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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Januar 2018
Seite 1/2
Erstlinientherapie beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom

H. Rexer1, T. Steiner2, V. Grünwald3.

Eine randomisierte Phase-II-Studie zur Untersuchung einer frühzeitigen Therapieumstellung von Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) auf Nivolumab im Vergleich zu einer fortgesetzten TKI-Therapie bei Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom und stabiler Erkrankung nach 3-monatiger Behandlung (NIVOSWITCH) – AN 38/15 der AUO.
Für die Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms (mRCC) wurden in den letzten 10 Jahren vor allem TKI, mTOR-Inhibitoren und der VEGF-Antikörper Bevacizumab eingesetzt. Neuerdings sind auch Antikörper verfügbar, welche die Tumor-vermittelte Inhibition der körpereigenen Immunabwehr unterdrücken können. Im April 2016 wurde mit Nivolumab die erste Substanz dieser Art für die Zweitlinientherapie des mRCC seitens der EMA zugelassen.

Als Erstlinientherapie in dieser Indikation stellt derzeit eine Therapie mit zielgerichteten Medikamenten den Standard dar und wird dementsprechend in Leitlinien empfohlen (Sunitinib und Pazopanib). Die Kombination dieser Substanzen mit Checkpoint-Inhibitoren wurde bereits als besonders wirksam beschrieben, die additive Toxizität macht eine Weiterentwicklung dieser Kombination jedoch unmöglich. Durch das frühe Ansprechen der Tumoren auf eine zielgerichtete Behandlung (Grünwald et al. EUR UROL 12/2016), ist das Konzept einer TKI-Induktionsbehandlung klinisch interessant. In dieser Studie soll nun geprüft werden, ob nach einer Induktionsphase mit einem TKI der Wechsel auf Nivolumab einen Überlebensvorteil für die Patienten bietet.
 
Abb. 1: Studienzentren in Deutschland und Österreich.
 Abb. 1: Studienzentren in Deutschland und Österreich.


In diese offene, multizentrische, randomisierte Phase-II-Studie werden deshalb Patienten mit einem metastasierten oder fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom eingeschlossen. Alle Patienten müssen vor Studieneinschluss eine 10-12-wöchige Erstlinientherapie mit einem VEGFR-TKI (Pazopanib oder Sunitinib) erhalten haben. Zum Zeitpunkt des Studieneintritts soll unter dieser Therapie eine Krankheitskontrolle im Sinne eines partiellen Ansprechens (PR) oder einer stabilen Erkrankung (SD) vorliegen.

In einem Behandlungsarm erhalten die Patienten dann ab der Randomisierung eine Therapie von 240 mg Nivolumab alle 2 Wochen über 16 Wochen, anschließend alle 4 Wochen 480 mg Nivolumab. Im Kontroll-Arm wird die TKI-Standardbehandlung fortgeführt; für Pazopanib beträgt dies 800 mg täglich, für Sunitinib 50 mg täglich über 4 Wochen gefolgt von einer 2-wöchigen Therapiepause. In beiden -Armen soll die Therapie maximal 3 Jahre bzw. bis zur Krankheitsprogression fortgeführt werden.

Primärer Endpunkt der Studie ist das Gesamtüberleben (OS). Sekundäre Endpunkte sind das beste Gesamt-ansprechen (CR+PR) während der -gesamten Erstlinienbehandlung nach RECIST 1.1, OS-Rate nach 24 und 36 Monaten, Dauer des Ansprechens, PFS und OS ab dem Zeitpunkt der Randomisierung bis zum Tod, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Veränderung der Tumorgröße sowie Sicherheit der Therapien. Es erfolgt eine stratifizierte, zentrale 1:1-Randomisierung anhand der Merkmale Ansprechen (PR/SD), Modifizierter MSKCC-Score (geringes Risiko vs. andere) und TKI (Sunitinib vs. Pazopanib).
 
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