch die Kassen erstattet werden. In praxi gibt es allerdings für die Medical Device Regulation (MDR) der EU, die ab 26.5.20 umgesetzt werden soll, gar nicht genug Zertifizierungsstellen und Prüfer. Im Rahmen des zweiten Future X-Kongresses diskutierten Experten und Entwickler – losgelöst von solchen Struktur- und Anpassungsproblemen – über die Medizin von morgen; ein Highlight war der Vortrag von Dr. Tõnu Esko, Estland, der über sein volldigitalisiertes Land berichtete; von der Steuererklärung bis zum Smart Hospital sind 1,3 Millionen Estländer voll vernetzt. Der Prozess, so Esko, habe allerdings 20 Jahre gedauert.

„Bei der Digitalisierung handelt es sich um ein ähnlich einschneidendes Erlebnis wie anno dazumal mit der Einführung der Elektrizität“, sagte Prof. Dr. Peter Radke, Neustadt. Mit dem zunehmenden Verstehen der Technologie und Erkennen klarer Vorteile für den eigenen Bereich werde es gelingen, die Ärzteschaft mitzunehmen, zeigte Radke sich zuversichtlich. „Dafür braucht es zuallererst Vertrauen, dass die Daten gesichert sind und nicht missbräuchlich verwendet werden können.“ 60% der ärztlichen Therapieentscheidungen basieren auf der Untersuchung von Patienten-Proben und Bildgebung, so Dr. Tim M. Jaeger, Roche, Basel. Dem Arzt ein klinisches Entscheidungsunterstützungssystem an die Hand zu geben, sei schließlich besser, als Milliarden von Einzelbefunden ohne Kontext zu haben. Als Beispiel nannte er das Clinical Decision Support (CDS)-Tool der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (1), das für kardiologische Notfälle leitliniengerechte Vorschläge generiert – die Entscheidung fällen muss weiterhin der Arzt. „Solche Apps oder DiGa müssen einen Mehrwert bieten und einen Qualitätsstandard setzen – das ist die vorgegebene Richtung.“ Prof. Dr. Dominik Rüttinger, Roche Diagnostics, Penzberg, erläuterte, dass gegenwärtig 90% der Prüfsubstanzen in klinischen Studien nicht über Phase 1 hinaus entwickelt werden, weil die Fallzahlen zu klein sind, um einen Nutzen der Substanz nachzuweisen. Hier gebe es einen hohen Anteil an Falsch-negativ-Entscheidungen, d.h. die Substanzen sind eigentlich effektiv, werden aber vorzeitig aufgegeben. Hier komme BigData als Lösung ins Spiel: So bestand bei Aufkommen der immunonkologischen Therapien zunächst nur eine begründete Vermutung, dass die Immuntherapie bei Patienten mit Autoimmunerkrankung als Komorbidität mehr Autoimmun-reaktionen auslösen könnte als bei Patienten ohne diese Disposition. Heute, nach Analyse großer Datensätze, ist dieser Zusammenhang klar bewiesen, so Rüttinger. BigData ermögliche zudem, das Outcome für eine Studienpopulation vorherzusagen und jedem Patienten z.B. eine auf sein Mutationsprofil zugeschnittene (Target-)Therapie anbieten zu können.
ab

Future X Healthcare 2019, 14.11.2019, München; Veranstalter: Roche Diagnostics

1. https://play.google.com/store/apps/details?id=com.bbi.dgk_pocket_leitliniens

 


„Alexa“ beantwortet Fragen zum Multiplen Myelom

Takeda Oncology stellte im Rahmen des diesjährigen DGHO-Kongresses in Berlin den ersten Alexa-Skill zum Multiplen Myelom vor. Diese Anwendung kann auf digitalen Sprachassistenten von Amazon wie Amazon Echo oder Echo Dot genutzt werden. Entwickelt wurde der Skill u.a. in Zusammenarbeit mit den Patientenorganisationen Myelom Deutschland e.V., Leukämiehilfe Rhein-Main (LHRM) e.V. und der Arbeitsgemeinschaft Multiples Myelom (AMM-Online). Nach Aktivierung des Skills auf dem digitalen Sprachassistenten beantwortet Alexa häufig gestellte Patientenfragen. „Der Skill googelt nicht einfach, sondern greift auf freigegebene und fachlich geprüfte Inhalte zurück“, erklärte Leona Probst, Patient Affairs Manager von Takeda Oncology. „Unser Ziel ist es, Patienten verlässliche Informationen über die Erkrankung auf einfache Art zugänglich zu machen.“ Fragen wie „Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?“, „Was ist eine autologe Stammzelltransplantation?“, „Was bedeutet Zytogenetik?“ – kann der Sprachassistent Alexa dank des neuen Skills beantworten.

