Mittwoch, 22. Mai 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Juli 2018 „Real-world“-Daten nutzen, um die Hämatologie voranzubringen

Kontrollierte Studien zählen zu den wichtigsten Werkzeugen in der klinischen Forschung und haben die Erfolge der Medizin in den letzten Jahrzehnten erst ermöglicht. Weil die Situation in einer solchen Studie aber immer mehr oder weniger künstlich ist und die Patienten meist stark selektiert sind, gewinnt die Analyse von Daten aus dem medizinischen Alltag immer mehr an Gewicht. Um diese „Real-world“-Daten besser zu nutzen, hat die Firma Janssen vor 3 Jahren eine Kollaboration mit dem Karolinska-Institutet in Stockholm begonnen.
Schweden profitiert von dem außerordentlich leistungsfähigen Gesundheitssystem und den dort seit Jahrzehnten gepflegten umfangreichen medizinischen Patientenregistern. Diese enthalten einzigartig umfassende Informationen und bieten eine vielfache Verlinkung von medizinischen Daten mit solchen zu Familienstruktur, Sozialversicherung, Einkommen, Bildung, Kriminalität und zahlreichen anderen Faktoren. Ebenfalls wertvolles Kapital stellt die langjährige Erfahrung der Karolinska-Forscher auf vielen Gebieten der medizinischen Wissenschaft dar. Das Ziel der Zusammenarbeit ist es, Zusammenhänge zwischen klinischen Studien und Registerdaten, die aus der alltäglichen Praxis stammen, zu erkennen und für die bessere Behandlung von Patienten nutzbar zu machen. Von 5 Projektgruppen beschäftigen sich in dieser Kollaboration 2 mit onkologischen Fragestellungen, B-Zell-Malignomen und Multiplem Myelom. Das Lymphom-Projekt fokussiert vor allem auf das diffus-großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) und das follikuläre Lymphom, so Karin Ekström Smedby, Stockholm. In einer ersten Studie, die das nationale schwedische Lymphom-Register nutzte, konnte so gezeigt werden, dass sich die Prognose vor allem jüngerer Patienten mit DLBCL in Schweden in den vergangenen 15 Jahren deutlich verbessert hat und dass Patienten, die die ersten beiden Jahre nach der Diagnose überlebt haben, mittlerweile eine praktisch normale Lebenserwartung aufweisen. Patienten mit ungünstigen Prognose-Scores hingegen verlieren trotz der Einführung der Chemoimmuntherapie mit Rituximab und CHOP in Schweden im Jahr 2006 weiterhin im Mittel 8 Jahre ihres Lebens durch die Krankheit. Weitere Forschungen im Rahmen dieses Projekts zielen auf die Identifizierung von Charakteristika ab, weswegen Patienten nicht auf die Standardtherapien ansprechen. Außerdem sollen Faktoren gefunden werden, die bei der Wahl der Therapie für solche Patienten hilfreich sein könnten. Ein ähnliches Projekt zum follikulären Lymphom ist in Planung.

Josef Gulden

Quelle: Media Session “Patient Powered Research: A New Frontier in Cancer?”, EHA, 13.06.2018, Stockholm; Veranstalter: Janssen Oncology


Das könnte Sie auch interessieren

Neue Website für Patienten: Schöne Momente trotz Krebs

Neue Website für Patienten: Schöne Momente trotz Krebs
© Die-Schönen-Momente.de

Accuray Inc. präsentiert Die-Schoenen-Momente.de, eine neue Patientenwebsite zum Thema Krebs. Die-Schoenen-Momente.de ist eine umfassende Online-Anlaufstelle zu zahlreichen Themen, die Patienten und ihren Angehörigen wichtig sind: von den unterschiedlichen Krebstherapien über die richtige Ernährung bis hin zu Tipps für die Pflege persönlicher Beziehungen. So unterstützt die Website Patienten dabei, trotz Krebserkrankung eine hohe Lebensqualität zu...

Bewegungstherapie bei Krebs

Bewegungstherapie bei Krebs
© Fotolia / Kzenon

Körperliche Aktivität kann helfen, das Risiko an Krebs zu erkranken, zu minimieren. Ein regelmäßiges Bewegungstraining trägt aber auch dazu bei, die Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung sowie der Therapie besser zu überstehen. Neue Studien zeigen, wie bedeutsam regelmäßige Bewegung für das körperliche und seelische Wohlbefinden, nicht nur von Krebspatienten, ist. Was passiert jedoch in unserem Körper, wenn wir Sport treiben, und warum...

Deutsche Bevölkerung hat große Angst vor Krebs und weiß wenig über moderne Krebstherapien

„Vor welcher Krankheit haben Sie persönlich am meisten Angst, dass Sie daran erkranken könnten?“ – Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer aktuellen repräsentativen Umfrage. Ergebnis: 57 Prozent der befragten Deutschen nennen Krebs an erster Stelle. Damit führt Krebs das Feld der gefürchtetsten Krankheiten mit großem Abstand an. Wie gleichzeitig ermittelt wurde, hat nur ein Drittel der Befragten* in letzter Zeit...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"„Real-world“-Daten nutzen, um die Hämatologie voranzubringen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.