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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
24. März 2020

BCMA als neues Target beim therapierefraktären Multiplen Myelom

Therapierefraktäre Patienten mit Multiplem Myelom (r/r MM) haben ein Gesamtüberleben von weniger als 6 Monaten. „Diese Patientengruppe benötigt daher ganz besonders dringend Innovationen“, sagte Prof. Dr. Katja Weisel, Hamburg, und stellte auf dem DKK 2020 in Berlin mit dem Prüfpräparat Belantamab Mafodotin (Be-Maf) eine mögliche neue Therapieoption vor.
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In der Phase-II-Studie DREAMM-2 zeigte Be-Maf mono in einer Dosierung von 2,5 mg/kg bei Patienten mit r/r MM eine klinisch bedeutsame Gesamtansprechrate (ORR) von 31%. Die Patienten waren stark vorbehandelt, gegen ein immunmodulierendes Medikament (IMiD) und einen Proteasom-Inhibitor (PI) sowie gegen einen Anti-CD38-Antikörper refraktär. Es wurden keine neuen Sicherheitssignale gefunden. Der Median der Ansprechdauer wurde bei der 6-monatigen Nachbeobachtung nicht erreicht. „Trotz bedeutender Fortschritte in der Myelom-Behandlung verlieren wir pro Therapielinie etwa ein Drittel der Patienten. Be-Maf könnte daher eine wichtige neue Behandlungsoption bieten“, so Weisel. Dies betonte auch Prof. Dr. Marc S. Raab, Heidelberg: „Zwar führt das mittlerweile breite Portfolio an Behandlungsoptionen für das rezidivierte Myelom zu verbesserten Ansprech- und Überlebensraten, doch stehen wir noch immer vor großen Herausforderungen.“ Eine dieser Herausforderungen besteht in dem nach wie vor ungelösten Problem, dass der Einsatz von Triplets und Quadruplets, einschließlich monoklonaler Antikörper, in der Erstlinie zu einem multirefraktären Myelom in den Folgelinien führt.

In der DREAMM-2-Studie wurde das gegen das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) gerichtete humanisierte Immunkonjugat Be-Maf eingesetzt – alle 3 Wochen i.v. über ca. 30 Minuten. Eine Prämedikation war nicht notwendig. Be-Maf blockt den BCMA-Rezeptor, sodass APRIL und BAFF nicht mehr binden können und vermittelt die Antikörper-abhängige zellvermittelte Zytotoxizität (ADCC) über FcyRIIIa-Rezeptoren. Dadurch dringt die Prüfsubstanz cys-mcMMAF (cysteine linked mono-methyl auristatin F) in die Zelle ein.

Beide Experten gelangten zu dem Ergebnis, dass Be-Maf nach Versagen von Daratumumab, IMiDs und PI eine Behandlungsoption darstellt, da die Patienten, die ein Ansprechen zeigen, für viele Monate profitieren. Damit kann BCMA als gutes Target für hochaktive zielgerichtete Therapien gelten: „CAR-T-Zellen gegen BCMA zeigen hohe Ansprechraten. Die Dauer des Ansprechens beträgt etwa ein Jahr“, sagte Raab. „BCMA-Immuntherapien werden derzeit in Studien auch in früheren Therapielinien getestet.“

Zu den unerwünschten Ereignissen gehören Grad-3/4-Neutropenien sowie Infektionen des oberen Respirationstrakts, ebenso wie höhergradige Thrombozytopenien und niedriggradige Neuropathien. Eine spezifische Nebenwirkung ist zudem die Augentoxizität, die sich aber als reversibel erwiesen hat.

Auf Grundlage dieser Daten hat die EMA den Zulassungsantrag von GSK zur beschleunigten Beurteilung durch das CHMP angenommen. Be-Maf wird derzeit in klinischen Studien untersucht und ist weltweit für keine Indikation zugelassen.

(sm)

Quelle: Symposium „Das Ziel im Visier: BCMA als neues Target beim Multiplen Myelom“, DKK, 21.02.2020, Berlin; Veranstalter: GSK


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