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Keytruda Pantumor
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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Januar 2020 AIO 2019

Der Herbstkongress der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft (AIO) fand vom 21.-23.11.2019 in Berlin statt. Im Fokus standen wieder wissenschaftliche Arbeiten, die im Kontext zu international relevanten Forschungsergebnissen betrachtet wurden, sowie aktuelle und in Planung befindliche Studienkonzepte. Einen kleinen Überblick erhalten Sie im Folgenden sowie online auf www.med4u.org/16400.
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mCRC: Anti-EGFR-Antikörper Panitumumab bei RAS-Wildtyp


Experten diskutierten Studienergebnisse zum Einsatz des Anti-EGFR-Antikörpers Panitumumab (Vectibix®) in der Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC) mit RAS-Wildtyp (WT). Zudem erhielten die Teilnehmer einen Einblick in die Entwicklung eines neuen therapeutischen Ansatzes bei soliden Tumoren.


Die VOLFI-Studie (AIO KRK 0109) (1) ging der Frage nach, ob durch die zusätzliche Gabe von Panitumumab (2) zum FOLFOXIRI-Regime die Wirksamkeit dieses sehr aktiven Tripletts für die Erstlinientherapie des mCRC noch weiter gesteigert werden kann. Die Phase-II-Studie umfasste 96 initial nicht resektable mCRC-Patienten mit RAS-WT in gutem Allgemeinzustand, die 2:1 auf modifiziertes (m) FOLFOXIRI-Regime (Irinotecan, Leucovorin (LV), 5-Fluorouracil (5-FU) und Oxaliplatin) + Panitumumab (n=63) oder Chemotherapie mit FOLFOXIRI allein (n=33) randomisiert wurden. Laut Auswertung durch die Prüfärzte wurde die objektive Ansprechrate (primärer Endpunkt) signifikant von 60,6% unter FOLFOXIRI auf 87,3% unter mFOLFOXIRI + Panitumumab verbessert (p=0,02) (1).


Wichtige Option für Patienten mit hoher Tumorlast

Das Ergebnis wurde durch den zentralen radiologischen Review bestätigt (89,3% vs. 66,7%; p=0,004). Ein sekundärer Endpunkt war die Rate an sekundären Resektionen. Diese war bei initial inoperablen Patienten mit Chance auf eine sekundäre Metastasenresektion – definiert in Kohorte 2 – im Panitumumab-Arm bei 75% möglich im Vergleich zu 36,4% im FOLFOXIRI-Arm (1). Wie die Experten verdeutlichten, stellt diese intensive Erstlinientherapie für fitte Patienten mit hohem Remissionsdruck, hoher Tumorlast, schwerer Symptomatik und für Patienten mit der Chance auf eine Resektion initial inoperabler Metastasen eine wichtige Option dar. Auch die Frage, ob der Therapieerfolg nach eingeleiteter Remission unter einer Panitumumab-basierten Erhaltungstherapie erhalten und zugleich deeskaliert und daher besser verträglich gestaltet werden kann, wird weiter intensiv untersucht. Die Phase-II-Studien SAPPHIRE und VALENTINO haben bereits positive Ergebnisse für eine Deeskalation erbracht (3, 4). Derzeit läuft die PanaMa-Studie (AIO KRK0212) (5), in der 5-FU/LV + Panitumumab mit der alleinigen Gabe von 5-FU/LV nach Induktion mit FOLFOX + Panitumumab verglichen wird.


Prüfsubstanz AMG 510

Ein weiterer Aspekt widmete sich KRAS-mutierten Tumoren. Innerhalb der RAS-Genfamilie ist KRAS die am häufigsten vorkommende Variante, insbesondere bei soliden Tumoren (6). Eine spezifische Mutation, KRAS-G12C, wird bei ungefähr 13% der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom, in 3-5% der Patienten mit CRC und in 1-2% der zahlreichen anderen soliden Tumoren gefunden (7). Mit der Prüfsubstanz AMG 510 wird in einer laufenden Phase-I-Studie ein neues Wirkprinzip bei vorbehandelten Patienten mit KRAS-G12C-mutierten soliden Tumoren untersucht.
 
Bettina Baierl

Quelle: Satelliten-Symposium „Der Darm ist der Vater aller Trübsal (Hippokrates) – Klug therapieren statt resignieren!“, AIO-Herbstkongress, 22.11.2019, Berlin; Veranstalter: Amgen


(1) Geißler M et al. Oncol Res Treat 2019; 42(suppl 4): Vortrag und Abstr. V253.
(2) Fachinformation Vectibix®, Stand September 2019.
(3) Nakamura M et al. J Clin Oncol 2018; 36(Suppl 4S): Poster und Abstr. 729.
(4) Pietrantonio F et al. J Clin Oncol 2018; 36(Suppl 4S): Vortrag und Abstr. 3505.
(5) ClinicalTrials.gov identifier: NCT01991873.
(6) Fernandez-Medarde A et al. Ras in Cancer and Developmental Diseases. Genes Cancer 2011; 2(3): 344-358.
(7) Lipford JR. Pre-clinical development of AMG 510: the first inhibitor of KRASG12C in clinical testing. Oral presentation at AACR 2019, Atlanta, GA. March 29-April 3, 2019.



