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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

23. April 2019 Tumorassoziierte venöse Thromboembolien: Daten zu DOAK

Venöse Thromboembolien (VTE) bei Tumorpatienten werden standardmäßig mit niedermolekularem Heparin behandelt. Aktuelle Studien untersuchen derzeit die Sicherheit und Wirksamkeit der direkt wirksamen, oralen Antikoagulanzien bei VTE-Patienten mit einer aktiven Tumorerkrankung.
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Venöse Thromboembolien gehören zu den häufigen Komplikationen bei Tumorpatienten. Bis zu 20% aller Patienten mit einer VTE leiden an einer Krebserkrankung. Bei 5-10% der Patienten mit einer idiopathischen VTE wird innerhalb von 1-2 Jahren eine Krebserkrankung diagnostiziert (1-3), umriss Dr. Forian Langer, Hamburg, die epidemiologische Situation. Das Auftreten einer VTE verschlechtert die Prognose von Krebspatienten (1-3). Die bisherige Standardtherapie ist die Antikoagulation mit niedermolekularem Heparin über mind. 6 Monate. Direkt wirksame, orale Antikoagulanzien (DOAK)sind bereits eine etablierte Option bei Patienten ohne Tumorerkrankung. Bei Tumorpatienten ist ihre Rolle allerdings noch nicht geklärt, insbesondere die abschließende Bewertung eines möglichen erhöhten Blutungsrisikos ist notwendig.

Aktuelle Studien zeigen, dass DOAK auch bei Tumorpatienten wirksam sind und eine gute Alternative zu Heparin sein könnten. In der Hokusai-VTE-Cancer-Studie (4) und der Select-D-Studie (5) wurden DOAK (Endoxaban und Rivaroxaban) gegen Dalteparin mit dem Ergebnis getestet, dass unter den DOAK eher weniger Rezidivthrombosen auftraten. Allerdings traten unter den DOAK mehr schwere Blutungen auf, erläuterte Langer. Weitere Daten einer randomisierten Studie zur Sicherheit und Wirksamkeit der DOAK bei Patienten mit venöser Thromboembolie und aktiver Tumorerkrankung wurden letztes Jahr auf der 60. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) präsentiert (6). In der ADAM-VTE-Studie erhielten Tumorpatienten mit akut symptomatischer oder inzidenteller venöser Thromboembolie entweder Apixaban oder Dalteparin über 6 Monate. Hier führte Apixaban gegenüber Dalteparin nicht zu einem erhöhten Blutungsrisiko. Die Rezidivrate venöser Thromboembolien war niedriger unter Apixaban als unter Dalteparin. Die Studie wurde noch nicht veröffentlicht.

Bettina Baierl

Quelle: Symposium „Herausforderung venöse Thromboembolie: Evidenz – Empfehlungen – Erfahrungen“, GTH, 27.02.2019, Berlin; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb und Pfizer

Literatur:

(1) Key NS et al. Cancer Res 2016;76:3671-5.
(2) Lee AY et al. Circulation 2003;107(23 Suppl 1):I17-21.
(3) Sorensen HT et al. N Engl J Med 2000;343: 1846-50.
(4) Raskob GE et al. N Engl J Med 2018;378: 615-24.
(5) Young AM et al. J Clin Oncol 2018;36:2017-23.
(6) McBane RD et al. ASH 2018, oral presentation and poster abstract 421.


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