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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
03. August 2016

AML: Hohe Remissionsrate durch Kombination von Vadastuximab-Talirin (SGN-CD33A) mit hypomethylierenden Wirkstoffen

Eine Therapie mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Vadastuximab-Talirin (SGN-CD33A; 33A) kombiniert mit einem hypomethylierenden Wirkstoff (HMA) wie Azacitidin oder Decitabin kann bei älteren Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) und ungünstigen Risikofaktoren zu einer tiefen und dauerhaften Remission führen. Diese ermutigenden Ergebnisse einer Phase-I-Studie wurden auf dem diesjährigen EHA-Kongress vorgestellt (1).
AML ist eine aggressive Blutkrebsform, bei der in den meisten Fällen CD33 auf der Oberfläche der Leukämiezellen exprimiert wird. Gerade bei älteren Patienten ist die AML-Behandlung herausfordernd, da eine intensive Chemotherapie oft schlecht vertragen wird und Standardtherapien wie die HMAs Azacitidin und Decitabin allein nur moderate Ansprechraten erzielen.

SGN-CD33A ist ein neues, gegen CD33 gerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, bei dem der Antikörper stabil an einen hochpotenten zytotoxischen Wirkstoff gekoppelt ist. In der auf dem EHA-Kongress vorgestellten, noch laufenden Studie wurde die Wirksamkeit von SGN-CD33A in Kombination mit Standardtherapien (Azacitidin, Decitabin) bei 53 AML-Patienten (64% davon Männer) mit einem medianen Alter von 75 Jahren, die eine intensive Therapie abgebrochen haben, untersucht.

Von den 49 auswertbaren Patienten (76%), die mit einer Kombination von SGN-CD33A und Azacitidin oder Decitabin behandelt wurden, erreichten 17 eine vollständige (CR), 19 eine unvollständige (CRi) und 1 eine partielle (PR) Remission. Die mediane Zeit bis zur Remission (Bereich 1-4) betrug 2 Zyklen. Das mediane rezidivfreie Überleben bei CR-/CRi-Patienten liegt derzeit bei 6,9 Monaten (Bereich 0+ bis 11+). 76% der Patienten mit ungünstigem zytogenetischen Risiko haben eine Remission erreicht.

Die 30- und 60-Tage-Sterblichkeit betrug 2% bzw. 8%, wobei kein behandlungsbedingter Todesfall berichtet wurde. Die am häufigsten auftretenden unerwünschten Wirkungen vom Grad 3 oder höher, die bei > 20% der Patienten beobachtet wurden, waren febrile Neutropenien (47%), Thrombozytopenien (42%), Anämien (34%) und Neutropenien (28%). Andere häufig beobachtete Nebenwirkungen, unabhängig von einem Zusammenhang zur untersuchten Behandlung, waren Müdigkeit (55%), Übelkeit (43%), Verstopfung (38%), verminderter Appetit (36%) und periphere Ödeme (36%).

Insgesamt war die Kombination von SGN-CD33A und HMA gut verträglich und führte zu ermutigenden Ansprechraten bei älteren AML-Patienten. Eine globale randomisierte Phase-III-Studie mit SGN-CD33A + HMA vs. HMA allein ist für 2016 geplant.

(ma)

Literatur:

(1) Fathi A et al. EHA 2016, Abstr. S503.


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