 
TKIs der nächsten Generation wie Brigatinib beim ALK+ NSCLC auf dem Vormarsch

ALK-spezifische Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs) der nächsten Generation führen im Vergleich zum Erstgenerations-TKI -Crizotinib zu hohen Ansprechraten und deutlich verlängertem progressionsfreien Überleben (PFS) beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC), und zwar in der Erstlinie ebenso wie in folgenden Behandlungslinien. Wie Dr. Sebastian Michels, Köln, berichtete, sind Zweitgenerations-TKIs in der Erstlinie des ALK+ NSCLC die bevorzugte Wahl, da sie wesentlich effektiver als Crizotinib und besser ZNS-gängig sind. Der Zweitgenerations-TKI Alectinib stellt für Michels momentan die empfehlenswerte Therapieoption in der Erstlinie dar, da die Substanz ein überlegenes medianes PFS im Vergleich zu Crizotinib zeige. Der TKI Brigatinib (Alunbrig®) ist für ihn auf Basis der Daten der Phase-II-Studie ALTA die Therapie der ersten Wahl in der zweiten Behandlungslinie nach Versagen einer Crizotinib-Therapie.
Dr. rer. nat. Claudia Schöllmann

Quelle: Satelliten-Symposium „Präzisionsonkologie beim NSCLC: Überholen die diagnostischen Methoden die Therapiemöglichkeiten?“, AIO-Herbstkongress, 23.11.2019, Berlin; Veranstalter: Takeda

https://www.journalonko.de/news/lesen/13472
 
Trifluridin/Tipiracil als effektive Drittlinienbehandlung beim metastasierten Magenkarzinom

Auch beim fortgeschrittenen Magenkarzinom werden inzwischen sequenzielle Therapiestrategien eingesetzt, die die Prognose der Patienten deutlich verbessert haben. Insbesondere in der Zweit- und Drittlinie hat es in den vergangenen Jahren Fortschritte gegeben. Als effektive und zudem gut verträgliche Option für die dritte Therapielinie steht seit einigen Monaten das Zytostatikum Trifluridin/Tipiracil (Lonsurf®) zur Verfügung.
Dr. rer. nat. Claudia Schöllmann

Quelle: Satelliten-Symposium „Metastasiertes Magenkarzinom – Neuheiten bei evidenzbasierten Therapien des AllTAGS“, AIO-Herbstkongress, 23.11.2019, Berlin; Veranstalter: Servier

https://www.journalonko.de/news/lesen/13471
 
Checkpoint-Inhibition als Mono- und Kombinationstherapie effektiv einsetzbar

Immuntherapien mit Checkpoint-Inhibitoren (CIs) haben sich in kürzester Zeit in der Onkologie als eine neue Therapiesäule etabliert. So werden sie mittlerweile z.B. beim Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (HNSCC) und beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) erfolgreich eingesetzt. Beim HNSCC hat sich eine Monotherapie mit Pembrolizumab als neuer Erstlinienstandard etabliert, und auch beim NSCLC überzeugte die Immuntherapie mit Pembrolizumab mit einer Verdopplung des Gesamtüberlebens. Pembrolizumab ist hier bei einem Tumor-Proportion-Score ≥ 50% in der Erstlinie zugelassen.
 
Anne Krampe-Scheidler

Quelle: Symposium „Immunonkologische Therapien und deren Kombinationen“, AIO-Herbstkongress, 22.11.2019, Berlin; Veranstalter: MSD

https://www.journalonko.de/news/lesen/13525
 
Stellenwert der Präzisionsonkologie beim Lungenkarzinom und anderen Entitäten nimmt zu

Für die Behandlung des Lungenkarzinoms werden molekulare Marker immer bedeutsamer. Insbesondere beim nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) sind onkogene Treiber-alterationen bekannt, die eine molekular getriebene personalisierte Therapie ermöglichen. Zunehmend profitieren aber auch andere Tumorentitäten von einer modernen Präzisionsmedizin. So werden molekular getriebene personalisierte Therapien, die beispielsweise auf Treiberalterationen wie ALK oder ROS1 basieren, neben Krebsimmuntherapien für die Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC immer wichtiger. ALK-positive Patienten profitieren beispielsweise von der sehr guten systemischen Wirksamkeit und ZNS-Gängigkeit des Erstlinien-Behandlungsstandards Alectinib (Alecensa®) mit einem medianen progressionsfreien Überleben von 34,8 Monaten.
Dr. rer. nat. Claudia Schöllmann

Quelle: Lunchsymposium „Perspektiven in der Onkologie“, AIO-Herbstkongress, 22.11.2019, Berlin; Veranstalter: Roche

https://www.journalonko.de/news/lesen/13470

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