Sonntag, 24. März 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. Februar 2019
Seite 1/3
Therapiealgorithmen: Systemische medikamentöse Therapie bei NET

Da neuroendokrine Tumoren (NET) verhältnismäßig langsam wachsen und eine Metastasenbildung erst spät erfolgt, ist die operative Entfernung bei resektablen Tumoren die effektivste Therapieoption. Darüber hinaus stehen NET-Patienten verschiedene zielgerichtete Therapien und Chemotherapien zur Verfügung (Abb. 1 und 2), die unter www.therapiealgorithmen.de in Form von Algorithmen eingesehen werden können. Die Therapie von NET sollte interdisziplinär abgestimmt werden. Es gilt zu berücksichtigen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und in welchem Organ der ursprüngliche Tumor gewachsen ist.
 
Anzeige:
Fachinformation
Neuroendokrine Tumoren (NET) umfassen eine heterogene Gruppe von Malignomen, die im diffusen neuroendokrinen System auftreten und durch indolentes Wachstum gekennzeichnet sind. Zwischen den zellulären Komponenten in der Mikroumgebung dieser Tumoren finden komplexe Wechselwirkungen statt. Da NET-Zellen eine Vielzahl proangiogener Moleküle, darunter VEGF, PDGF, FGF, Semaphorine und Angiopoietine überexprimieren, zählen NET zu den am stärksten vaskularisierten Krebsarten. Tumorinfiltrierende Neutrophile, Mastzellen und/oder Makrophagen fördern die Neoangio-genese dieser Tumoren (1). Die diagnostizierte Inzidenz von NET ist in den letzten Jahren auf etwa 5 Fälle pro 100.000 gestiegen. Es wird angenommen, dass der Anstieg auf Verbesserungen der Tumorklassifizierung, erhöhte Erkennungsniveaus bei der verbreiteten Verwendung endoskopischer und radiologischer Untersuchungen sowie Umwelt- und Ernährungsfaktoren zurückzuführen ist (2).
 
Abb. 1: Therapiealgorithmus nicht kurativ resektabler MNET von www.therapiealgorithmen.de* (3).
Therapiealgorithmus nicht kurativ resektabler MNET
 
Abb. 2: Therapiealgorithmus PNET von www.therapiealgorithmen.de* (4).
Therapiealgorithmus PNET

 
 
Diagnose
 
Da NET-Zellen vermehrt neuroendokrine Peptide ausscheiden, werden diese sowohl für die Diagnose als auch für das Follow-up als klinische Marker verwendet. Zeigt ein Patient Symptome, die aus der vermehrten Hormonbildung resultieren, können diese im Rahmen einer initialen Diagnose im Blut oder Urin nachgewiesen werden (5). Abgesehen von den sekretierten Hormonen dieser Tumoren sind Chromogranin A (CgA), 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA), neuronenspezifische Enolase (NSE, Gamma-Gamma-Dimer) und Synaptophysin (P38) wichtige Marker (6). Des Weiteren dienen bildgebende Verfahren, wie Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie oder Somatostatin-Rezeptor-Szintigraphie zur Erkennung des Primärtumors. CT und funktionelle Bildgebungsverfahren werden verwendet, um den Primärtumor zu identifizieren und seine Resektabilität zu bewerten.

 
Vorherige Seite

Das könnte Sie auch interessieren

Die P4-Medizin – Krebstherapie der Zukunft?

Die P4-Medizin – Krebstherapie der Zukunft?
© Fotolia / psdesign1

Die Versorgung von krebskranken Menschen befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Die Entwicklung neuer diagnostischer Methoden und individueller Therapien verändert die onkologische Medizin, wie wir sie bisher kennen. Das jüngst gewonnene Wissen über den Krebs und seine molekularbiologische Vielfalt verlangt nach neuen Antworten. In dem vom amerikanischen Biomediziner Leroy Hood geprägten Konzept der P4-Medizin wird die mögliche Krebstherapie der Zukunft...

Sächsische Krebsgesellschaft e.V.: „Aktiv gegen Krebs“

Das Vermitteln von Wissen zum Thema Krebs versteht die Sächsische Krebsgesellschaft e.V. (SKG) als ihre vordringlichste Aufgabe. Das betrifft das Wissen der Betroffenen, also der an Krebs erkrankten Menschen, die sich in allen
Fragen rund um ihre Erkrankung an die SKG wenden können, wie auch das Wissen der Bevölkerung. "Wir wollen vermitteln, dass man mit Krebs leben kann", erklärt Professor Dr. Ursula Froster, Vorstandsvorsitzende der SKG.

Was hilft Kindern mit Krebs und deren Eltern?

Was hilft Kindern mit Krebs und deren Eltern?
© Frantab / Fotolia.com

Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, verändert sich in einem Augenblick das gesamte Leben der Familie – Gefühle, Gedanken, der Alltag. Für die Eltern krebskranker Kinder ist es eine große Belastung, sich in der neuen Lebenssituation mit den Unsicherheiten und Verlustängsten zurechtzufinden. In dieser schwierigen Situation gibt es viele unterstützende Angebote. Das ONKO-Internetportal stellte in seinem Monatsthema eine Auswahl davon vor.

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde
© Daniel Vincek / fotolia.com

Neue Analysen der EPIC-Potsdam-Studie zeigen, dass eine mediterrane Kost auch außerhalb des Mittelmeerraums das Risiko für Typ-2-Diabetes senken kann. Zudem können Menschen mit Gemüse, Obst, Olivenöl und Co wahrscheinlich zusätzlich ihr Herzinfarkt-Risiko verringern. Die Ergebnisse zum Zusammenhang von regionalen Diäten und chronischen Erkrankungen haben DIfE-Wissenschaftler im Rahmen des Kompetenzclusters NutriAct jetzt im Fachblatt BMC Medicine publiziert.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Therapiealgorithmen: Systemische medikamentöse Therapie bei NET"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.