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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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27. Juli 2018 Seite 1/2

SGO-Kongress – Teil III

Überraschende Ergebnisse zur Operation des Zervixkarzinoms in Frühstadien

Die Jahrestagung der Society of Gynecologic Oncology (SGO) – Annual Meeting on Women’s Cancer – ist der weltweit größte Kongress, der sich ausschließlich der gynäkologischen Onkologie widmet. In diesem Jahr fand er vom 24. bis 26. März in New Orleans statt. Obwohl es insgesamt eine USA-dominierte Veranstaltung ist, wird der Kongress von Jahr zu Jahr internationaler und auch deutsche Referenten und Teilnehmer werden in das Programm eingebunden. In diesem Jahr mangelte es zwar an großen Phase-III-Studiendaten zur systemischen Therapie, aber es gab dennoch -interessante neue Erkenntnisse. Das Highlight waren überraschende Ergebnisse zur Operation des Zervixkarzinoms in Frühstadien. In der „Late Breaking Abstracts“-Sitzung am Montag wurden dazu 2 Studien vorgestellt, die die Zuhörer aufschreckten.
In der letzten Dekade hat die minimalinvasive Operation des Zervixkarzinoms sowohl in USA als auch in Deutschland stark zugenommen. In den USA erfolgt heute etwa die Hälfte der Hysterektomien minimalinvasiv, während die Anzahl konventioneller offener Laparatomien stetig abnimmt. Pedro T. Ramirez, MD Anderson Cancer Center Houston, Texas, USA, präsentierte Daten der ersten großen Studie, die beide Vorgehensweisen prospektiv verglichen hatte (1). Womit niemand gerechnet hatte: das krankheitsfreie Überleben nach minimal-invasivem Vorgehen war signifikant schlechter als nach offener Laparatomie.

Direkt im Anschluss zeigte Jose Alejandro Rauh-Hain, ebenfalls MD -Anderson Cancer Center, retrospektive Beobachtungsdaten von 2.221 Patientinnen aus der National Cancer Database auf, die zwischen 2010-2012 mit einem Zervixkarzinom im Stadium 1A2 oder 1B1 in einem amerikanischen Krankenhaus stationär aufgenommen und mit radikaler Hysterektomie und pelviner Lymphadenektomie operiert wurden (2). Auch diese Untersuchung fand ein signifikant schlechteres Überleben für diejenigen Patientinnen, die minimalinvasiv operiert wurden.

Beide Untersucher zeigten sich von ihren eigenen Ergebnissen überrascht. Niemand hatte damit gerechnet, dass die Ergebnisse des minimalinvasiven Vorgehens – ob laparaskopisch oder Roboter-assistiert – schlechter sein könnten als die offene Operation, denn frühere Studien bei anderen Tumor-entitäten wie Endometriumkarzinom, Magenkarzinom oder Ovarialkarzinom hatten keine Unterschiede für Rezidiv-rate und Überleben gezeigt. Dies führte zur Annahme, dass dies auch für das Zervixkarzinom gelten müsse.

Die Studie „Laparoscopic Approach to Cervical Cancer” (LACC, ClinicalTrials.gov Identifier: NCT00614211) wurde an 33 Zentren in 12 Ländern durchgeführt, darunter 6 in den USA, weitere in Australien, Südamerika, und Asien sowie 5 in Europa (Italien, Bulgarien). Deutsche Zentren nahmen nicht teil. Im Zeitraum 2008 bis 2017 wurden Patientinnen mit Zervixkarzinomen in den Stadien 1A1, 1A2, oder 1B1 eingeschlossen, die randomisiert entweder eine minimalinvasive (MIS) oder eine offene radikale Hysterektomie erhielten. Jedes teilnehmende Zentrum musste eine vollständige Falldokumentation für 10 Patienten und unbearbeitete chirurgische Videos von 2 Patienten, die sich zuvor einer minimalinvasiven radikalen Hysterektomie unterzogen hatten, an ein Prüfungskomitee senden, um das lokale Können bei MIS zu dokumentieren. Ursprünglich sollten 740 Patientinnen eingeschlossen werden, um Non-inferiority zu demonstrieren, jedoch nach 631 rekrutierten Patientinnen wurde die Studie gestoppt, weil bereits nach 2,5 Jahren anstelle des geplanten 4,5-Jahres-Follow-up das negative Outcome identifiziert wurde. Das 4,5-Jahres-Follow-up wurde bei etwa 39% der Patientinnen erreicht. 88% der 312 Patientinnen, die in den Laparatomie-Arm randomisiert wurden, wurden operiert, bei den 319 Patientinnen im MIS-Arm waren es 91%, wobei 16% der MIS-Verfahren Roboter-assistiert durchgeführt wurden.
 
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