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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. April 2017 Obinutuzumab bald als Firstline-Therapie beim FL?

Der Anti-CD20-Antikörper Obinutuzumab (Gazyvaro®) hat sich zu einem zentralen Baustein in der Therapie der Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) und des Follikulären Lymphoms (FL) entwickelt.
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Fachinformation
In Hinblick auf das FL standen beim ASH-Kongress in San Diego im Dezember 2016 2 Studien im Blickpunkt: die GADOLIN-Studie bei vorbehandeltem FL und die GALLIUM-Studie mit therapienaiven Patienten, berichtete Prof. Dr. Martin Dreyling, München, auf einem ASH-Update zur Lymphom-Therapie in Frankfurt am Main.

Bei vorbehandelten Patienten bestätigte das aktuelle Update der GADOLIN-Studie nach einer medianen Laufzeit von knapp 32 Monaten erneut, dass die Kombination aus Obinutuzumab plus Bendamustin, gefolgt von einer Obinutuzumab-Erhaltungstherapie, der Bendamustin-Monotherapie überlegen ist. Die Kombination reduzierte das Risiko für Krankheitsprogression oder Tod gegenüber einer Bendamus-tin-Monotherapie um 48%. In der GALLIUM-Studie wird Obinutuzumab plus Bendamustin, CHOP oder CVP bei therapienaiven Patienten verglichen mit Rituximab in den analogen Kombinationen, und zwar sowohl in der Induktions- als auch in der Erhaltungstherapie. Hier verbesserte das Obinutuzumab-Regime die Chance auf ein progressionsfreies Überleben nach der Studienlaufzeit von median 34,5 Monaten um 34%. Basierend auf den Ergebnissen der GALLIUM-Studie wurde der Antrag auf Zulassung von Obinutuzumab zur Erstlinientherapie des FL gestellt.


CLL: Auf dem Weg zu chemotherapiefreien Regimes

In der Therapie der CLL gab es in San Diego ebenfalls Neues zu vermelden, wie Dr. Julia von Tresckow, Köln, berichtete. Lassen sich mit Obinutuzumab-Kombinationen wirksame chemotherapiefreie und damit weniger toxische Therapien der CLL zusammenstellen? An dieser Frage arbeitet die Deutsche CLL-Studiengruppe (DCLLSG) und hat dazu mehrere Studien in Vorbereitung.

Außerdem stellte die DCLLSG erste Ergebnisse der beiden prospektiven, offenen einarmigen Studien CLL2-BIG und CLL2-BAG vor. In beide Studien wurden therapienaive und vorbehandelte CLL-Patienten mit und ohne Begleiterkrankungen aufgenommen. Die Behandlung beginnt jeweils mit einer Debulking-Phase (2 Zyklen Bendamus-tin) zur Reduktion der Tumorlast. Dann folgen Induktions- und Erhaltungstherapie mit Ibrutinib und Obinutuzumab (BIG) bzw. Venetoclax und Obinutuzumab (BAG). Das hohe Potenzial zeigte sich z.B. in einer Gesamtansprechrate von 100% bei BIG mit 41,4% kompletten Remissionen. Erste Daten zur Wirksamkeit von BAG stellte von Tresckow für Mitte 2017 in Aussicht.

Dr. Barbara Voll-Peters

Quelle: „Aktuell vom ASH 2016: Kongress-Update zur Lymphomtherapie“, 11.01.2017, Frankfurt am Main; Veranstalter: Roche Pharma AG


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