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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Juli 2018 Splenomegalie und Palliativmedizin/Lebensqualität

Ein bunter Sommerstrauß

Berend Feddersen
Die Doppelausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE bietet genug „Lesestoff“ für 2 Monate. Ein bunter thematischer Sommerstrauß mit einzelnen Blumen, die man vielleicht schon mal gesehen hat, die aber bei genauerem Betrachten neue Details und Perspektiven eröffnen: so gibt z.B. Herr Stahl eine Einschätzung zum gegenwärtigen Stand beim CUP-Syndrom, dem man mittels PET-CT und molekularem Profiling immer öfter einen Primarius zuweisen kann – und doch wird man mit der Diagnose CUP auch weiterhin arbeiten müssen, so sein Fazit.

Das erste Titelthema widmet sich der Hämatologie: Herr Bommer erläutert in seinem CME-zertifizierten Übersichtsartikel die differentialdiagnostische Einordnung einer Splenomegalie mit Fokus auf benignen und malignen hämatologischen Ursachen. Eine dieser potentiell zugrundeliegenden Erkrankungen ist die paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie; Herr Röth geht auf dieses selten auftretende „Chamäleon der Hämatologie“ genauer ein. Eine „Blume“, deren Betrachtung lohnt, um sie wiederzuerkennen.

Der zweite Themenschwerpunkt widmet sich den wichtigsten Aspekten zur Lebensqualität im palliativen Setting: Herr Tachezy erläutert die Therapieziele palliativer Chirurgie und Herr Schürmann geht auf die Schmerztherapie bei Tumorpatienten ein. Herr Elter beschreibt das auf Krebspatienten abgestimmte Bewegungskonzept OTT. Herr Wagner betont die Bedeutung der frühzeitigen Intervention in der Ernährung, da Mangelernährung ein Risikofaktor für Therapie-Komplikationen ist und Prognose und Lebensqualität verschlechtert. Gleichzeitig muss gut abgewogen werden, ab wann es für den palliativen Patienten ausschließlich noch um Lebensqualität geht. Der Frage nach dem Zeitpunkt, ab wann dieser Perspektivwechsel und vor allem, „wie“ er stattfindet, widmen sich Frau Heußner und Frau Bierwirth in ihrem Artikel: Durch eine Therapiebegrenzungsentscheidung ändert sich das Therapieziel von Lebensverlängerung zu rein lindernden Maßnahmen. Gespräche darüber bedeuten den Wendepunkt in der Behandlung und sind daher für Patienten und Ärzte eine der größten Herausforderungen überhaupt. Hierbei handelt es sich um eine Behandlungsplanung (=care planning). Wir (Petri, Feddersen) erläutern in unserem Beitrag, wie eine Planung für Situationen gelingen kann, in denen der Patient nicht mehr selbst entscheiden kann (=advance care planning). Hierbei wird nicht nur erläutert, wie solch eine neue Form der Patientenverfügung erstellt werden kann, sondern auch, welche Faktoren in der regionalen Implementierung umgesetzt werden müssen, damit diese dann auch beachtet und umgesetzt wird.

Nehmen Sie diese wichtige Lektüre am besten mit in den Sommerurlaub,

Ihr Berend Feddersen

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