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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Juni 2019 VTE bei Tumorpatienten: DOAK Apixaban bietet bei stabilen Patienten sinnvolle Alternative

Tumorpatienten haben ein 4-7x höheres Risiko, eine venöse Thromboembolie (VTE) zu erleiden. Primär werden niedermolekulare Heparine (NMH) empfohlen; ist der Patient jedoch stabil, bieten die direkt oralen Antikoagulantien (DOAK) wie Apixaban (Eliquis®) eine sinnvolle Alternative.
Tumor-Screening bei VTE-Patienten empfehlenswert

Gut 20% aller neu diagnostizierten VTE treten als Erstmanifestation oder Folgekomplikation einer Krebserkrankung enauf, ungefähr 10% der Tumorpatienten versterben an einer VTE, so Prof. Dr. Sebastian Schellong, Dresden. Folglich ist bei VTE-Patienten ein Tumor-Screening empfehlenswert. Das Management von Patienten mit tumor-assoziierten VTE gestaltet sich entsprechend schwierig, stets sind potentielle Wechselwirkungen von Antikoagulation und antitumoraler Medikation zu beachten.
 
In den aktuellen Leitlinien wird empfohlen, bei Patienten mit tumorassoziierten VTE in der Akut- und frühen Erhaltungstherapie für 3-6 Monate ein NMH einzusetzen, erläuterte Prof. Dr. Rupert Bauersachs, Darmstadt. Diese Empfehlungen basieren auf den Ergebnisen der CLOT- und CATCH-Studie, in denen VTE-Rezidive unter NMH gegenüber Vitamin-K-Antagonisten (VKA) deutlich seltener auftraten. Ein einfacheres Handling, so Bauersachs, ermöglichten DOAK, die in Subgruppenanalysen von Phase-III-Studien in dieser Situation gleichfalls Vorteile im Vergleich zu VKA gezeigt haben. Inzwischen wurden bei onkologischen Patienten mehrere DOAK einem Head-to-head-Vergleich mit NMH unterzogen.
 

Signifikant weniger VTE-Rezidive unter Apixaban

Bereits in der Hokusai-VTE-Studie konnte für Edoxaban eine versus Dalteparin numerisch geringere Rate an VTE-Rezidiven nachgewiesen werden, jedoch wurden auch signifikant mehr schwere Blutungen gesehen, speziell im Gastrointestinaltrakt. Vielversprechend sind daher erste Ergebnisse der ADAM-VTE-Studie, betonte Bauersachs. So kam es unter Apixaban 2x10 (bis Tag 8) bzw. 2x5 mg/Tag gegenüber Dalteparin in Monat 3 sowohl zu signifikant weniger VTE-Rezidiven (p=0,03) als auch im Trend zu weniger schweren Blutungen (p=0,14). Jedoch waren mit nur 300 Patienten die Ereignisraten zu niedrig, um ausreichend aussagekräftig zu sein. Aus diesem Grund wurde die CARAVAGGIO-Studie aufgelegt, in der Apixaban nun bei 1.186 Patienten über 6 Monate erneut gegen Dalteparin geprüft wird.
 

DOAK nur bei stabilen Patienten empfohlen

Aufgrund der bisherigen Evidenz für DOAK sieht Bauersachs im Einklang mit aktuellen Expertenempfehlungen deren Platz bei stabilen Patienten mit geringem Risiko für Blutungen und Wechselwirkungen. Bei schlechter Prognose, Metastasierung, Chemotherapie, Tumoren im Gastrointestinal- oder Urogenitalbereich sowie einem hohen Blutungsrisiko sollte zunächst weiter NMH der Vorzug gegeben werden.

Dr. Michael Lohmann

Quelle: Satellitensymposium „Venöse Thromboembolie in besonderen Lebenslagen“, DGIM, 05.05.2019, Wiesbaden; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb


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