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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. Juni 2016 Tandem-Transplantation: Höhere Überlebensraten bei Kindern mit Hochrisiko-Neuroblastomen

In einer multizentrischen randomisierten Phase-III-Studie konnte gezeigt werden, dass die doppelte myeloablative autologe Stammzelltransplantation (ASCT) das ereignisfreie Überleben (EFS) von Kindern mit Hochrisiko-Neuroblastom (HR-NB) verbessern kann (1).
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Fachinformation

Weniger als 50% der Kinder mit HR-NB überleben mehr als 5 Jahre nach Diagnosestellung. In der vorliegenden, von der Children‘s Oncology Group (COG) durchgeführten Studie wurden die Auswirkungen einer einzelnen ASCT mit Carboplatin-Etoposid-Melphalan (CEM) Chemotherapie mit denen einer Tandem-ASCT (ASCT mit Thiotepa-Cyclophosphamid gefolgt von einer ASCT mit modifizierter CEM (TC:CEM)) verglichen. In der Gruppe mit Tandem-ASCT erhielten die Patienten 2 Transplantationen im Abstand von 6-8 Wochen. Das mittlere Alter der Patienten bei Studienbeginn betrug 3,1 Jahre. 88% der Patienten (n=574) hatte die Krankheit im Stadium 4 und bei 38,2% (n=249)  wiesen die Tumoren eine MYCN-Amplifikation auf. Das 3-Jahres-EFS ab dem Zeitpunkt der Randomisierung war nach einer Tandem-Transplantation mit 61,4% signifikant höher als nach einer einzelnen Transplantation (48,4%). Auch das 3-Jahres-Gesamtüberleben war nach Tandem-Transplantation etwas höher als nach einer einzelnen Transplantation (73,8% vs. 69,0%) (Tab. 1). Die Gruppe, die eine doppelte ASCT erhielt, zeigte eine geringere behandlungsbedingte Mortalität (n=8 CEM, n=2 TC:CEM). Das Vorkommen von schweren mukosalen, infektiösen oder hepatischen Toxizitäten war bei beiden Therapieansätzen ähnlich. Das 3-Jahres-EFS und -OS ab der Diagnose waren jeweils 51,1 +/- 2,0% und 68,2 +/- 1,9%.
 

Tab. 1: Ereignisfreies und Gesamtüberleben (EFS und OS) nach 3 Jahren.
Tab. 1: EFS und OS nach 3 Jahren.


Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass eine zweite ASCT zusätzlich zur Standardtherapie das Therapieergebnis von Patienten mit Hochrisiko-Neurblastom verbessern kann.

(red)

Literatur:

(1) Park JR et al. ASCO 2016; LBA3.


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