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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. April 2020 Perioperativer Einsatz von Pembrolizumab beim muskelinvasiven Blasenkarzinom

H. Rexer, AUO Geschäftsstelle, Seestr. 11, 17252 Schwarz, AUO@MeckEvidence.de, Prof. Dr. J. Bedke, Leiter der klinischen Prüfung, Universitätsklinikum Tübingen, Klinik und Poliklinik für Urologie, Hoppe-Seyler-Str. 3, 72076 Tübingen, Prof. Dr. A. Merseburger, Organgruppensprecher der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V., Kuno-Fischer-Str. 8, 14057 Berlin.

Eine randomisierte Phase-III-Studie zur Bewertung einer Zystektomie in Verbindung mit der perioperativen Gabe von Pembrolizumab im Vergleich zu einer alleinigen Zystektomie bei Studienteilnehmern mit muskelinvasivem Harnblasenkarzinom, für die eine Behandlung mit Cisplatin nicht infrage kommt (KEYNOTE-905) – AB 71/19 der AUO.
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Fachinformation
Patienten mit einem muskelinvasiven Blasenkarzinom (MIBC), die nicht für eine Cisplatin-basierte Chemotherapie geeignet sind oder eine neoadjuvante Therapie ablehnen, werden häufig direkt einer radikalen Zystektomie zugeführt. Eine hohe Rezidivrate und ein vergleichsweise schlechtes Gesamtüberleben kennzeichnen die Prognose dieser Patientengruppe mit einer fehlenden Cisplatin-basierten Chemotherapiemöglichkeit, weshalb in diesem Setting Therapieverbesserungen zu erforschen sind. Die vorliegende Studie soll prüfen, ob die perioperative (neoadjuvant + adjuvant) Gabe von Pembrolizumab zu einer Verbesserung der Therapie im Vergleich zur alleinigen Zystektomie führt.

Dazu erhalten die Patienten in der 2-armigen Studie folgende Therapien nach einer 1:1-Randomisierung:

In Arm A erhalten die Patienten alle 3 Wochen eine neoadjuvante Therapie von 200 mg Pembrolizumab über 3 Zyklen. Nach erfolgter Zystektomie mit Lymphadenektomie bekommen die Patienten ebenfalls alle 3 Wochen 200 mg Pembrolizumab über eine Dauer von 14 Zyklen.

In Arm B erhalten die Patienten die direkte Zystektomie mit Lymphadenektomie.

Primäres Ziel der Studie ist die Rate kompletter pathologischer Remissionen (pCR-Rate) nach zentraler Befundung im Zystektomiepräparat und der Vergleich des ereignisfreien Überlebens (EFS). Die Endpunkte werden dabei auch separat betrachtet für Patienten mit einem erhöhten PD-L1-Status von CPS ≥ 10 bzw. für alle Patienten. Sekundäre Studienziele sind das Gesamtüberleben (OS), das krankheitsfreie Überleben (DFS), der Vergleich der Rate an pathologischen Tumorschrumpfungen (pathologic downstaging, pDS) sowie die Sicherheit und die Verträglichkeit der Therapiemaßnahmen.
 
Abb. 1: Studienzentren in Deutschland.
Abb. 1: Studienzentren in Deutschland.


In diese internationale Studie sollen ca. 610 Patienten eingeschlossen werden, davon ca. 18 Patienten in 6 deutschen Zentren (Abb. 1). Kontaktdaten für Patientenzuweisungen finden sich in Tabelle 1. Im Folgenden sind die wichtigsten Ein- und Ausschlusskriterien gelistet.
 
Tab. 1: Teilnehmende Zentren für Patientenzuweisungen.
Tab. 1: Teilnehmende Zentren für Patientenzuweisungen.



Einschlusskriterien

• Histologisch bestätigtes muskelinvasives Blasenkarzinom (T2-T4aN0M0) mit prädominanter (≥ 50%) Urothelkomponente
• Keine Metastasierung (N0M0), bestätigt durch Bildgebung und BICR
• Eignung für radikale Zystektomie und Lymphadenektomie
• Ungeeignet für Cisplatin-Therapie
• TUR-B innerhalb von 60 Tagen vor Studieneinschluss für Bewertung der Histologie, Muskelinvasion und PD-L1-Status. Patienten ohne Möglichkeit der PD-L1-Bestimmung werden der Gruppe CPS < 10 zugeordnet.
• ECOG-Performance-Status 0-2
• Adäquate Organfunktion
• Alter ≥ 18 Jahre
• Patienten (m/w) mit Bereitschaft zur Kontrazeption gemäß Studienprotokoll
• Unterzeichnete Einverständniserklärung


Ausschlusskriterien

• Bekannte weitere nicht-urotheliale Krebserkrankung, die voranschreitet oder einer Therapie in ≤ 3 Jahren vor Einschluss in die Studie bedurfte
• Vorherige systemische Therapie des MIBC
• Lymphknoten ≥ 15 mm in kurzer Achse in Abdomen oder Becken
• Vorherige Therapie mit Anti-PD-1-, Anti-PD-L1-, Anti-PD-L2-Substanzen oder Substanzen, die den T-Zell-Rezeptor stimulieren oder koinhibieren
• Vorherige systemische Krebstherapie inklusive Prüfmedikation bis zu 3 Jahre vor Randomisierung
• Vorherige Strahlentherapie der Blase
• Lebendimpfung innerhalb von 30 Tagen vor erster Studienmedikation
• Teilnahme an einer Studie mit Prüfmedikament innerhalb von 4 Wochen vor erster Studienmedikation
• Immunschwäche oder Gabe einer systemischen Steroidtherapie oder jede andere Form der Immunsuppression innerhalb von 7 Tagen vor Studienmedikation

Leiter der klinischen Studie (LKP) ist Prof. Dr. Jens Bedke; seine Aufgaben liegen in der medizinischen Durchführung der Studie, der Abwägung von Nutzen-Risiko der Studie, Umsetzung des Prüfplans in ärztlichen Belangen in Deutschland. Er ist Ansprechpartner für Ethikkommission und Behörden in Deutschland und mit zuständig für die abschließende ärztliche Bewertung der Ergebnisse. Sponsor der Studie ist die Merck Sharp & Dohme Corp., One Merck Drive, PO Box 100, Whitehouse Station, NJ 08889-0100, USA. Die Studie ist unter der Nummer NCT03924895 bei clinicaltrials.gov registriert.


Weitere Details zur Studie finden Sie unter www.med4u.org/16894

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