Quelle: Takeda

https://www.journalonko.de/news/lesen/13313

 


Elektronische Patientenakte wird als Light-Version starten

Am 01.01.2021 wird die elektronische Patientenakte (ePA) an den Start gehen. Eine technische Heraus­forderung sei dies nicht, hieß es auf dem Digital Health Congress der Bitkom in Berlin. Vielmehr hänge ihr Erfolg davon ab, ob die Nutzer einen Mehrwert erkennen. Gesundheitsminister Jens Spahn verteidigte seinen Ansatz, die Digitalisierung voranzutreiben: „Wir starten mit einer Akte, die schon etwas kann, aber eben noch nicht alles“, konstatierte er. Die Weiterentwicklung ­erfolge Schritt für Schritt in der Praxis.

Er stieß damit auf viel Zuspruch. „Erst einmal weg vom Papier“, war allgemeiner Konsens. Wie Dr. Dr. med. Hans-Jürgen Bickmann, Vorsitzender des Ärztlichen Beirats Telematik Nordrhein-Westfalen, sagte, ist dieses Vorgehen im beruflichen Alltag von Medizinern ungewohnt. Sie müssen Therapieentscheidungen bereits im Vorfeld so gut abwägen, dass der Patient davon profitiert und auch langfristig keinen Schaden davonträgt. Wichtig sei daher, dass die ePA von Anfang an so konzipiert werde, dass sich die Daten vernetzen lassen, auch wenn es noch keinen Algorithmus dafür gibt. „Wenn die Weichen einmal gestellt wurden, kann es schwer sein, die Richtung zu ändern“, warnte der Mediziner.

Für Bickmann wird die ePA zukünftig ein weiterer Dialogpartner des Arztes sein. Die analoge Welt erweitert sich um eine digitale Dimension, indem ein „digitaler Zwilling“ des Patienten erstellt werde. Während die ärztliche Dokumentation heute aus Zeilen bestehe, „von denen die eine nicht weiß, was in der anderen steht“, werden die Informationen in der ePA miteinander vernetzt und können leitliniengestützt mithilfe von Algorithmen in Echtzeit verarbeitet werden. Die Erfahrung des Arztes und seine Intuition im unmittelbaren Kontakt mit dem Patienten bleiben aber unverzichtbar. Die Vorstellung, dass das Patientenwohl im Mittelpunkt stehe, bezeichnete Dr. Gunnar Sachs von der Anwaltssozietät Clifford Chance allerdings als naiv. „Hauptmotivator ist und bleibt der Kostendruck“, sagte er. Dieser These wollte Bickmann nicht folgen. Gesundheitsdaten, die nicht nur gesammelt und archiviert, sondern intelligent zusammengeführt werden könnten, seien von großem Wert für die Versorgungsforschung, argumentierte er. Bezug nehmend auf die aktuelle Diskussion zur Übermittlung von persönlichen Daten zu Forschungszwecken ohne Einwilligung der Versicherten wies Bickmann darauf hin, dass dies bereits seit 2004 gesetzlich verankert ist. „Doch Krankenkassen sind medizinferne Kostenträger, die einen Schatz an medizinischem Wissen bekommen, für den sie im Grunde keine Expertise haben. Eine Krankenkasse ist nicht medizinisch, sondern wirtschaftlich tätig.“ Einigkeit herrschte darüber, dass die ePA ein erfolgreiches Instrument werden kann, wenn Arzt und Patient den Nutzen selbst erleben. Bickmann: „Die ePA ist für uns Ärzte eine Chance – wenn wir richtig damit umgehen.“
Anne Krampe-Scheidler

Digital Health Congress des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), 26.11.19, Berlin

 
ETIM – Artificial intelligence
and robotics

28. und 29. Februar 2020
Universitätsklinikum Essen
https://etim.uk-essen.de/etim2020/
eHealth Ideenküche
25. März 2020
Quadriga Forum Berlin
https://terraconsult.de
Entscheider-Werkstatt im Frühjahr
25.-26. März 2020
Universitätsklinikum Frankfurt
https://www.entscheiderfabrik.com
Health-IT Talk
monatlich, Berlin
http://healthittalk.imatics.de/

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Digital News"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab