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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. Oktober 2019 Pharmastandort Deutschland im internationalen Wettbewerb

Anfang September 2019 fand die Jahrestagung des House of Pharma & Healthcare e.V. in Frankfurt statt, ein Netzwerk öffentlich-privater Partnerschaften, das verschiedene Interessen entlang der pharmazeutischen Wertschöpfungskette miteinander verknüpft, um Lösungen für die Herausforderungen im Gesundheitssystem zu entwickeln und das Profil des Pharma- und Healthcare-Standorts Hessen zu schärfen.
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Mehr als 700 Teilnehmer aus unterschiedlichsten Bereichen (Politiker, Patienten, Ärzte, Apotheker, Krankenkassenvertreter, Mitarbeiter pharmazeutischer Unternehmen, Universitäten und Forschungsinstitute) suchten in intensivem Austausch nach Lösungen für aktuelle Probleme der Arzneimittelforschung, Patientenversorgung und Gesundheitspolitik.

Der diesjährige Patientenpreis ging an die ehrenamtlichen Patientenbegleiter um Prof. Dr. Axel Prokop, Sindelfingen, die zur Delirvermeidung Patienten ca. eine Stunde pro Tag beschäftigen.

Der aus Berlin zugeschaltete Kanzleramtsminister Prof. Dr. Helge Braun betonte, dass die deutsche Pharmaindustrie international ihre Position stärken müsse, um im 21. Jahrhundert bestehen zu können. Er sieht den Fortschritt in der Digitalisierung und setzt besonders auf die präzise Analyse von Befunddaten durch künstliche Intelligenz. Prof. Dr. Kristina Sinemus, hessische Staatsministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, erläuterte, dass Hessen der zweitgrößte Pharmastandort Deutschlands sei und als Apotheke Europas gelte. Sie stellte ein 5-Punkte-Programm der Regierung Hessen zur Schnittstellenoptimierung vor.

Eines der Themen, das in parallelen Workshops behandelt wurde, war das am 16.08.2019 in Kraft getretene Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV). Für Biologika und Biosimilars ist derzeit ein Austausch nur auf Arztebene und nur unter belegter therapeutischer Vergleichbarkeit erlaubt. Spätestens bis zum 16.08.2022 gibt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in den Richtlinien nach §92 Absatz 1 Satz 2 Nr. 6 jedoch Hinweise zur Austauschbarkeit von biologischen Referenzarzneimitteln durch Apotheken. In einem Workshop diskutierten Gesundheitsexperten über die inhaltliche Gestaltung des Gesetzes im Hinblick auf Biosimilars, rechtliche Aspekte zum Austausch von Biologika sowie die Signalwirkung und mögliche Konsequenzen für Europa. Als umstritten gelten Passagen aus dem Gesetz, die in die Versorgungskette der Patienten und die Verantwortlichkeiten der Ärzte eingreifen, wie der für 2022 geplante Austausch von Biosimilars auf Apothekenebene. Hier gibt es nach Meinung der Experten noch Nachbesserungsbedarf im Gesetz.

Dr. rer. nat. Petra Ortner

Quelle: 8. Jahrestagung des House of Pharma & Healthcare, 02.-03.09.2019, Frankfurt/Main


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