Donnerstag, 23. Mai 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

21. Juni 2018 Non-Hodgkin-Lymphome und Pankreaskarzinom

Lorenz Trümper
Liebe Leserinnen und Leser des
JOURNAL ONKOLOGIE,
 
In der neuen Ausgabe stehen zwei seltenere onkologische Erkrankungen im Vordergrund: die malignen Lymphome und das Pankreaskarzinom. Bei beiden Erkrankungen, deren Prognose sich drastisch unterscheidet, haben wir in den letzten Jahren Fortschritte in der multimodalen Therapie gesehen, beim Pankreaskarzinom in beeindruckender Weise beim gerade zu Ende gegangenen ASCO Meeting in Chicago.
 
Der überwiegende Teil der malignen Lymphome in Europa stammt von den B-Lymphozyten des Keimzentrums ab; von Zellen also, deren primäre Aufgabe die Antigenerkennung und Antikörperproduktion ist. Im Keimzentrum proliferieren sie bei Antigenkontakt und „öffnen“ ihre DNA, damit neue, spezifischere Antikörper gebildet werden können. Beispielhaft für ein solch aggressives und schnell wachsendes Keimzentrumslymphom ist das diffus-großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL). Es tritt vorwiegend bei alten Patienten auf und kann aufgrund seiner hohen Proliferationsrate bei zwei Dritteln aller Patienten geheilt werden. Gerade die intensive Therapie älterer Patienten stellt uns vor besondere Herausforderungen, die im Beitrag von Frau Braulke dargestellt werden. Die chronische lymphatische Leukämie (B-CLL) präsentiert sich gänzlich anders: nämlich als chronisch verlaufende, „indolente“ Erkrankung, bei der häufig initial gar keine Behandlung notwendig ist. Hier entwickelt sich die Therapielandschaft gerade von der relativ einheitlichen Chemo-Immuntherapie hin zu einer gezielten und an individuelle Risikofaktoren angepassten Therapie. Frau Langerbeins veranschaulicht dies in ihren beiden Artikeln zur Primärtherapie und zu Prognosemodellen, die in der Deutschen Studiengruppe DCLLSG entwickelt worden sind. Deutlich seltener sind von T-Zellen ausgehende Lymphome, hier repräsentiert durch das primär kutane anaplastische großzellige Lymphom, kurz pcALCL, dem Frau Lamos ihren Übersichtsartikel gewidmet hat. Lymphome an der Haut als unserem größten „Immunorgan“ sind klinisch ganz anders einzuschätzen als klassische nodale Lymphome, da auch lokale Therapieverfahren eingesetzt werden können.
 
Ein zweites Schwerpunktthema ist das Pankreaskarzinom, das am häufigsten als duktales Adenokarzinom auftritt. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2030 jeder zweite krebsbedingte Todesfall durch ein Pankreaskarzinom verursacht sein wird. Herr Lutz gibt ein Update zur Therapie, die sich dadurch auszeichnet, dass sowohl neo- als auch adjuvante Chemo- und strahlentherapeutische Konzepte die onkologische Chirurgie, die bei dieser Erkrankung im Vordergrund steht, unterstützen. Eine Intensivierung adjuvanter Therapieschemata kann bei ausgewählten Patienten die Heilungschancen dieses ansonsten sehr ungünstig verlaufenden Tumors unterstützen. Ergänzt wird der Themenblock von einem Artikel zur Reevaluation nach neoadjuvanter Therapie (Frau Honselmann) sowie von einer Übersicht zur palliativen Systemtherapie (Frau Sinn).
 
Ihr Lorenz Trümper

Das könnte Sie auch interessieren

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst
© pressmaster / Fotolia.com

Sieben von zehn Menschen in Deutschland fürchten sich am meisten vor Krebs. Bei Erwachsenen zwischen 30 und 44 Jahren und Frauen ist die Angst besonders groß. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Studie der DAK-Gesundheit. Ein weiteres zentrales Ergebnis: Das Engagement für die eigene Gesundheit wächst. Immer mehr Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen und halten sich mit Sport und gesunder Ernährung fit.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Non-Hodgkin-Lymphome und Pankreaskarzinom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.