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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. November 2019
Seite 1/3
Rezidivtherapie beim Endometriumkarzinom

M. Fleisch, V. Bjelic-Radisic, Universität Witten/Herdecke, Wuppertal.

Trotz der häufig kurativen Primärbehandlung des frühen Endometriumkarzinoms (EC) kann der Tumor in Abhängigkeit von Biologie und Tumorstadium bei einer Reihe von Patientinnen rezidivieren. Je nach Art der Vortherapie sowie der Rezidivlokalisation stehen grundsätzlich operative, strahlentherapeutische und medikamentöse Optionen zur Verfügung. In der aktuellen S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des EC wird auf der Basis der vorhandenen Literatur eine sinnvolle Vorgehensweise unter Berücksichtigung der genannten Modalitäten dargestellt. Mit zunehmendem molekularen Verständnis dieser Tumorentität stehen jedoch mittlerweile auch Substanzen zur individuellen zielgerichteten Rezidivtherapie zur Verfügung. Im Gegensatz zu ersten Daten bezüglich Ansprechraten müssen zukünftige Studien zeigen, inwieweit hier eine Verbesserung der Prognose in der Rezidivsituation in Aussicht gestellt werden kann.
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Das EC ist immer noch das häufigste genitale Karzinom der Frau und in Anbetracht der meist frühen Diagnosestellung mit einer guten Prognose bei Durchführung der Standardtherapie verbunden. Diese besteht aus der Staging-Operation mit Hysterektomie und bilateraler Adnexektomie stadienabhängig mit oder ohne die pelvine und paraortale Lymphonodektomie. Mit der adjuvanten Strahlentherapie (Tele- und Brachytherapie) allein oder in Kombination mit einer adjuvanten Chemotherapie (heute i.d.R. Carboplatin und Taxan) bestehen individuell und risikoadaptiert die Möglichkeit, das rezidivfreie und Gesamtüberleben (OS) günstig zu beeinflussen. Die aktuelle AWMF S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Endometriumkarzinoms fasst hier die verfügbare Evidenz in entsprechende Empfehlungen zusammen (1).
 
In Abhängigkeit von den biologischen Risikofaktoren (histologischer Subtyp, Differenzierungsgrad) und dem Tumorstadium besteht eine unterschiedliche individuelle Wahrscheinlichkeit für ein Rezidiv. Von den Patientinnen, die ein Rezidiv entwickeln, erleiden 29% ein asymptomatisches und ca. 71% ein symptomatisches Rezidiv. Die große Mehrheit (78%) aller Rezidive tritt dabei innerhalb der ersten 3 Jahre des Follow-ups nach Primärtherapie auf (2-4).
 
Betrachtet man die häufigsten Symptome, die die Patientinnen mit Rezidiv angeben, so finden sich meist abdominelle Schmerzen, aber v.a. auch vaginale Blutungen. Die Patientinnen berichten zum Teil über selbst festgestellte Tumoren im Genitalbereich, einen vermehrten Harndrang oder im Fall von Fernmetastasen auch Husten, Rückenschmerzen oder Symptome der intestinalen Obstruktion (4). Obwohl die Tumornachsorge auch in den aktuellen Leitlinien empfohlen wird, konnte bisher nicht gezeigt werden, dass systematische Nachsorgeuntersuchungen bei Frauen nach erlittenem EC zu einer Verbesserung der Überlebensprognose führen (4).
 
In der Analyse der Qualität verschiedener Untersuchungsmethoden im Rahmen der Rezidivdiagnostik zeigt sich, dass bei bis zu einem Drittel der Fälle die Rezidivdiagnose rein klinisch gestellt werden kann, bei 5-21% durch eine Computertomographie, bei 15% durch die Abnahme des Tumormarkers CA 125 alleine, bei 4-13% durch eine Ultraschalluntersuchung. Lediglich bei 4-13% wird die Diagnose durch eine Zytologie des Vaginalabschlusses gestellt. Bildgebende Untersuchungen (CT, PET-CT, MRT o.ä.) sollten bei asymptomatischen Patienten nicht durchgeführt werden. Nach einer Metaanalyse von 11 Studien scheint das PET-CT dabei die beste Sensitivität und Spezifität zu haben (5, 6).
 
Die Nachsorgeuntersuchungen sollten neben der Rezidivsymptom-orientierten Anamnese die klinische gynäkologische Untersuchung mit Spiegeleinstellung sowie die rektovaginale Palpationsuntersuchung umfassen und in den ersten 3 Jahren in 3-6-monatigen Abständen vorgenommen werden. Nach den ersten 3 Jahren kann dann diese Nachsorge in eine halbjährliche übergehen. Wichtig ist, dass keine routinemäßige Tumormarker-Bestimmung durchgeführt werden sollte. Gemäß den Daten der PORTEC-Studie kann die Prognose nach Rezidivdiagnose in unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden, je nachdem in welcher Lokalisation das Rezidiv diagnostiziert wird. Bei einem isolierten Vaginalrezidiv beträgt die 3-Jahres-Überlebensrate immerhin 74%, beim lokoregionären bzw. Beckenrezidiv noch 14%, im Fall von Fernmetastasen 8% (Tab. 1) (7).
 
Tab. 1: Überleben nach Rezidivlokalisation (mod. nach (7)). 3-J OS=3-Jahres-Überleben
Überleben nach Rezidivlokalisation

 
 
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