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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. September 2018 Transfusionsbedingte Eisenüberladung: Weniger Komplikation durch Optimierung der Chelattherapie

Die Gabe von Erythrozytenkonzentraten ist für einen Teil der Patienten mit hämatologischen Erkrankungen wie myelodysplastischen Syndromen (MDS) oder Thalassämie lebensnotwendig – eine daraus resultierende Eisenüberladung (IOL) eine häufige Folge regelmäßiger Transfusionen. Das nicht an Serumferritin gebundene freie Plasmaeisen wirkt toxisch auf verschiedene Organe inklusive das Knochenmark, wodurch die Erythropoese zusätzlich beeinträchtigt werden kann.
Empfohlen wird, früh mit einer Eisenchelattherapie mit niedrig dosiertem Deferasirox zu beginnen und nicht zu warten, bis eine ausgeprägte Eisenüberladung vorliegt (1). Eine aktuelle Umfrage unter 98 Hämatologen und Onkologen in Deutschland hat ergeben: Die Eisenchelation gehört zum Therapie-Standard bei polytransfundierten Patienten (2). Einige Ärzte starten mit der Chelator-Gabe bereits bei Serumferritin-Werten von 500 ng/ml, um Organschäden frühzeitig vorzubeugen. Und Faktoren, die eine Chelator-Therapie für den Patienten vereinfachen und angenehmer gestalten, unterstützen die Therapietreue und damit den langfristigen Behandlungserfolg, schlussfolgern die befragten Ärzte. In der JUPITER-Studie prüfen Wissenschaftler in 10 Ländern nun, ob Patienten, das seit 2016 verfügbare Deferasirox als Filmtablette der in Flüssigkeit aufzulösenden Suspensionstablette vorziehen (3). Ziel der JUPITER-Studie ist es, die Patientenpräferenz festzustellen, um die Adhärenz für eine Eisenchelator-behandlung weiter zu verbessern und zusätzliche Daten zu Verträglichkeit, Sicherheit und Effektivität von Deferasirox zu erhalten. Die Patientenpräferenz wird mit standardisierten Fragebögen erhoben. Nach der Screeningphase erhalten die Patienten zunächst die Exjade® Suspensionstabletten für 24 Wochen und danach für weitere 24 Wochen die Filmtabletten. Sie sammeln somit Erfahrungen zu beiden Darreichungsformen. Primärer Endpunkt ist die Patientenpräferenz zu Woche 48.

Nicola Siegmund-Schultze

Quelle: 23nd Congress of the European Hematology Association (EHA), 14.-17.06.2018, Stockholm, Schweden

Literatur:

(1) Gattermann N. Iron chelation and its effect on hematopoesis. 23. Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) vom 14.-17.06.2018 in Stockholm; Vortrag 15.06.2018.
(2) Novartis Data on File.
(3) Viprakasit V, Merad-Boudia R, Gupta AD et al. An open-label, multicenter, single-arm, phase II study assessing patient preference for the deferasirox film-coated tablet compared to the reference dispersible tablet formulation: the JUPITER study. 23. Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) vom 14.-17.06.2018 in Stockholm; Abstract PF477.


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