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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. Februar 2018
Seite 1/2
RAMOS-Studie beim Ösophaguskarzinom

S. Lorenzen1, C. Pauligk2, S.E. Al-Batran2. 1III. Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar, München, 2Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) am Krankenhaus Nordwest, Frankfurt

Wirksamkeit von Ramucirumab+Paclitaxel vs. Paclitaxel alleine bei Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom des Ösophagus, die auf eine Erstlinientherapie mit Platin und 5-Fluorouracil progredient sind – eine randomisierte Phase-II-Studie der AIO.
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Therapieansatz
 
Die RAMOS-Studie (EudraCT Nummer: 2016-003850-33) untersucht die Wirksamkeit von Ramucirumab+Paclitaxel im Vergleich zur Standardtherapie mit Paclitaxel bei Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom des Ösophagus.
 
 
Derzeitiger Behandlungsstandard
 
Die Prognose von Patienten mit fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom des Ösophagus ist mit einer medianen 5-Jahres-Überlebensrate von < 10% schlecht. Bei Patienten mit Fernmetastasen oder solchen mit postoperativem Rezidiv wird eine Kombinationstherapie mit Cisplatin und 5-FU (FP) als Standardbehandlung empfohlen, obwohl in Studien keine statistische Überlebensverlängerung nachgewiesen werden konnte (1, 2). Für Patienten, die refraktär oder intolerant auf die FP-Therapie werden, konnte bislang keine Überlebensverlängerung für eine Secondline-Therapie gezeigt werden. Häufig verwendete Secondline-Behandlungen sind i.d.R. Taxane wie Docetaxel oder Paclitaxel, die in Vergleichsstudien eine Überlebensverlängerung beim Ösophagus-Adenokarzinom, aber nicht beim Ösophagus-Plattenepithelkarzinom gezeigt haben (3, 4). Daher ist eine neue Behandlungsoption für das Plattenepithelkarzinom des Ösophagus dringend erforderlich.
 
Das wachsende Verständnis molekularer Signaltransduktionswege hat zur Identifikation neuer zielgerichteter Wirkstoffe in der Therapie des Magenkarzinoms beigetragen.
 
Ramucirumab ist ein humaner mono-klonaler IgG1-Antikörper, der spezifisch gegen die extrazelluläre Domäne des VEGF-Rezeptors 2 gerichtet ist und die Rezeptor-vermittelte Aktivierung des Signalwegs hemmt. Diese umfassende Angiogenesehemmung führt zu einer besseren Tumorkontrolle, da die Stimulation von VEGFR-2 von wesentlicher Bedeutung für das Tumorwachstum und die Metastasierung ist.
 
Ramucirumab ist bislang die erste und einzige antiangiogen wirksame Substanz, für die ein signifikanter Überlebensvorteil sowohl in der Mono- (5) als auch in der Kombinationstherapie mit Paclitaxel (6) in der Zweitlinientherapie beim fortgeschrittenen Magenkarzinom und Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs (AEG) belegt werden konnte. Die Kombinationstherapie aus Ramucirumb+Paclitaxel zeigte gegenüber einer alleinigen Paclitaxel-Behandlung eine Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens um 2,2 Monate. Dieser Überlebensvorteil ist nicht nur statistisch signifikant, sondern auch klinisch relevant und führte dazu, dass sich Ramucirumab mittlerweile als Standard-Zweitlinientherapie etabliert hat.
 
Seit Januar 2016 ist Ramucirumab in Kombination mit Docetaxel auch eine zugelassene Behandlungsoption bei Patienten mit Plattenepithelkarzinom der Lunge, die während oder nach einer Platin-basierten Erstlinien-Chemotherapie progredient sind. Mit einem numerisch längeren Überleben von 1,3 Monaten mit Ramucirumab+Docetaxel im Vergleich zu Placebo+Docetaxel zeigte die REVEL-Studie einen ähnlichen Überlebensvorteil ohne eine Erhöhung der Toxizität bei Zugabe von Ramucirumab zu Docetaxel bei der Untergruppe der Patienten mit Plattenepithel-Histologie verglichen mit Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinom (7). Wirksamkeitsdaten zur Kombination einer Taxan-haltigen Therapie+Ramucirumab werden daher dringend auch beim Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre benötigt.
 
 
Ziele und Fragestellungen
 
Studiendesign
 
RAMOS ist eine offene, multizentrische, randomisierte Phase-II-Studie, die Patienten mit metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom des Ösophagus einschließt, die während oder innerhalb von 8 Wochen nach Abschluss einer Fluoropyrimidin und Platin-basierten Kombinationstherapie, oder innerhalb von 24 Wochen nach Abschluss einer neoadjuvanten Radiochemotherapie progredient sind. Die Kombination aus Ramucirumab und Paclitaxel wird als vielversprechend erachtet, wenn der primäre Endpunkt, die Gesamtüberlebensrate nach 6 Monaten, bei mindestens 66% liegt, entsprechend einem medianen Überleben von 10 Monaten. Im Vergleich dazu liegt die erwartete Wirksamkeit einer Taxan-Monotherapie bei einer 6-monatigen Überlebensrate von 55%, entsprechend einem medianen Überleben von 7 Monaten (3, 4, 8, 9).
 
Abb. 1: Studiendesign RAMOS.
Studiendesign RAMOS


 
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