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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. Februar 2019
Seite 1/3
Therapiealgorithmen: Systemische medikamentöse Therapie bei NET

Da neuroendokrine Tumoren (NET) verhältnismäßig langsam wachsen und eine Metastasenbildung erst spät erfolgt, ist die operative Entfernung bei resektablen Tumoren die effektivste Therapieoption. Darüber hinaus stehen NET-Patienten verschiedene zielgerichtete Therapien und Chemotherapien zur Verfügung (Abb. 1 und 2), die unter www.therapiealgorithmen.de in Form von Algorithmen eingesehen werden können. Die Therapie von NET sollte interdisziplinär abgestimmt werden. Es gilt zu berücksichtigen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und in welchem Organ der ursprüngliche Tumor gewachsen ist.
 
Neuroendokrine Tumoren (NET) umfassen eine heterogene Gruppe von Malignomen, die im diffusen neuroendokrinen System auftreten und durch indolentes Wachstum gekennzeichnet sind. Zwischen den zellulären Komponenten in der Mikroumgebung dieser Tumoren finden komplexe Wechselwirkungen statt. Da NET-Zellen eine Vielzahl proangiogener Moleküle, darunter VEGF, PDGF, FGF, Semaphorine und Angiopoietine überexprimieren, zählen NET zu den am stärksten vaskularisierten Krebsarten. Tumorinfiltrierende Neutrophile, Mastzellen und/oder Makrophagen fördern die Neoangio-genese dieser Tumoren (1). Die diagnostizierte Inzidenz von NET ist in den letzten Jahren auf etwa 5 Fälle pro 100.000 gestiegen. Es wird angenommen, dass der Anstieg auf Verbesserungen der Tumorklassifizierung, erhöhte Erkennungsniveaus bei der verbreiteten Verwendung endoskopischer und radiologischer Untersuchungen sowie Umwelt- und Ernährungsfaktoren zurückzuführen ist (2).
 
Abb. 1: Therapiealgorithmus nicht kurativ resektabler MNET von www.therapiealgorithmen.de* (3).
Therapiealgorithmus nicht kurativ resektabler MNET
 
Abb. 2: Therapiealgorithmus PNET von www.therapiealgorithmen.de* (4).
Therapiealgorithmus PNET

 
 
Diagnose
 
Da NET-Zellen vermehrt neuroendokrine Peptide ausscheiden, werden diese sowohl für die Diagnose als auch für das Follow-up als klinische Marker verwendet. Zeigt ein Patient Symptome, die aus der vermehrten Hormonbildung resultieren, können diese im Rahmen einer initialen Diagnose im Blut oder Urin nachgewiesen werden (5). Abgesehen von den sekretierten Hormonen dieser Tumoren sind Chromogranin A (CgA), 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA), neuronenspezifische Enolase (NSE, Gamma-Gamma-Dimer) und Synaptophysin (P38) wichtige Marker (6). Des Weiteren dienen bildgebende Verfahren, wie Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie oder Somatostatin-Rezeptor-Szintigraphie zur Erkennung des Primärtumors. CT und funktionelle Bildgebungsverfahren werden verwendet, um den Primärtumor zu identifizieren und seine Resektabilität zu bewerten.

 
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